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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Gottes Geschmack (412 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.09.2023 um 12:14 Uhr (Zitieren)
[...]
Herr, öffne du mir meine Lippen, so wird mein Mund dein Licht verkünden!
Denn Schlachtopfergaben gefallen dir nicht, und brächte ich Brandopfer dar, du möchtest es nicht.
Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist; ein zerknirschtes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verschmähen.
[θυσία τῷ θεῷ πνεῦμα συντετριμμένον, καρδίαν συντετριμμένην καὶ τεταπεινωμένην ὁ θεὸς οὐκ ἐξουθενώσει.]
[...]

[Psalm 51 (50) 17-19]
Re: Gottes Geschmack
Marcella schrieb am 07.09.2023 um 14:40 Uhr (Zitieren)
Oder so: (Einheitsübersetzung)

Schlachtopfer für Gott ist ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.

Einer der ersten und frühesten Gründe für mich, mich vom Christentum abzuwenden. In dem beschriebenen Zustand ist niemand überlebensfähig.

"Cor contritum" : Das abstoßende Bild erinnert an die gewaltsame mechanische Einwirkung aufs Herz, wie dies "Zerknirschen" - als ob ein großer Wagen drüber gefahren wäre.
Re: Gottes Geschmack
Andreas schrieb am 07.09.2023 um 16:21 Uhr (Zitieren)
Zur Schlachtopferkritik weitere Stellen:

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/kultkritik-at/ch/2b8f4aa8ad6d5cfeac581da781508bb9/

Die Kultkritik Jesu (Tempelaustreibung) war mit
ein Grund ihn loswerden zu wollen, weil geschäfts-
schädigend.
Wahrscheinlich würde er heute alle Devotionalienhändler
und Reliquiengeschäftemacher
zum Teufel jagen.
Man denke an die absurden Reliquien der
heiligen drei Könige im Kölner Dom.
Als ob es die Aufklärung und historisch-kritische Methode nie
gegeben hätte!
https://de.wikipedia.org/wiki/Dreik%C3%B6nigenschrein

https://www.welt.de/geschichte/article130259216/Wer-wirklich-im-Sarg-der-Heiligen-Drei-Koenige-liegt.html
Re: Gottes Geschmack
Marcella schrieb am 07.09.2023 um 19:01 Uhr (Zitieren)
Der Link sagt Interessantes über Schlachtopfer und abzulehnende Kulte; nichts aber über das Gottesmonster aus Psalm 51.
Re: Gottes Geschmack
Γραικύλος schrieb am 08.09.2023 um 09:12 Uhr (Zitieren)
Das sehe auch ich so; die Ablehnung von Schlachtopfern ist nicht das Entscheidende bei "Gottes Geschmack".
Re: Gottes Geschmack
Johannes schrieb am 08.09.2023 um 14:15 Uhr (Zitieren)
Die Frage ist, wie man interpretiert:
" zerknirschter Geist; ein zerknirschtes und zerschlagenes Herz"

Hier wäre das hebräische Original heranzuziehen
und der "Sitz im Leben" zu eruieren.

Vlt. meint es nur Demut und Bescheidenheit oder Reue
über Fehlverhalten im menschl. Miteinander.
Oder es geht um die menschl. Hybris.

Es wäre nicht das erste Mal, dass im Original
etwas ganz anderes gemeint ist als Übersetzungen wiedergeben.
Nur ein wissenschaftlicher Kommentar kann
hier Klarheit schaffen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_der_Psalmen#Kommentare

vgl:
https://www.katholisch.at/aktuelles/129458/die-erde-untertan-machen-und-andere-fehldeutungen-der-bibel

https://de.wikipedia.org/wiki/Dominium_terrae#
(unter Ideengeschichte)
Re: Gottes Geschmack
Γραικύλος schrieb am 08.09.2023 um 14:55 Uhr (Zitieren)
In der "Biblia Hebraica mit deutscher Übersetzung" finde ich die entscheidende Stelle so übersetzt:
"Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängstetes Herz, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen."
Dazu ein Verweis auf Psalm 34, 19: "Der Herr ist denen nahe, die zerbrochenen Herzens sind, die ein zerschlagenes Gemüt bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. Sela."

Es handelt sich also nicht, wie man meinen könnte, um ein durch unglückliches Schicksal zerbrochenes Herz, sondern um die Schuld der Sünde.

Und da stimme ich Marcella schon zu. Ich denke an das Introibo der Messe: Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.
Re: Gottes Geschmack
Johannes schrieb am 08.09.2023 um 16:45 Uhr (Zitieren)
Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.

Der Kontext ist also sozialschädliches Verhalten.
Sünde sondert ab, (zer)stört Gemeinschaft.

https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCnde#Etymologie

Schuld einreden, wo keine wirkliche ist,
ist typisch für Religionen um Erlösungsbedürfnisse
zu generieren und Erlösungsinstitutionen zu begründen,
die letztlich lukrative, bequeme Geschäftsmodelle sind.
Re: Gottes Geschmack
Γραικύλος schrieb am 08.09.2023 um 17:44 Uhr (Zitieren)
Sünde sondert ab, (zer)stört Gemeinschaft.

Sünde ist doch ein Verstoß gegen Gottes Gebote, und diese möchte ich nicht durchweg als gemeinschaftsstiftend bezeichnen. Wir hatten hier auch schonmal Zitate aus dem Deuteronomium, in denen es um den brutalen Umgang mit den Nachbarvölkern ging, was an Genozid grenzte. Daher kann man vielleicht sagen, daß es um die innerjüdische Gemeinschaft, das Volk Gottes, geht.
Re: Gottes Geschmack
Γραικύλος schrieb am 08.09.2023 um 19:31 Uhr (Zitieren)
Um eine Vorstellung von dem zu geben, was alles als Sünde gilt, möchte ich nochmals den Dodekalog (Exodus 34, 10-27) zitieren:
Er [sc. der Herr] entgegnete: „Siehe, ich schließe einen Bund! Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder vollbringen, wie sie auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschehen sind. Dann soll das ganze Volk, in dessen Mitte du lebst, das Wirken des Herrn sehen; denn erschütternd ist, was ich an dir tun werde.
Beachte genau, was ich dir heute gebiete: Siehe, ich vertreibe vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Hethiter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter!
(I) Hüte dich davor, einen Bund mit den Landesbewohnern einzugehen, in deren Gebiet du kommst, sonst könnten sie dir in deiner Mitte zum Fallstrick werden!
(II) Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Weihesteine zertrümmern, und ihre Kultpfähle umhauen!
Denn du sollst keinen fremden Gott anbeten. Der Herr heißt nämlich ‚Eifersüchtiger‘ und ist ein eifernder Gott.
(III) Darum darfst du mit den Landesbewohnern keinen Bund schließen. Sie treiben ja hinter ihren Göttern Unzucht und opfern ihnen und laden auch dich dazu ein, daß du von ihrem Opfermahl genießest.
Aus ihren Töchtern darfst du für deine Söhne keine Frauen nehmen; denn diese buhlen hinter ihren Göttern her und bringen auch deine Söhne dazu, hinter ihren Göttern her Unzucht zu treiben.
(IV) Du sollst dir keinen Gott aus Gußmetall machen!
(V) Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten! Sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich dir befohlen habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten ausgezogen.
(VI) Alle Erstgeburt gehört mir; von deinem ganzen Viehbestand die männliche Erstgeburt vom Rind und Schaf.
Den Erstlingswurf vom Esel sollst du gegen eine Schaf auslösen; wenn du ihn aber nicht auslösen willst, so mußt du ihm das Genick brechen! Die Erstgeburt deiner Söhne sollst du auslösen; niemand soll vor mir mit leeren Händen erscheinen!
(VII) Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tage sollst du ruhen. Selbst in der Zeit des Pflügens und Erntens sollst du ruhen!
(VIII) Auch das Wochenfest sollst du feiern zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte und das Fest der Lese an der Jahreswende.
(IX) Dreimal im Jahre soll alles Männliche unter dir vor Gott dem Herrn, Israels Gott, erscheinen.
Denn ich will Völker vor dir vertreiben und deine Grenzen erweitern, und niemand soll dein Land begehren, während du hinaufziehst, um dreimal im Jahr vor dem Herrn, deinem Gott, zu erscheinen.
(X) Du sollst mein Opferblut nicht zusammen mit gesäuertem Brot darbringen! Das Opfer des Osterfestes soll bis zum andern Morgen nicht mehr da sein!
(XI) Das Beste von den Erstlingen deines Ackers sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen.
(XII) Du sollst ein Böcklein nicht mit der Milch seiner Mutter kochen!“
Der Herr sprach zu Moses: „Schreibe dir diese Worte auf! Denn auf Grund dieser Worte schließe ich mit dir und Israel einen Bund.“

Re: Gottes Geschmack
Bukolos schrieb am 08.09.2023 um 23:27 Uhr (Zitieren)
Die Sünden, die als Anlass zur vorliegenden Reuebekundung vorgestellt werden, finden sich indes im Dekalog:

Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durch das Schwert der Ammoniter. (2 Sam 12,9 LU17)
 
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