Warum steht hier en mit Genitiv?
Es hat doch immer den Dativ?
Warum?
Weil man m´nichts über sie wissen kann?
War Lukian Atheist oder Agnostiker?ὧ
Re: Weitere Sprichwörter in Lukians "Totengesprächen"
Γραικύλος schrieb am 21.10.2023 um 12:56 Uhr (Zitieren)
Man muß sich ein δόμοις hinzudenken. Die verkürzte Form ist "auch in attischer Prosa ganz gewöhnlich", schreibt der Passow.
Re: Weitere Sprichwörter in Lukians "Totengesprächen"
Γραικύλος schrieb am 21.10.2023 um 12:59 Uhr (Zitieren)
Innerhalb der "Totengespräche" geht Lukian von der Existenz der Götter aus, und mit dem Sprichwort ist in diesem Rahmen gemeint: Es ist gefährlich, etwas (Kritisches) über Götter zu sagen.
Als Person verhält Lukian sich durchgehend ironisch zur Religion.
Re: Weitere Sprichwörter in Lukians "Totengesprächen"
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 21.10.2023 um 13:05 Uhr (Zitieren)
θέμις ist außer dem usuellen Recht ("war schon immer so, und darum muß man sich danach richten") auch das Recht, das auf göttlicher Setzung (θέμις < τίθημι) beruht. Es sind also die Götter selbst, die sich die menschlichen Kommentare etc. verbitten (quod licet Iovi ...)
Re: Weitere Sprichwörter in Lukians "Totengesprächen"
Andreas schrieb am 21.10.2023 um 14:11 Uhr (Zitieren)
Aus Angst vor Bestrafung?
vgl:
Kleine Sünde bestraft der Herr sofort.
Damit kann man Angst erzeugen, wodurch es leichter zu Fehlern kommt oder Fehlverhalten.
Sartre soll Atheist geworden sein, als auf eine bewusst begangene Sünden keine Strafe von oben folgte.
Re: Weitere Sprichwörter in Lukians "Totengesprächen"
Γραικύλος schrieb am 21.10.2023 um 14:48 Uhr (Zitieren)
In dem Totengespräch 29 beklagt Aias sich bei Agamemnon, daß nicht er die Rüstung des Achill bekommen hat, ob wohl sie ihm zugestanden hätte, sondern Odysseus. Aias führt das auf den ihm unverständlichen Spruch einer Göttin zurück und sagt: "Ich weiß, welche Göttin den mir ungünstigen Spruch veranlaßt hat; aber über die Götter darf man nichts sagen."
Angst vor Bestrafung kann eigentlich nicht das Motiv sein, denn er hat die Katastrophe ja bereits hinter sich: 1. Wahnsinn, 2. Tod.
Re: Weitere Sprichwörter in Lukians "Totengesprächen"
Γραικύλος schrieb am 21.10.2023 um 14:56 Uhr (Zitieren)
Daß das Sprichwort ursprünglich einen Sinn hat, welcher hier gar nicht mehr paßt, liegt vielleicht am Humor des Lukian.
Re: Weitere Sprichwörter in Lukians "Totengesprächen"
Johannes schrieb am 21.10.2023 um 17:11 Uhr (Zitieren)
Den Zusammenhang zwischen Schuld und Bestrafung
durch Gott weist auch Jesus zurück.
(Heilung des Blindgeborenen, Joh 9,1ff).
Der Übeltäter bestraft sich selber durch ein schlechtes Gewissen,
falls vorhanden, oder Angst vor Entdeckung.
Wer biophil lebt oder nach der Goldenen Regel,
lebt immer noch am besten, auch in einer egoistischen und
immer kälteren und brutaleren Welt.
Mehr als das Leben kosten kann es ihn nicht,
wenn er im Extremfall an seinen Überzeugungen
festhält und dafür draufgeht so wie der Nazarener,
der an seinem biophilen Gottesbild festhielt und darin
nach Überzeugung der Christen bestätigt wurde durch das,was man
als Auferweckung oder Auferstehung bezeichnet,
wie auch immer diese stattgefunden haben mag
oder zu denken ist nach ihrer Entmythologisierung.
Auferweckung ist wohl das bessere Wort,
weil es um ein Handels Gottes geht, in welcher konkreten Form auch immer.
Eugen Drewermann hätte auch dazu gewiss einiges zu sagen.
Dass es letztendlich immer eine Glaubensfrage ist, wird niemand mehr bestreiten wollen.
Denn historisch lässt sich das Ereignis nicht festmachen und nachweisen.
Genauso wenig lässt es sich durch menschliche
Rationalität widerlegen, auch weil Liebe (= Gott) sich rationalen Argumenten entzieht.
Omnia vincit amor, vlt. auch den Tod, vlt. auch
nicht. Wer will das sicher wissen oder definitiv
ausschließen?
Überraschungen sind immer möglich in einem Kosmos, der nur zu 4% aus baryonischer Materie
besteht und dessen andere 96% wird nur postulieren müssen
ohne sie jemals messen zu können.
Was hat du bloß wieder ausgelöst, Religionsironiker aus
Samosata?