In der Selbstdarstellung Salmanassars III.
https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=9810
werden babylonische Götter genannt, jedoch nicht Nabu. Er war der Schwiegervater von Sammuaramat.
Bei Adnad-narari III. taucht Nabu auf. Er war der Gatte von Sammuramat.
Auch bei ihrem Sohn kommt er vor.
Das
beweist nicht den Einfluß Sammuramats, läßt ihn aber als möglich erscheinen.
Ginge es bei Nabu um den Schriftgott, der im Zusammenhang mit Deportationslisten steht, so wäre das m.E. nicht nur ein merkwürdiges Motiv für die Etablierung eines Gottes, sondern diese hätte auch schon früher stattfinden können.
Daß der Volksglaube dem amtlichen vorausging, wußte ich nicht.
Mir geht es aber darum, einen Grund dafür zu finden, daß die Sammuramat in der Semiramis-Version eine solch außergewöhnliche Popularität erlangt hat, daß man ihr alles mögliche (Äthiopien-Feldzug, Indien-Feldzug, Gründung Babylons, die berühmten Gärten) zugeschrieben hat.
Mythen, gewiß, aber hat in der Person dieser Frau etwas gelegen, das diese Mythen entzündet hat? Und wenn ja: was war es?
Für antike Frauen fällt mir nur ein einziges weiteres Beispiel ein: die skythischen Kriegerinnen, die zu den vielen, vielen Geschichten um die Amazonen geführt haben.