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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Curtius Rufus über die Begegnung der Thalestris mit Alexander (362 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.08.2023 um 00:09 Uhr (Zitieren)
Q. Curtius Rufus, Geschichte Alexanders des Großen VI 5:
[...] Wie oben gesagt wurde, grenzte an Hyrkanien das Volk der Amazonen, die um den Fluß Thermodon die Gefilde von Themiskyra bewohnen. Ihre Königin war Thalestris, welche über alle Amazonen zwischen dem Kaukasos und dem Flusse Phasis herrschte. Diese wollte Alexander sehen, verließ die Grenzen ihres Reiches und schickte, als sie nicht mehr fern war, Botschaft voraus, die Königin sei gekommen, mit dem Wunsche, ihn zu sehen und kennenzulernen. Nachdem ihr sofort Erlaubnis zu kommen erteilt worden war, befahl sie ihrem übrigen Gefolge, Halt zu machen; sie selbst näherte sich von dreihundert Frauen begleitet. Sobald sie aber den König erblickten, sprang sie vom Pferd, zwei Lanzen in der Rechten haltend. Das Gewand der Amazonen bedeckt nicht den ganzen Körper, sondern die linke Seite bis zur Brust ist nackt, das übrige dann verhüllt; doch fallen die Falten des Gewandes, das sie in einen Knoten zusammenknüpfen, nicht über die Knie hinab. Die eine Brust bleibt unversehrt, um daran die Kinder weiblichen Geschlechts zu nähren, die rechte wird ausgebrannt, um leichter den Bogen spannen und Geschosse schleudern zu können. Mit unerschrockener Miene schaute Thalestris den König an und musterte eingehend seine Gestalt, die keineswegs dem Ruhm seiner Taten zu entsprechen schien. Denn alle Barbaren empfinden vor einer majestätischen Körpergestalt Ehrfurcht und halten dagegen niemand für großer Taten fähig, den die Natur nicht mit einem ausgezeichneten Äußern gewürdigt hat. Auf die Frage, ob sie etwas von ihm zu erbitten wünsche, zögerte sie nicht zu gestehen, sie sei gekommen, mit dem Könige Kinder zu zeugen; sie sei es wert, daß er von ihr Erben eines Reiches empfange. Sei es ein Mädchen, so wolle sie es selbst behalten, einen Knaben aber dem Vater zurückgeben. Alexander fragte sie, ob sie mit ihm in den Krieg ziehen wolle, doch sie gab vor, ihr Reich ohne Schutz zurückgelassen zu haben, und beharrte bei ihrer Bitte, daß er sie nicht in ihrer Hoffnung getäuscht weggehen lassen möge. Die Frau, heftiger in ihrer Begierde als der König, veranlaßte ihn, einige Tage Halt zu machen, und nachdem 13 Tage auf Erfüllung ihres Wunsches verwendet waren, begab sie sich in ihr Reich, der König nach Parthiëne.

(Curtius Rufus: Alexandergeschichte. Herausgegeben von Gabriele John. Essen/Stuttgart 1987, S. 155 f.)

Optisch war Alexander für Thalestris also offenbar eine Enttäuschung.
 
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