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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Alexander und der Gordische Knoten #2 (371 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 10.08.2023 um 00:18 Uhr (Zitieren)
Iustinus: Auszug aus der Weltgeschichte des Pompeius Trogus II 7, 3-15:
Danach zog er [sc. Alexander] zu der Stadt Gordion, die zwischen Groß- und Kleinphrygien liegt.

Ihn ergriff die Begierde, sich dieser Stadt zu bemächtigen, nicht so sehr wegen der Beute, sondern weil er gehört hatte, dass in dieser Stadt im Tempel des Jupiter das Wagenjoch der Gordios aufgestellt sei und dass alte Orakelsprüche verkündet hätten, wenn jemand dessen Knoten löse, werde er über ganz Asien herrschen.

Grund und Ursprung dieser Prophezeiung war folgender: Während Gordios in dieser Gegend mit gemieteten Ochsen pflügte, begannen Vögel aller Art, ihn zu umfliegen.

Als er sich aufmachte, um die Vogelschauer [augures] der benachbarten Stadt zu befragen, begegnete ihm am Stadttor ein junges Mädchen von außerordentlicher Schönheit, und er erkundigte sich bei ihr, welchen Vogelschauer er am besten befragen solle.

Sie hörte, was der Anlass für die Befragung war, und da sie sich durch die Unterweisung ihrer Eltern auf diese Kunst verstand, gab sie zur Antwort, ihm werde eine Königsherrschaft prophezeit; und sie versprach ihm, dass sie sowohl seine Ehegefährtin als auch die Gefährtin seiner Hoffnung sein wolle.

Ein so schöner Vorschlag schien ihm das erste Glück auf dem Weg zur Herrschaft zu sein.
Nach der Hochzeit brach unter den Phrygern Zwietracht aus.

Als sie nun die Orakel über das Ende der Zwistigkeiten befragten, antworteten diese, für die Zwistigkeiten sei ein König vonnöten.
Als die Phryger ein zweites Mal anfragten, nun wegen der Person des Königs, erhielten sie den Befehl, denjenigen als König zu ehren, den sie bei ihrer Rückkehr als Ersten auf einem Wagen zum Tempel des Jupiter fahren sähen.

Entgegen kam ihnen Gordios, und sofort begrüßten sie ihn laut als König.

Jener stellte den Wagen, auf dem er gefahren war, als man ihm die Königsherrschaft übertragen hatte, im Tempel des Jupiter auf und weihte ihn der Königswürde.

Nach seinem Tod herrschte sein Sohn Midas, der von Orpheus in die heiligen Feiern eingeweiht wurde und Phrygien mit Kultbräuchen erfüllte, wodurch er sein ganzes Leben lang sicherer war als durch Waffen.

Als Alexander nun nach der Einnahme der Stadt in den Tempel des Jupiter kam, suchte er das Joch des Wagens.

Man zeigte es ihm, und da er die zwischen den Knoten versteckten Enden des Riemens nicht finden konnte [cum capita loramentorum intra nodos abscondita reperire non posset], erfüllte er den Orakelspruch auf ziemlich gewaltsame Weise: Er durchschlug mit seinem Schwert die Riemen und entdeckte so, als die Verschlingungen sich gelöst hatten, die in den Knoten verborgenen Enden.

(Iustin: Römische Weltgeschichte. 2 Bde. Hrsg. v. Peter Emberger und Antonia Jenik. Darmstadt 2015; Bd. 1, S. 178-181)
 
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