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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Sappho an Phaon #2 (287 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 10.10.2023 um 13:41 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Ovid, Heroides XV:
Wenn außer denen, die deiner Schönheit würdig erscheinen,
keine die Deine sein kann, kann keine Deine je sein.
Als du meine Werke lasest, schien ich dir schön noch,
und du schworest, nur mir sei auch ihr Vortrag vergönnt.
Damals sang ich, ich weiß noch, denn nichts vergessen Verliebte,
Küsse raubtest du mir, gabst sie mir, während ich sang.
Dieses lobtest du auch, ich gefiel dir in jeglicher Hinsicht,
aber am meisten dann, wenn uns die Liebe verband.
Damals freute es dich, wenn wir mitwillig scherzten, besonders,
wenn wir herumgetollt und uns mit Worten geneckt,
und, wenn die Lust von uns beiden ineins zusammengeströmt war,
wenn den ermatteten Leib tiefste Erschöpfung ergriff.
Nun aber winken als neue Beute die Mädchen Siziliens.
Was geht Lesbos mich an? Ich will Sizilierin sein!
Ach, schickt mir den Vaganten zurück von euerer Insel,
Mütter im nisischen Land, Frauen im nisischen Land!
Laßt euch nicht täuschen von den Lügen der schmeichelnden Stimme!
Was er jetzt euch sagt, hat er mir vorher gesagt
[quae dicit vobis, dixerat ante mihi].
Du auch, die du die Berge Sicaniens bewohnst, Erycina,
Göttin, ich bin nämlich dein, hilf deiner Dichterin jetzt!
Oder setzt das schlimme Geschick den begonnenen Lauf fort?
Bleibt es, bitter wie je, auf dem bisherigen Kurs?
Erst sechs Jahre alt war ich, als ich des Vaters Gebeine
auflas, viel zu früh, und mit den Tränen begoß.
In eine Dirne verliebte sich feurig mein Nichtsnutz von Bruder,
mit der Schande zugleich trug er den Schaden davon.
Schließlich verarmt durchkreuzt er mit flinkem Ruder die Hochsee,
Geld, das er übel verlor, holt er jetzt übel herein.
Mich auch haßt er, weil ich so oft ihn gutmütig warnte.
Das hat mein Freimut gebracht, das mein besorgtes Gespräch.
Und als ob mir’s nicht fehlte an endlos bedrückenden Nöten,
häuft mein Töchterchen an, was es an Sorgen schon gibt.
Endlich kommst du noch hinzu als Anlaß zu unserer Klage,
nicht mit günstigem Wind segelt mein Nachen dahin
[non agitur vento nostra carina suo].
Sieh, mein offenes Haar fällt zerzaust mir über den Nacken,
und meine Finger umschließt auch nicht ein leuchtender Stein.
Schäbig das Kleid, das ich trage, kein Gold ist zu sehn in den Locken,
nicht, was Arabien uns schenkt, habe ich in meinem Haar.
Ach, für wen dieser Aufwand, für wen mich bemühn zu gefallen?
Er, der einzige Mann meiner Bemühung ist fort.
Weich ist mein Herz und für leichte Geschosse ist es verletzlich
[molle meum levibusque cor est violabile telis],
immer gibt’s einen Grund, daß ich mich ständig verlieb’,
sei’s daß die Schwestern bei meiner Geburt dies Gesetz mir erließen
und kein grämlich Gespinst mir für das Leben gereicht,
sei’s daß die Studien mein Wesen bestimmten und mir Thalia,
Lehrerin meiner Kunst, sanfte Gemütsart verlieh.
Wunderst du dich, wenn mich das Alter des keimenden Bartflaums
lockte, die Zeit, wo der Mann fähig zur Liebe schon ist?
Daß du den statt Cephalus raubtest, Aurora, so dacht ich –
Tätest es auch, doch dich fesselt dein früherer Raub.
Würde Phoebe, sie, die alles erblickt, ihn erblicken,
schliefe auf ihren Befehl Phaon den ewigen Schlaf.
Venus hätt ihn im Elfenbeinwagen zum Himmel gefahren,
doch sie sah, auch ihr Mars fände Gefallen an ihm.
O noch nicht Mann und nicht mehr Knabe – welch köstliches Alter!
[sed videt et Marti posse placere suo.]

 
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