α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Babylonische Hemerologie (362 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 31.08.2023 um 23:37 Uhr (Zitieren)
Eine Hemerologie ist ein Verzeichnis der Tage mit guten und schlechten Vorzeichen. Das folgende Beispiel enthält Anweisungen für die ersten neun Tage des Monats Taschritu:
Am 1. Tag soll er sich auf einem Feld dem Sturmwind nicht aussetzen. Knoblauch soll er nicht essen: Herzkrampf würde er bekommen.

Am 2. Tag soll er nicht auf ein Dach steigen: Ardat Lili [ein Dämon] würde ihn finden. In eine Grube soll er nicht hinabsteigen: Das Böse würde ihn finden. Gebratenes Fleisch soll er nicht essen: Er würde mit Aussatz überdeckt werden.

Am 3. Tag soll er sich nicht einer Frau nähern: Die Frau würde ihm seine Manneskraft nehmen. Fisch soll er nicht essen; es ist eine Unehrerbietigkeit: Ein Krokodil würde ihn anfallen. Datteln soll er nicht essen: Er würde magenkrank werden. Ein Sesamfeld soll er nicht bewässern: Die Sesamraupe würde ihn überkommen. Eine Frau soll ihn nicht suchen: Sein Vorhaben würde nicht glücken.

Am 4. Tag soll er einen Fluß nicht überqueren: Seine Vollkraft würde ihm entfallen. Nach auswärtigen Orten soll er nicht gehen: Ein Feind würde ihn bekämpfen. Rind-, Ziegen- und Schweinefleisch soll er nicht essen: Kopfschmerzen würde er bekommen. Den Ort, auf dem ein Esel umhergelaufen ist, soll er nicht betreten: Er würde Ischias bekommen.

Am 5. Tag soll er nicht in einen Obstgarten gehen: Igi-sig-sig, der Gärtner Enlils, würde ihn treffen. Senfkraut soll er nicht essen: Der Schiku [ein Dämon] würde ihn greifen. Den Platz, auf dem ein Mörser niedergesetzt ist, soll er nicht betreten: Er würde an der Wassersucht erkranken.

Am 6. Tag soll er keinen Streit machen. Die Toilette soll er nicht betreten: Der Rabizu [ein Dämon] würde ihn treffen. Ziegenfleisch soll er nicht essen: Mamitu [ein Dämon] würde ihn treffen.

Am 7. Tag soll er von allerlei nicht essen: Es ist ein Tabu von Ninurta und Ninegal. Er soll nicht schwören: Die Gottheit würde ihn treffen.

Am 8. Tag soll er reine Wäsche anziehen und sich reinigen. Dem Wesir möge er Freude schenken. Ein Trankopfer möge er nehmen. Seine Nahrung möge er vor seinen Göttern niedersetzen: Dann wird Ninegal bei Ninurta Fürsprache für ihn halten.

Am 9. Tag soll er ein Opfer bringen: Seine Nahrung möge er niedersetzen; in den Himmel und auf die Erde möge er sein Auge strahlen lassen; das ganze Jahr möge das Böse sich ihm nicht nähern.

Und in dieser Weise für alle Tage des Jahres!

(Petra Eisele: Babylon. Bern/München 1980, S. 239 f.)
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: kapitolinische Wölfin

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.