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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Wie hat Hannibal die Elefanten über die Rhône geschafft? #2 (304 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.10.2023 um 13:43 Uhr (Zitieren)
Polybios, Historien III:
45. [...] Hannibal aber schob an dem auf die Heeresversammlung folgenden Tage gleich bei Tagesanbruch seine gesamte Kavallerie in Richtung auf das Meer vor [sc. an die Mündung der Rhône], um den Abmarsch seines Heeres zu decken, während er das Fußvolk aus dem Lager in Marsch setzte. Er selbst wartete noch auf die Elefanten und die mit diesen zurückgebliebenen Leute. Das Übersetzen der Tiere aber ging auf folgende Weise vor sich.

46. Nachdem sie mehrere Flöße gebaut hatten, die genau aneinander paßten, banden sie zwei von diesen mit starken Tauen aneinander und befestigten beide, die zusammen eine Breite von etwa fünfzig Fuß hatten, am Ufer. Mit diesen verbanden sie an der Außenseite eng anschließend andere, so daß sich der gleichsam eine Brücke bildende Bau in den Fluß hinein erstreckte. Die Seite gegen die Strömung sicherten sie durch Taue vom Land her, die sie an den am Ufer stehenden Bäumen befestigten, damit das ganze Werk zusammenhielte und nicht von der Strömung abgetrieben würde. Nachdem sie die ganze in den Fluß getriebene Brücke gegen zwei Plethren lang gemacht hatten, legten sie dann an die letzten Flöße zwei weitere, die besonders haltbar gebaut und untereinander ganz fest, mit den anderen aber so verbunden waren, daß die Stricke leicht durchhauen werden konnten. An diese banden sie eine Anzahl Seile, mit denen die Boote sie ins Schlepptau nehmen und, ohne sie abtreiben zu lassen, sondern sie sicher gegen die Strömung festhaltend, die Tiere auf den Flößen hinüberschaffen und ans andere Ufer setzen sollten. Danach brachten sie eine Masse Erde auf die Flöße, bis sie durch das Aufschütten eine ebene, mit der vom Lande zur Übergangsstelle führenden Straße gleich hohe und gleichfarbige Fläche geschaffen hatten.
Da nun die Tiere daran gewöhnt waren, den Indern bis zum Wasser stets zu gehorchen, aber durchaus nicht dazu gebracht werden konnten, ins Wasser hineinzugehen, führten sie sie über diesen Damm, zwei weibliche Tiere voran, weil diesen die anderen ohne weiteres folgten. Als sie die Tiere bis auf die letzten Flöße gebracht hatten, hieben sie die Taue durch, mit denen sie an den anderen befestigt waren, zogen mit den Booten die Seile an und rissen schnell die Flöße mit den auf ihnen befindlichen Elefanten vom Damm weg. Dadurch gerieten die Tiere anfangs in Unruhe, drehten sich hin und her und suchten nach allen Seiten einen Ausweg; da sie sich aber überall vom Strom umgeben sahen, gaben sie es auf und blieben wohl oder übel auf ihrem Fleck.
Indem auf die gleiche Weise immer zwei Flöße an die anderen gefügt wurden, gelang es, die meisten Tiere hinüberzubringen. Einige aber stürzten sich aus Angst mitten auf der Fahrt in den Fluß. Deren Führer kamen sämtlich um, während die Elefanten gerettet wurden. Denn infolge ihrer Stärke und der Größe ihrer Rüssel, die sie über das Wasser emporhielten, so daß sie atmen konnten, und mit denen sie zugleich alles Wasser, das sie schluckten, wieder ausbliesen, hielten sie stand, obwohl sie das längste Stück unter Wasser hoch aufgerichtet gehen mußten.

47. Nachdem die Elefanten übergesetzt waren, marschierte Hannibal mit den Tieren und den Reitern, mit denen er die Nachhut bildete, stromaufwärts vom Meere her in östlicher Richtung ins Binnenland Europas.
[...]

(Polybios: Geschichte. 2 Bände. Eingeleitet und übertragen von Hans Drexler. Zürich/Stuttgart 1961; Bd. 1, S. 235-237)
 
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