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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Hera und Zeus (283 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.11.2023 um 15:22 Uhr (Zitieren)
Lukian, Göttergespräche (θεῶν διάλογοι) 18:
HERA: Ich würde mich schämen, Zeus, hätte ich einen so weibischen [θῆλυς] und von der Trunksucht ruinierten Sohn, der, auf dem Haar eine Haube, meistens mit verrückten Weibern verkehrt, selber weichlicher [ἁβρότερος] sogar als jene, und zur Musik von Pauken, Flöten und Tschinellen tanzt, überhaupt jedermann ähnlicher ist als dir, seinem Vater.

ZEUS: Und doch hat der mit der Weiberhaube, der an Weichlichkeit die Weiber übertrifft, nicht nur, Hera, Lydien unterworfen und die Bewohner des Tmolosgebirges und die Thraker sich untertan gemacht, sondern auch einen Zug zu den Indern unternommen, mit diesem weibischen Heer die Elefanten erbeutet, über das Land gesiegt und den König, der nur kurze Zeit zu widerstehen wagte, gefangen weggeführt und das alles durch Reigentänze vollbracht unter Verwendung von Thyrsosstäben, die mit Efeu umwunden sind, trunken, wie du sagst, und in enthusiastischer Begeisterung. Versuchte aber jemand, ihn zu beschimpfen und auf seine Mysterien zu schmähen, so bestrafte er diesen, indem er ihn entweder mit Weinranken fesselte oder von der eigenen Mutter wie ein Hirschkalb zerreißen ließ. Siehst du, was das für männliche Taten sind, nicht unwürdig seines Vaters? Wenn aber dazu Scherz und Wohlleben gehören, so darf man ihm das nicht verargen, besonders, wenn man erwägt, was für eine Macht er in nüchternem Zustande wäre, wo er das doch in der Trunkenheit bewerkstelligt.

HERA: Mir scheint, du wirst auch seine Erfindung loben, die Rebe und den Wein, und das, wo du doch siehst, was die Trunkenen tun, wie sie schwanken, sich auf Ausschreitungen verlegen und überhaupt infolge des Trunkes verrückt sind. Den Ikarios z.B., dem er zuerst die Weinrebe gab, haben seine eigenen Zechgenossen mit ihren Hauen erschlagen.

ZEUS: Was du da sprichst, besagt nichts; denn nicht der Wein oder Dionysos bewirkt das, sondern die Unmäßigkeit im Trinken [τὸ δὲ ἄμετρον τῆς πόσεως], wenn man lauteren Wein mehr, als es sich gehört, zu sich nimmt. Wer aber mäßig trinkt, wird in eine bessere und fröhlichere Stimmung kommen und so etwas, wie es dem Ikarios widerfahren ist, keinem seiner Zechgenossen antun. Aber du scheinst mir noch eifersüchtig zu sein, meine Hera, und an die Semele zu denken, weil du die schönsten Gaben des Dionysos verleugnest.

(Lukian: Hauptwerke. Hrsg. v. Karl Mras. München ²1980, S. 76-81)

Daß Dionysos oft androgyn dargestellt wird, ist auffällig.
 
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