Γραικύλος schrieb am 15.10.2023 um 22:55 Uhr (Zitieren)
Am 13.10. stand es in der FAZ; heute kam ein Rundbrief an die (noch 60000) Mitglieder.
Man hofft, nach einer Umstrukturierung (worauf auch immer das hinausläuft) weitermachen zu können.
Die Antike bildet(e) einen Verlagsschwerpunkt.
Re: WBG insolvent
Aurora schrieb am 16.10.2023 um 08:17 Uhr (Zitieren)
Es geht um 120 Arbeitsplätze bei einem Umsatz von
22 Millionen.
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 10:25 Uhr (Zitieren)
Ich staune, wie rasant die Zahl der Mitglieder zurückgegangen ist.
Vor einiger Zeit hatte man die Hotline für Mitglieder/Kunden abgeschafft. Ein paar Arbeitsplätze eingespart, die für einen Händler m.E. unverzichtbar sind.
Schade das alles.
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 10:26 Uhr (Zitieren)
Ja, vermutlich läuft es darauf hinaus, daß irgendein größerer Verlag übernimmt.
Re: WBG insolvent
Johannes schrieb am 16.10.2023 um 13:11 Uhr (Zitieren)
Der Markt ist brutal und kennt keine Moral.
Entweder man steigert den Umsatz
oder senkt die Kosten, am besten beides heutzutage.
Da gibt es keine sozialen Rücksichten
Wer nicht rechtzeitig handelt, geht pleite.
Man kommuniziert schon länger mit Computern
und das wird weiter zunehmen mir der KI.
Der Mensch schafft sich ab (Harald Lesch).
Amerika gibt den Kosten-und Absatztakt an, die soziale
Sicherheit gehört der Vergangenheit an.
Lebensarbeitsplätze gibts nur noch beim Staat.
Wielange noch? PANTA RHEI überall und in allen Bereichen.
Es gilt das evolutionäre Selektionsprinzip mit weiter steigendem Realitätsdruck.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 16.10.2023 um 16:25 Uhr (Zitieren)
Manchmal liegt es womöglich auch nur am Dilettantismus der Verantwortlichen:
Nebenbei, erscheint es nur mir abenteuerlich, dass die Vereinssatzungen vorsehen, dass der Aufsichtsrat mit Zweidrittelmehrheit Satzungsänderungen des Vereins einschließlich des Vereinszwecks vornehmen kann?
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 18:16 Uhr (Zitieren)
Die Aussage des Börsenblatts kann ich bestätigen: Der Terentius Varro ist noch geliefert worden, aber zwei Monate lang konnte ein Problem mit der Rechnung nicht geklärt werden. Wenn man kein Geld über Rechnungen hereinbekommt, muß das tödlich sein.
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 18:55 Uhr (Zitieren)
An filix:
Die Satzung, die mir vorliegt (aus dem Jahr meines Beitritts: 1968), erwähnt keinen Aufsichtsrat, sondern einen Vorstand, der mit zwei Dritteln seiner Mitglieder die Satzung ändern kann.
Daneben ist eine Mitgliederversammlung vorgesehen, die allein (mit 2/3-Mehrheit) über die Auflösung des Vereins entscheiden kann.
In 55 Jahren habe ich keine Mitgliederversammlung erlebt; ich weiß allerdings auch nicht, ob die damalige Satzung heute noch Gültigkeit besitzt.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 16.10.2023 um 20:14 Uhr (Zitieren)
So oder so würde man erwarten, dass die Mitglieder in der fundamentalen Frage des Vereinszwecks und nicht bloß der Auflösung (welche Regel unverändert besteht) Mitspracherecht besitzen. Offenbar räumt aber § 40 des BGB sowohl die Bestimmungen des § 33 als auch von § 27 Abs. 3, worin die Satzungsänderungen durch Mitglieder bzw. u.a. die Auskunftspflicht geregelt sind, aus dem Weg.
Und wohl auch die Mitgliederversammlung.
Du wirst also vermutlich nie erfahren, was sich hinter der Formulierung "eine Anhäufung gravierender Rückschläge", welche man in einem Bulletin zum bald bevorstehenden Ableben trotz aller Bemühungen ärztlicher Kunst eher erwarten könnte als in einem Bericht zur gescheiterten Automatisierung von Kerngeschäftsprozessen eines wirtschaftlichen Vereins von der Größe eines mittleren Unternehmens, verbirgt.
Re: WBG insolvent
Bukolos schrieb am 17.10.2023 um 14:13 Uhr (Zitieren)
Die alleinige Verantwortung für die technischen Probleme möchte ich einem dilettantischen Management vorerst noch nicht zuschreiben (gravierende Probleme bei der IT-Umstellung hat es ja in den letzten Monaten selbst bei einem größeren deutschen Bankhaus gegeben), aber dass Umstellungen im IT-System tief im 21. Jahrhundert überhaupt ein unternehmerisches Wagnis darstellen können, erscheint schon bedenklich.
Wie es um die Verpflichtung steht, die der Vorstand seinen Mitgliedern gegenüber empfindet, zeigt er allerdings recht deutlich, wenn er diese weder am Tag, an dem er den Insolvenzantrag gestellt hat, noch am nächsten, als in den Medien darüber berichtet wurde, sondern erst vier Tage später informiert.
Dazu passt, dass auch in den Vertröstungsschreiben auf meine schriftlichen Nachfragen zu fehlerhaften Rechnungen nie ehrlich technische Schwierigkeiten, sondern nur eine hohe Zahl an Anfragen als Ursache für ein Ausbleiben weiterer Reaktion angegeben wurde.
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 17.10.2023 um 15:03 Uhr (Zitieren)
Mit Problemen bei der Systemumstellung können m.E. nicht nur IT-Probleme gemeint sein.
Das Ganze fing ja für uns erkennbar vor etlichen Monaten damit an, daß die WBG ihre Telephonverbindung für Kunden/Mitglieder abgeschafft hat. Alles, was man bis dahin innerhalb von Minuten hatte klären können, blieb jetzt dem schriftlichen Kontakt überlassen - und der funktionierte, wie Du schreibst, überhaupt nicht. Letzteres mag dann mit IT-Problemen zusammenhängen; aber daß sich die Menge der schriftlichen Anfragen stark erhöht hat, hängt natürlich mit dem Kappen der Telephonverbindung zusammen.
Dieses konnte ich mir damals nicht anders erklären als durch Sparmaßnahmen (Reduzierung von Arbeitsplätzen). Für einen Händler, der vom Versand lebt, hielt ich es für hochgefährlich und eigentlich nur dadurch zu erklären, daß man sich schon damals in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand.
Ansonsten sind meine Erfahrungen die gleichen wie bei Dir. Ein Händler, der sein Rechnungswesen nicht mehr im Griff hat, ist am Ende.
Nachtrag:
Als ich 1968 bei der WBG eingetreten bin, war die deutsche Aristoteles-Ausgabe im Erscheinen begriffen - damals noch in Zusammenarbeit mit dem Ost-Berliner Akademie-Verlag. Heute, 55 Jahre später, ist diese Ausgabe immer noch nicht abgeschlossen; und nun spricht einiges dafür, daß sie das nie sein wird.
Da sich im Laufe der Jahre das Verhältnis von Text zu Kommentar von 50 : 50 auf 10 : 90 verschoben hatte, war ich sehr gespannt darauf, was das für die "Metaphysik" bedeuten würde. Über dieser Edition sind m.W. mehrere Herausgeber gestorben.
Re: WBG insolvent
Andreas schrieb am 17.10.2023 um 15:05 Uhr (Zitieren)
Das ist sehr bedenklich und zeigt die Anfälligkeit in diesem Bereich.
Server-Umzüge und neue Programme können problematisch sein,
wenn letztere nicht ausgereift
oder nicht ausreichend getestet wurden (Zeitdruck).
Unter Zeitdruck läuft schnell etwas schief.
Bei Boing hat es einst sogar zu Abstürzen geführt (Schubumkehr).
Je komplexer die Dinge werden, desto höher werden die Gefahren.
Alles hat seinen Preis überall und immer wieder.
Aus dem Boden gestampfte Impfstoffe können
nicht die Qualität haben wie welche mit langjährigen Studien.
PS.
BIONTECH geht auch die Luft allmählich aus.
Sie schreiben rote Zahlen, die Aktie fällt weiter.
Der Kurs hat sich binnen Jahresfrist fast halbiert.
Freuen kann sich aber auch hier jemand:
Der, der rechtzeitig verkauft hat oder PUT-Optionen hat,
die durch die Decke gehen können, wenn der Kurs weiter sinkt.
Man kann auch durch das Pech anderer reich werden- pervers, aber wahr.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 17.10.2023 um 15:52 Uhr (Zitieren)
Wenn das ERP-System dysfunktional ist, hilft auch der Mitarbeiter am Telephon nicht mehr weiter, da dieser bei über 60000 wenigstens einmal bestellenden Kunden pro Jahr auch nur damit arbeiten kann und individuelle Lösungen bloß zusätzlich ins Chaos führen. Es könnte sich also genau umgekehrt verhalten, er wurde möglicherweise eingespart, weil er die Erwartung, das Problem im persönlichen Gespräch zeitnah lösen zu können, mit den ihm zur Verfügung stehenden Werkzeugen ohnehin nicht mehr erfüllen kann. Die daraus resultierende frustierende Kommunikation zu unterbinden bzw. zu verschriftlichen, liegt nahe.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 17.10.2023 um 15:54 Uhr (Zitieren)
*frustrierende … Apropos, sollten wir wieder einmal nach der Implementierung der Editierfunktion fragen?
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 17.10.2023 um 17:37 Uhr (Zitieren)
Hm.
Erstens dient(e) die Hotline ja keineswegs nur zur Entgegennahme von Bestellungen, sondern auch - wie in meinem Falle und anscheinend auch dem von Bukolos - z.B. zur Klärung von Rechnungsfragen.
Zweitens habe ich nicht gesagt und auch nicht erlebt, daß Bestellungen nicht ausgeführt worden wären. Und mein Rechnungsproblem beruhte auf einem Irrtum meinerseits, wie sich schließlich herausstellte. Andere mögen es anders erlebt haben.
Was einfach überhaupt nicht funktionierte, war die Beantwortung von Anfragen. Und dieses Problem begann damit, daß auf den Rechnungen keine Telephonnummer mehr angegeben war, und es unter der früheren nur hieß: "Kein Anschluß unter dieser Nummer."
Übrigens sind wir jetzt gebeten worden: Bestellen! Bestellen! Bestellen!, um zu retten, was zu retten ist.
Du, wir stochern im Nebel.
***
Editierfunktion: Ja, wäre eine Hilfe. Vielleicht magst Du Dich mal an den Webmaster wenden, nachdem er meine letzte Anfrage nicht beantwortet hat.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 17.10.2023 um 18:18 Uhr (Zitieren)
Ich meinte auch nicht nur Bestellungen, sondern jede von einem telephonischen Kontakt begleitete, letztlich manuelle Korrektur von Fehlern, die das System produziert, mit Mitteln desselben. Aber ja, genug spekuliert, ich bestelle schließlich nur noch für die im Widerstand gegen die Gegenwart lebende Verwandtschaft.
Ich habe Albert eine Email geschickt.
Re: WBG insolvent
Andreas schrieb am 17.10.2023 um 18:39 Uhr (Zitieren)
Wie sieht deren Widerstand aus?
Gegen welche Gegenwart?
Was bestellst du z.B.?
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 17.10.2023 um 18:44 Uhr (Zitieren)
Ein Freund hat mir einen Artikel aus der FAZ online geschickt:
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 10.11.2023 um 18:32 Uhr (Zitieren)
Γραικύλος schrieb am 11.11.2023 um 13:50 Uhr (Zitieren)
60000 Mitglieder statt 200000 wie früher. Eine verkaufte Auflage von 1200 Exemplaren gilt als großer Erfolg.
Die Kunden sind alte weiße Männer.
Sieht nicht gut aus.
Re: WBG insolvent
Andreas schrieb am 11.11.2023 um 17:58 Uhr (Zitieren)