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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Geschichte der Semiramis #9 (285 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.09.2023 um 15:53 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Diodorus Siculus II 4-11; 13 f.; 16-21:
14. Danach aber durchzog sie Persien und alle anderen Landstriche ihres Herrschaftsbereiches in Asien. Überall zerstörte sie steilaufragende Berge und legte kostspielige Straßen an, während sie in den Ebenen Hügel aufschütten ließ. Dies tat sie, teils um ihren toten Heerführern Grabstätten zu bereiten, teils um auf den Erhebungen Städte anzulegen.

Und auch wenn sie ein Feldlager aufschlug, pflegte sie jeweils kleinere Hügel zu errichten, auf denen sie ihr eigenes Zelt aufstellen ließ, um von dort aus das Heer im Auge zu behalten. So ist denn bis auf den heutigen Tag vieles von dem erhalten geblieben, was sie einst schuf, und wird „Werk der Semiramis [Σεμιράμιδος ἔργα] genannt.

Später durchzog sie auch ganz Ägypten, unterwarf große Teile Libyens und kam bis zum Heiligtum des Ammon, um den Gott wegen ihres Todes zu befragen. Wie es heißt, erhielt sie die Antwort, sie werde der Welt entrückt und in Asien bei einigen Völkern als Gottheit verehrt werden: All dies aber werde sich zutragen, wenn ihr der eigene Sohn Ninyas eines Tages nach dem Leben trachte.
Von da aus kam sie nach Äthiopien, eroberte davon den größten Teil und sah sich die Merkwürdigkeiten des Landes an. Es soll dort einen See geben, viereckig von Gestalt und etwa 160 Fuß an Umfang. Sein Wasser ist zinnoberfarbig und von äußerst angenehmem Geruch, nämlich einem alten Wein. Eigenartig aber sei dessen Wirkung: Wer nämlich davon trinke, der gerate in Raserei und bekenne offen alle von ihm begangenen Untaten, die man noch nicht entdeckt habe. Erzählungen solcher Art freilich wird man nur schwer Glauben schenken.
[...]

16. Nachdem sie die Dinge in Äthiopien wie auch in Ägypten geregelt hatte, kehrte sie nach Baktra in Asien zurück. Da ihr riesige Truppenmassen zur Verfügung standen und sie eine lange Friedenszeit hinter sich hatte, packte sie der Ehrgeiz, eine glänzende Kriegstat zu vollbringen.
Als sie daher vernahm, das Volk der Inder sei das stärkste der Erde und bewohne dazu noch das größte, schönste Land, beschloß sie den Zug nach Indien, wo um diese Zeit König Stratobates herrschte; dieser besaß eine unzählbare Menge Soldaten, dazu stand ihm eine große Zahl Elefanten zur Verfügung, glänzend mit allem ausgerüstet, um im Kampf Schrecken zu verbreiten.

Indien nämlich ist ein Land von besonderer Schönheit. Von vielen Flüssen durchzogen, wird es überall bewässert und bringt jedes Jahr doppelte Ernten hervor. Daher gewährt es auch an den zum Leben notwendigen Dingen genügend, so daß seine Bewohner stets Nahrung in Fülle haben. Und wie man berichtet, hat es dort, weil die klimatischen Bedingungen so gut sind, noch nie Hungersnot oder Mißernten gegeben.

Auch gibt es dort eine ungeheuere Menge von Elefanten, die an Körperkraft und Stärke den libyschen weit überlegen sind, dazu Gold, Silber, Eisen und Erze, und obendrein hat das Land eine Fülle vielfältiger Edelsteine sowie an all jenen anderen Dinge, die zu Luxus und Wohlleben führen.

Semiramis ließ sich, als sie von all dem Genaueres hörte, verleiten, die Inder mit Krieg zu überziehen, obwohl man ihr von deren Seite gar nichts zuleide getan hatte.

Da sie erkannte, daß sie zu ihrem Unternehmen ein großes Heer brauche, schickte sie Boten in die Garnisonen, um den Kommandanten zu befehlen, die besten von den jungen Leuten auszuheben. Deren Zahl richtete sich jeweils nach der Größe des einzelnen Volkes. Auch gab sie allgemeinen Befehl, neue Rüstungen herzustellen und in drei Jahren auch in anderen Dingen bestens ausgestattet sich in Baktra einzufinden.

Sie holte Schiffsbauer aus Phönizien, Syrien, Cypern und den anderen Küstenländern zusammen, gab ihnen genügend Bauholz und ließ sie zerlegbare Flußschiffe herstellen.

 
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