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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Geschichte der Semiramis #13 (280 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 30.09.2023 um 14:59 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Diodorus Siculus II 4-11; 13 f.; 16-21:
Alles eilte nun fliehend zu der Brücke, und da sich dort eine solche Menge auf einem engbegrenzten Platze zusammendrängte, wurden viele aus dem Heere der Königin von den eigenen Leuten niedergetrampelt und zerdrückt und starben ganz sinnlos, Fußsoldaten wie Reiter. Als aber dann auch noch die Inder angriffen, kam es auf der Brücke selbst zu einem gewaltigen Gedränge angstvoller Menschen, so daß viele zu beiden Seiten herabstürzten und ins Wasser fielen.

Nun ließ Semiramis, als der größte Teil von den aus der Schlacht Zurückgekommenen über den Fluß in Sicherheit war, die Taue kappen, welche die Brücke zusammenhielten. Mit deren Auflösung brach das Gefüge der Pontons in viele Teile auseinander und diese, bereits mit nachfolgenden Indern vollbesetzt, wurden durch die Gewalt der Strömung davongetragen, so daß es viele der ihren in die Tiefe riß. Auf diese Weise war ein Überschreiten des Flusses durch sie verhindert und Semiramis so gut wie in Sicherheit.

Denn nach solchen Ereignissen setzte der König der Inder den Kampf nicht weiter fort. Ihm war nämlich ein Vorzeichen am Himmel erschienen und die Seher machten ihm klar, dies bedeute, es sei ihm nicht gestattet, über den Fluß zu gehen. Semiramis aber ließ die Gefangenen austauschen und kehrte nach Baktra zurück. Zwei Drittel ihres Heeres hatte sie verloren.

20. Einige Zeit später trachtete ihr der eigene Sohn Ninyas mit Hilfe eines Eunuchen nach dem Leben. Sie aber erinnerte sich an den Spruch des Ammonorakels und tat dem Attentäter kein Leid an. Ja, sie übergab vielmehr ihm sogar die Herrschaft und verpflichtete die Statthalter zum Gehorsam ihm gegenüber. Bald danach entzog sie sich selbst den Menschen, so als sei sie dem Spruche gemäß zu den Göttern entrückt.

Einige von den Mythenerzählern allerdings sagen, sie habe sich in eine Taube verwandelt: Als sich einmal eine große Schar von ihnen vor ihrem Palaste niederließ, sei sie mit diesen davongeflogen. Aus diesem Grunde auch genießen die Tauben bei den Assyrern göttliche Verehrung, denn in ihnen vergöttern sie ja Semiramis. Sie starb im 62. Lebensjahr, nachdem sie über ganz Asien außer Indien geherrscht hatte; Königin war sie 42 Jahre gewesen.

Dies erzählt Ktesias aus Knidos. Athenaios und einige andere Schriftsteller behaupten, es handle sich bei ihr nur um eine hübsch aussehende Hetäre, in die sich der König von Assyrien wegen ihrer Schönheit verliebte.

Ihr Ansehen im Palast sei anfangs gering gewesen, doch sei sie später als rechtmäßige Gattin des Königs anerkannt worden und habe diesen überreden können, ihr für fünf Tage die Herrschaft zu übertragen.

Sobald sie aber nun Szepter und königliches Gewand hatte, habe sie am ersten Tage ein Gastmahl mit gewaltigem Gelage abgehalten, in dessen Verlauf sie die Heerführer und alle bedeutenden Leute im Staate so weit brachte, daß sie mit ihr gemeinsame Sache machten. Am zweiten, als Volk und Adel ihr wie einer rechtmäßigen Herrscherin huldigten, habe sie den Gatten ins Gefängnis geworfen und die Regierung selbst übernommen, wagemutig und unternehmungslustig wie sie war. Und von da an habe sie bis ins hohe Alter geherrscht, wobei sie vieles Großes leistete.

Solche Widersprüche bezüglich der Taten der Semiramis bestehen bei den Geschichtsschreibern.

21. Nach ihrem Tode übernahm Ninyas, der Sohn von Ninos und Semiramis, ohne Schwierigkeiten die Regierung und herrschte friedlich. Er hatte an Krieg und Gefahren nach Art seiner Mutter nicht das geringste Interesse

und verließ fürs erste sein Leben lang seinen Palast nicht. Niemand außer Beischläferinnen und Eunuchen seiner Umgebung bekam ihn je zu Gesicht. Sein Sinn war nur auf Vergnügen und Zerstreuung gerichtet, und weder von Sorgen noch von Not wollte er etwas wissen. Kurz, für ihn bestand der höchste Inhalt einer erstrebenswerten Königsherrschaft darin, unbehindert jeder Art von Genuß frönen zu können.
[...]

(Diodoros: Griechische Weltgeschichte. Buch I-X, 1. Teil. Hrsg. v. Gerhard Wirth und Thomas Nothe. Stuttgart 1992, S. 138-157)

Wie schon gesagt, dieser Bericht geht auf die "Persika" des Ktesias zurück; es steckt viel Phantasie darin, die zu entzünden die Syrerin Sammuramat offenbar imstande war.
 
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