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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
WBG insolvent (675 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 15.10.2023 um 22:55 Uhr (Zitieren)
Am 13.10. stand es in der FAZ; heute kam ein Rundbrief an die (noch 60000) Mitglieder.
Man hofft, nach einer Umstrukturierung (worauf auch immer das hinausläuft) weitermachen zu können.

Die Antike bildet(e) einen Verlagsschwerpunkt.
Re: WBG insolvent
Aurora schrieb am 16.10.2023 um 08:17 Uhr (Zitieren)
Es geht um 120 Arbeitsplätze bei einem Umsatz von
22 Millionen.

Eine Jubiläumsfeier stand bevor, zu der man die Einladungen schon verschickt hatte. Stattdessen aber langte nun die Nachricht ein, dass sich die Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg) in Darmstadt wegen Zahlungsunfähigkeit in einem Insolvenz-Regelverfahren befindet. Obwohl eine Sanierung und die Perspektive der Fortführung des Unternehmens angestrebt wird, ist damit eine renommierte Institution auf dem Markt des wissenschaftlichen Buchs und Sachbuchs in Gefahr geraten.

Die Zahl der Mitglieder ist gewaltig geschrumpft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftliche_Buchgesellschaft#Mitgliederentwicklung

Man hofft, nach einer Umstrukturierung (worauf auch immer das hinausläuft) weitermachen zu können.

Fusion mit einem Großverlag??
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 10:25 Uhr (Zitieren)
Ich staune, wie rasant die Zahl der Mitglieder zurückgegangen ist.
Vor einiger Zeit hatte man die Hotline für Mitglieder/Kunden abgeschafft. Ein paar Arbeitsplätze eingespart, die für einen Händler m.E. unverzichtbar sind.

Schade das alles.
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 10:26 Uhr (Zitieren)
Ja, vermutlich läuft es darauf hinaus, daß irgendein größerer Verlag übernimmt.
Re: WBG insolvent
Johannes schrieb am 16.10.2023 um 13:11 Uhr (Zitieren)
Der Markt ist brutal und kennt keine Moral.
Entweder man steigert den Umsatz
oder senkt die Kosten, am besten beides heutzutage.
Da gibt es keine sozialen Rücksichten
Wer nicht rechtzeitig handelt, geht pleite.

Man kommuniziert schon länger mit Computern
und das wird weiter zunehmen mir der KI.
Der Mensch schafft sich ab (Harald Lesch).

Amerika gibt den Kosten-und Absatztakt an, die soziale
Sicherheit gehört der Vergangenheit an.
Lebensarbeitsplätze gibts nur noch beim Staat.
Wielange noch? PANTA RHEI überall und in allen Bereichen.
Es gilt das evolutionäre Selektionsprinzip mit weiter steigendem Realitätsdruck.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 16.10.2023 um 16:25 Uhr (Zitieren)
Manchmal liegt es womöglich auch nur am Dilettantismus der Verantwortlichen:

Demnach habe "eine Anhäufung gravierender Rückschläge" bei der IT-Systemumstellung des ERPs in den letzten Monaten zu schwerwiegenden Problemen bei der Auslieferung und Rechnungsstellung geführt. (Börsenblatt 12.10.2023)



Nebenbei, erscheint es nur mir abenteuerlich, dass die Vereinssatzungen vorsehen, dass der Aufsichtsrat mit Zweidrittelmehrheit Satzungsänderungen des Vereins einschließlich des Vereinszwecks vornehmen kann?
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 18:16 Uhr (Zitieren)
Die Aussage des Börsenblatts kann ich bestätigen: Der Terentius Varro ist noch geliefert worden, aber zwei Monate lang konnte ein Problem mit der Rechnung nicht geklärt werden. Wenn man kein Geld über Rechnungen hereinbekommt, muß das tödlich sein.
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 16.10.2023 um 18:55 Uhr (Zitieren)
An filix:

Die Satzung, die mir vorliegt (aus dem Jahr meines Beitritts: 1968), erwähnt keinen Aufsichtsrat, sondern einen Vorstand, der mit zwei Dritteln seiner Mitglieder die Satzung ändern kann.
Daneben ist eine Mitgliederversammlung vorgesehen, die allein (mit 2/3-Mehrheit) über die Auflösung des Vereins entscheiden kann.
In 55 Jahren habe ich keine Mitgliederversammlung erlebt; ich weiß allerdings auch nicht, ob die damalige Satzung heute noch Gültigkeit besitzt.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 16.10.2023 um 20:14 Uhr (Zitieren)
§12 Satzungsänderungen

Der Aufsichtsrat entscheidet über Satzungsänderungen des Vereins (einschließlich des Vereinszwecks) durch Beschluss. Für einen solchen Beschluss ist eine Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrates erforderlich.


Quelle: https://www.wbg-wissenverbindet.de/satzung

So oder so würde man erwarten, dass die Mitglieder in der fundamentalen Frage des Vereinszwecks und nicht bloß der Auflösung (welche Regel unverändert besteht) Mitspracherecht besitzen. Offenbar räumt aber § 40 des BGB sowohl die Bestimmungen des § 33 als auch von § 27 Abs. 3, worin die Satzungsänderungen durch Mitglieder bzw. u.a. die Auskunftspflicht geregelt sind, aus dem Weg.
Und wohl auch die Mitgliederversammlung.

Du wirst also vermutlich nie erfahren, was sich hinter der Formulierung "eine Anhäufung gravierender Rückschläge", welche man in einem Bulletin zum bald bevorstehenden Ableben trotz aller Bemühungen ärztlicher Kunst eher erwarten könnte als in einem Bericht zur gescheiterten Automatisierung von Kerngeschäftsprozessen eines wirtschaftlichen Vereins von der Größe eines mittleren Unternehmens, verbirgt.
Re: WBG insolvent
Bukolos schrieb am 17.10.2023 um 14:13 Uhr (Zitieren)
Die alleinige Verantwortung für die technischen Probleme möchte ich einem dilettantischen Management vorerst noch nicht zuschreiben (gravierende Probleme bei der IT-Umstellung hat es ja in den letzten Monaten selbst bei einem größeren deutschen Bankhaus gegeben), aber dass Umstellungen im IT-System tief im 21. Jahrhundert überhaupt ein unternehmerisches Wagnis darstellen können, erscheint schon bedenklich.

Wie es um die Verpflichtung steht, die der Vorstand seinen Mitgliedern gegenüber empfindet, zeigt er allerdings recht deutlich, wenn er diese weder am Tag, an dem er den Insolvenzantrag gestellt hat, noch am nächsten, als in den Medien darüber berichtet wurde, sondern erst vier Tage später informiert.

Dazu passt, dass auch in den Vertröstungsschreiben auf meine schriftlichen Nachfragen zu fehlerhaften Rechnungen nie ehrlich technische Schwierigkeiten, sondern nur eine hohe Zahl an Anfragen als Ursache für ein Ausbleiben weiterer Reaktion angegeben wurde.
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 17.10.2023 um 15:03 Uhr (Zitieren)
Mit Problemen bei der Systemumstellung können m.E. nicht nur IT-Probleme gemeint sein.
Das Ganze fing ja für uns erkennbar vor etlichen Monaten damit an, daß die WBG ihre Telephonverbindung für Kunden/Mitglieder abgeschafft hat. Alles, was man bis dahin innerhalb von Minuten hatte klären können, blieb jetzt dem schriftlichen Kontakt überlassen - und der funktionierte, wie Du schreibst, überhaupt nicht. Letzteres mag dann mit IT-Problemen zusammenhängen; aber daß sich die Menge der schriftlichen Anfragen stark erhöht hat, hängt natürlich mit dem Kappen der Telephonverbindung zusammen.

Dieses konnte ich mir damals nicht anders erklären als durch Sparmaßnahmen (Reduzierung von Arbeitsplätzen). Für einen Händler, der vom Versand lebt, hielt ich es für hochgefährlich und eigentlich nur dadurch zu erklären, daß man sich schon damals in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand.

Ansonsten sind meine Erfahrungen die gleichen wie bei Dir. Ein Händler, der sein Rechnungswesen nicht mehr im Griff hat, ist am Ende.

Nachtrag:
Als ich 1968 bei der WBG eingetreten bin, war die deutsche Aristoteles-Ausgabe im Erscheinen begriffen - damals noch in Zusammenarbeit mit dem Ost-Berliner Akademie-Verlag. Heute, 55 Jahre später, ist diese Ausgabe immer noch nicht abgeschlossen; und nun spricht einiges dafür, daß sie das nie sein wird.
Da sich im Laufe der Jahre das Verhältnis von Text zu Kommentar von 50 : 50 auf 10 : 90 verschoben hatte, war ich sehr gespannt darauf, was das für die "Metaphysik" bedeuten würde. Über dieser Edition sind m.W. mehrere Herausgeber gestorben.
Re: WBG insolvent
Andreas schrieb am 17.10.2023 um 15:05 Uhr (Zitieren)
aber dass Umstellungen im IT-System tief im 21. Jahrhundert überhaupt ein unternehmerisches Wagnis darstellen können, erscheint schon bedenklich.

Das ist sehr bedenklich und zeigt die Anfälligkeit in diesem Bereich.
Server-Umzüge und neue Programme können problematisch sein,
wenn letztere nicht ausgereift
oder nicht ausreichend getestet wurden (Zeitdruck).
Unter Zeitdruck läuft schnell etwas schief.
Bei Boing hat es einst sogar zu Abstürzen geführt (Schubumkehr).
Je komplexer die Dinge werden, desto höher werden die Gefahren.
Alles hat seinen Preis überall und immer wieder.

Aus dem Boden gestampfte Impfstoffe können
nicht die Qualität haben wie welche mit langjährigen Studien.
PS.
BIONTECH geht auch die Luft allmählich aus.
Sie schreiben rote Zahlen, die Aktie fällt weiter.
Der Kurs hat sich binnen Jahresfrist fast halbiert.
Freuen kann sich aber auch hier jemand:
Der, der rechtzeitig verkauft hat oder PUT-Optionen hat,
die durch die Decke gehen können, wenn der Kurs weiter sinkt.
Man kann auch durch das Pech anderer reich werden- pervers, aber wahr.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 17.10.2023 um 15:52 Uhr (Zitieren)
Wenn das ERP-System dysfunktional ist, hilft auch der Mitarbeiter am Telephon nicht mehr weiter, da dieser bei über 60000 wenigstens einmal bestellenden Kunden pro Jahr auch nur damit arbeiten kann und individuelle Lösungen bloß zusätzlich ins Chaos führen. Es könnte sich also genau umgekehrt verhalten, er wurde möglicherweise eingespart, weil er die Erwartung, das Problem im persönlichen Gespräch zeitnah lösen zu können, mit den ihm zur Verfügung stehenden Werkzeugen ohnehin nicht mehr erfüllen kann. Die daraus resultierende frustierende Kommunikation zu unterbinden bzw. zu verschriftlichen, liegt nahe.
Re: WBG insolvent
filix schrieb am 17.10.2023 um 15:54 Uhr (Zitieren)
*frustrierende … Apropos, sollten wir wieder einmal nach der Implementierung der Editierfunktion fragen?
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 17.10.2023 um 17:37 Uhr (Zitieren)
Hm.
Erstens dient(e) die Hotline ja keineswegs nur zur Entgegennahme von Bestellungen, sondern auch - wie in meinem Falle und anscheinend auch dem von Bukolos - z.B. zur Klärung von Rechnungsfragen.
Zweitens habe ich nicht gesagt und auch nicht erlebt, daß Bestellungen nicht ausgeführt worden wären. Und mein Rechnungsproblem beruhte auf einem Irrtum meinerseits, wie sich schließlich herausstellte. Andere mögen es anders erlebt haben.
Was einfach überhaupt nicht funktionierte, war die Beantwortung von Anfragen. Und dieses Problem begann damit, daß auf den Rechnungen keine Telephonnummer mehr angegeben war, und es unter der früheren nur hieß: "Kein Anschluß unter dieser Nummer."

Übrigens sind wir jetzt gebeten worden: Bestellen! Bestellen! Bestellen!, um zu retten, was zu retten ist.

Du, wir stochern im Nebel.

***

Editierfunktion: Ja, wäre eine Hilfe. Vielleicht magst Du Dich mal an den Webmaster wenden, nachdem er meine letzte Anfrage nicht beantwortet hat.

Re: WBG insolvent
filix schrieb am 17.10.2023 um 18:18 Uhr (Zitieren)
Ich meinte auch nicht nur Bestellungen, sondern jede von einem telephonischen Kontakt begleitete, letztlich manuelle Korrektur von Fehlern, die das System produziert, mit Mitteln desselben. Aber ja, genug spekuliert, ich bestelle schließlich nur noch für die im Widerstand gegen die Gegenwart lebende Verwandtschaft.

Ich habe Albert eine Email geschickt.
Re: WBG insolvent
Andreas schrieb am 17.10.2023 um 18:39 Uhr (Zitieren)
ich bestelle schließlich nur noch für die im Widerstand gegen die Gegenwart lebende Verwandtschaft.

Wie sieht deren Widerstand aus?
Gegen welche Gegenwart?
Was bestellst du z.B.?
Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 17.10.2023 um 18:44 Uhr (Zitieren)
Ein Freund hat mir einen Artikel aus der FAZ online geschickt:
Caesar zog die Leser

Die alte Wissenschaftliche Buchgesellschaft

Die Nachricht von der Insolvenz der
Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, die freilich
nicht mehr so heißen wollte, sondern längst als
WBG mit dem Slogan „Wissen verbindet“ auf
breitere Käuferkreise zielte, ist geeignet, ältere
Altertumswissenschaftler und Lehrer
nostalgisch seufzen zu lassen. Jüngere dürfte sie
kaltlassen. Ihnen kann man zu erklären
versuchen, was einst der (längst eingestellte)
Jahreskatalog des als Buchklub betriebenen
Verlags bedeutete, der als bilderloses
bibliographisches Schatzhaus durchaus einen
Platz im Bücherregal verdiente – und zugleich
ein erbarmungsloses Kataster unrealisierter
Projekte war. Hier fanden sich über Jahrzehnte
Bücher zur Subskription, die also zu bestellen
waren, obwohl es lediglich einen Verlagsvertrag
gab. So wurde etwa zum „Mittellateinischen
Handwörterbuch“ unverdrossen Jahr um Jahr
verzeichnet, was Professor Langosch über den
Stand der Verzettelungsarbeiten mitteilte. Das
Werk erschien nie.
Geschichte und Metamorphosen des Hauses,
ausgehend vom Verein zur Bereitstellung von im
Krieg verloren gegangener
geisteswissenschaftlicher Literatur, sind in der
Wikipedia nachzulesen. Nicht nur machte die
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, als sie sich
noch WB abkürzte, ältere Arbeitsinstrumente
und Grundlagenwerke wieder zugänglich. Die
Serie „Die Altertumswissenschaft“, schlichte
weiße Paperbacks, bot anspruchsvolle
Einführungen aus kundiger Feder, etwa von
Manfred Fuhrmann zur antiken
Dichtungstheorie, Ernst Meyer zur lateinischen
Epigraphik oder Karl Christ zur römischen
Geschichte. Die „Wege der Forschung“ leisteten
eine Kanonisierung, wie sie als
Verständigungsgrundlage und Plattform für
neue Erkundungen zumindest in vielen
Geisteswissenschaften hilfreich war – und heute
angesichts der Flut von digital distribuierten
Titeln schmerzlich vermisst wird.
Die handlichen Bände mit ihrem soliden
hellgrauen Leineneinband versammelten ältere
und neuere, bisweilen auch dort erstmals
publizierte Aufsätze, die kennen musste, wer
sich zu dem jeweiligen Thema mit Anspruch auf
Gehör äußern wollte. Auch die internationale
Kommunikation wurde durch die WdF
erleichtert, erschienen doch fremdsprachige
Beiträge in fachkundigen Übersetzungen.
Einleitungen, Bibliographien und Register
machten die Bände zum Basislager der
heimischen Bibliothek; neben den zahlreichen
Titeln zu antiken Autoren sind die Sammlungen
zur griechischen Staatskunde, zur Sophistik,
zum römischen Porträt oder zum römischen
Kaiserkult zu nennen. Die von Helmuth
Schneider edierten Bände zur Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte der römischen Republik
beziehungsweise Kaiserzeit belebten gar die
Forschung maßgeblich, indem sie bis dahin
hierzulande wenig geläufige Studien und ihre
neuen Ansätze bekannt machten.
Unbestreitbar erschien unter der Ägide des
ersten Verlagsleiters Ernst Anrich auch
Problematisches; so erhielten durch ihren NS-
Aktivismus kompromittierte Philologen wie
Hans Oppermann und Hans Drexler
Gelegenheit, überpinselte Ergüsse zu den
ewigen Römerwerten und deren völkischem
Substrat unter solide begriffsgeschichtliche
Studien zu mengen. Christian Meier notierte in
einer kurzen Anzeige von „Das Staatsdenken der
Römer“ sarkastisch, wie es ihn befremdete, noch
1966 Drexlers Rektoratsrede von 1943
vorgesetzt zu bekommen, in der die „dignitas“
eines römischen Nobilis „gleich der
Ordensschnalle auf der Brust und gleich den
Achselstücken auf der Schulter“ gesetzt ist.
Ebenfalls höchst verdienstvoll waren die
„Erträge der Forschung“. Die Bände zu
Alexander oder zu Caesar brachten ihren
Verfassern wenig Ruhm, doch gewiss viel stillen
Dank. Und der Student, der zur Vorbereitung
auf ein Seminar über den spätantiken
Historiographen Ammianus Marcellinus über
Wochen mit dem sprachlich anspruchsvollen
Text rang, war froh, in Klaus Rosens EdF-Band
eine knappe und aktuelle Überschau zur
internationalen Forschung über den Autor zu
finden.
Später zeigte sich eine gewisse
Orientierungslosigkeit. Gewiss, man ging mit
der Zeit und in die Buchhandlungen, legte eine
Studienbuchreihe auf, die knapp vermitteltes
Wissen versprach („Geschichte kompakt“),
kaufte mit Theiss und Zabern zwei für
Archäologie renommierte Verlage dazu und
brachte Begleitbücher zu Ausstellungen mit
Hunderten von farbigen Abbildungen unfassbar
günstig unters Volk. Doch daneben standen
Dank. Und der Student, der zur Vorbereitung
auf ein Seminar über den spätantiken
Historiographen Ammianus Marcellinus über
Wochen mit dem sprachlich anspruchsvollen
Text rang, war froh, in Klaus Rosens EdF-Band
eine knappe und aktuelle Überschau zur
internationalen Forschung über den Autor zu
finden.
Später zeigte sich eine gewisse
Orientierungslosigkeit. Gewiss, man ging mit
der Zeit und in die Buchhandlungen, legte eine
Studienbuchreihe auf, die knapp vermitteltes
Wissen versprach („Geschichte kompakt“),
kaufte mit Theiss und Zabern zwei für
Archäologie renommierte Verlage dazu und
brachte Begleitbücher zu Ausstellungen mit
Hunderten von farbigen Abbildungen unfassbar
günstig unters Volk. Doch daneben standen
teure Übersetzungen wie der Band zur
Trajanssäule (F.A.Z. vom 12. August 2020), die
Prestige einbrachten, doch schon bald verbilligt
auf den Markt geworfen wurden. Zu hören ist
auch von horrenden Lizenzgebühren für
Einkäufe, die angesichts des Preiswettbewerbs
in den Buchläden keine Gewinne abwarfen. Die
von der Verlagsleitung geforderte Zahl an
jährlichen Neuerscheinungen trieb Lektoren in
die Resignation, und eine an sich
begrüßenswerte Initiative wie die „Edition
Antike“, eine Sammlung zweisprachiger
Ausgaben griechischer und lateinischer Texte in
gediegener Aufmachung, erwies sich als
zwiespältig, da schlampig gemachte Bände
Gelungenes überschatteten. In summa (und
noch vorläufig): Mitglied seit 1981, wieder ein
Stück Heimat verloren. Uwe Walter

Re: WBG insolvent
Γραικύλος schrieb am 11.11.2023 um 13:50 Uhr (Zitieren)
60000 Mitglieder statt 200000 wie früher. Eine verkaufte Auflage von 1200 Exemplaren gilt als großer Erfolg.
Die Kunden sind alte weiße Männer.
Sieht nicht gut aus.
 
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