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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Sappho an Phaon #3 (305 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 11.10.2023 um 16:09 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Ovid, Heroides XV:
[sed videt et Marti posse placere suo.
o nec adhuc iuvenis, nec iam puer, utilis aetas.]
O du Zierde, o du herrlicher Ruhm deiner Zeit!
Komm zu mir her, kehr heim in meine Buchten, du Schöner!
Liebe verlange ich nicht, lass dich nur lieben von mir!
Während ich schreibe, quellen die Tränen wie Tau aus den Augen.
Schau diese Stelle, wie hier Flecken auf Flecken sich häuft!
Wolltest du sicher hier weg, wäre ich nicht so beleidigt gewesen,
hättest du nur gesagt: „Mädchen aus Lesbos, ade!“
Meine Tränen nahmst du nicht mit und nicht meine Küsse,
schließlich befürchtete ich nicht meinen künftigen Schmerz.
Nichts behielt ich von dir, nur Unrecht [nil de te mecum est nisi tantum iniuria]. Und du besitzest
von der Geliebten kein Pfand, das dich erinnert an sie.
Aufträge gab ich dir nicht, ich hätte auch keine gegeben,
keinen außer dem, daß du mich niemals vergißt.
Bei Gott Amor schwöre ich dir, der mich nie lang im Stich läßt,
bei den neun Göttinnen auch mit ihrem göttlichen Schutz:
Als mir einer sagte: „Auf und davon ist dein Liebling [fugiunt tua gaudia]!“,
haben mir lange Zeit Tränen und Sprache versagt.
Tränen blieben den Augen fern und die Worte dem Gaumen,
und meine Brust war erstarrt in einem eisigen Frost.
Als der Schmerz sich dann wieder fand, da gab’s keine Hemmung:
Ich zerschlug mir die Brust, heulte, zerraufte das Haar,
so wie die liebende Mutter ihres entrissenen Kindes
leblose Leiche trägt hin zu der Scheiter Gerüst.
Freude zeigt mein Bruder Charaxus und bei meiner Trauer
bläht er sich auf und geht ständig vor mir auf und ab.
Und damit der Grund meines Schmerzes peinlich erscheine,
sagt er: „Was trauerst du denn? Lebt doch ihr Töchterchen noch [certe filia vivit]!“
Scham und Liebe vertragen sich schlecht. Alle möglichen Leute
sahen’s: Die Brust lag bloß, denn ich zerriß das Gewand.
Phaon, ich sehne nach dir mich, dich bringen die Träume mir wieder,
Träume, die heiterer noch sind als ein prachtvoller Tag.
Denn dort finde ich dich, selbst wenn die Entfernung so groß ist,
aber die Freuden des Schlafs dauern nicht sonderlich lang.
Oft scheint’s, daß deine Arme auf meinen Nacken sich legen,
oft auch, daß meinen Arm unter den deinen ich schob.
Küsse spüre ich, die du zu nehmen, zu geben geschickt warst,
wenn du, wie du’s gewohnt, mit deiner Zunge sie gabst.
Bisweilen schäkere ich und rede Worte, die täuschend
echt sind, während mein Mund wach bleibt mit all meinem Sinn.
Weiteres zu berichten, ist peinlich, doch alles geschieht jetzt,
und es macht Spaß, ich muß, bleib auf dem trockenen nicht.
Doch wenn Titan sich zeigt, sich selber und alles im Umkreis,
klage ich, daß der Schlaf wieder so bald mich verließ.
Wald und Höhle suche ich auf, als ob Höhlen und Wälder mir hülfen,
diese wissen genau um meinen Liebesgenuß.
Dorthin eil ich von Sinnen, als ob mich die irre Enyo
angerührt, ins Genick fällt mir das offene Haar.
Grotten sehe ich dort, gewölbt in löchrigen Tuffstein, -
Marmor der Mygdoner ist keineswegs schöner als sie –
finde den Wald noch dort, der oft uns Lager geboten
und in üppigem Laub düstere Stellen verbarg.

 
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