Der babylonische Götterkosmos dürfte ca. 2500 Götter umfaßt haben, von denen etwa 500 namentlich bekannt sind. Den Kern bildeten die Großen Zwölf. Ein Vielfaches dieser Zahl machten die Dämonen aus, unter denen „die bösen Sieben“, die „Kinder des Anu“, „gezeugt in den Bergen des Westens“, herausragten.
(Petra Eisele: Babylon. Bern/München 1980, S. 248)
(1) Ea (sumerisch Enki), Sohn des Enlil, Gott des Wassers, der Weisheit und der Magie
Was denkt sich der Mensch nicht alles aus um
die Unbilden seiner Lebenswelt zu erklären.
Für jedes Elend gibt es einen Dämon oder böswillige Gottheit.
Doch was helfen alle Erklärungen, wenn man
nichts dagegen machen kann.
Bleibt nur die Hoffnung, das ausgedachte Mittel
zufällig wirken, die Chance ist immer 50:50.
Auf dieser Überlegung beruhen alle Religionen
und deren Vertreter, die gut und bequem davon leben.
Wenns schief läuft, war es eben der irrevokable Wille der Götter,
die schon ihre Gründe haben werden
oder einfach Spaß daran haben, wie die Menschheit in ihrer
Naivität oder Hybris immer wieder auf die Schnauze fällt.
Haben die Marrokaner bei Allah etwas falsch gemacht,
wenn sogar Moscheen vom Erdbeben
nicht verschont bleiben wie weiland Kirchen
beim Erdbeben von Lissabon (1755), während das Rotlichtviertel
kaum etwas abbekam?
Wer weiß schon, was in göttlichen Gehirnen vorgeht.
Re: Die bösen Sieben
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 10.09.2023 um 14:22 Uhr (Zitieren)
Ich denke, man sollte nicht allzu leichtfertig den Stab über diese Vorstellungen und Glaubenssätze langvergangener Generationen brechen, sich ihnen gar voraus fühlen und/oder auf die eigene Aufgeklärtheit etwas einbilden.
Auch heute noch werden unverstandene/unverständliche Erscheinungen, die das Leben einer menschlichen Gruppierung (oder einer Vielzahl davon) negativ (be)treffen, nur zu gerne mit dem Walten verborgener Mächte "erklärt", die manchmal sich sogar zusammenschließen, um das Verderben aller anderen ins Werk zu setzen.
Der Mensch hat offenkundig eine Neigung, sich auf diese Weise seiner Verantwortung zu entziehen ... dabei hätte er ja, um das Thema eines anderen Fadens aufzugreifen, doch nur besser und regelmäßig die Zähne putzen müssen ;-)