Re: carmen ad umbilicum adducere
Latinus2026 am 25.8.26 um 4:27 Uhr (
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Bei einem Papyrus- oder Pergamentbuch war der umbilicus der Nabel bzw. die Rolle an der Mitte des aufgerollten Buches. Genauer: umbilicus bezeichnete den knopfartigen Vorsprung an den Enden der Stäbe, um die die Schriftrolle aufgewickelt wurde. Die Rolle wurde beim Lesen von einer Seite auf die andere abgewickelt bzw. wieder aufgewickelt.
Horaz schreibt in den Epoden (14, 6–8): „deus nam me vetat inceptos, olim promissum carmen, ad umbilicum adducere“ („denn ein Gott verbietet mir, das angefangene, einst versprochene Gedicht bis zum Nabel/zu Ende zu führen“).
Martial ruft am Ende eines Buches aus: „Ohe, iam satis est, ohe, libelle / iam pervenimus usque ad umbilicos“ („Oho, schon ist es genug, kleines Buch, wir sind schon bis zu den Nabeln gelangt!“).
Im Deutschen entspricht dies sinngemäß Redewendungen wie „etwas unter Dach und Fach bringen“ oder „den Schlussstein setzen“.
Re: carmen ad umbilicum adducere
David am 28.8.26 um 15:26 Uhr (
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Oh weh, da lag ich ja ganz daneben. Aber es ergibt ein schönes Bild.
Gratias tibi!