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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Wirtin vom Meer über den Sinn des Lebens (293 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.08.2023 um 00:04 Uhr (Zitieren)
Gilgamesch-Epos, 10. Tafel:

Gilgamesch ist auf der Suche nach der Unsterblichkeit.
O Gilgamesch, wohin willst du noch laufen?
Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden!
Denn als die Götter einst die Menschen schufen,
Da teilten sie den Tod der Menschheit zu,
Das Leben aber nahmen sie für sich!
Drum fülle dir, o Gilgamesch, den Bauch.
Ergötze dich bei Tage und bei Nacht,
Bereite täglich dir ein Freudenfest
Mit Tanz und Spiel bei Tage und bei Nacht!
Laß deine Kleider strahlend sauber sein,
Wasch dir das Haupt und bade dich in Wasser,
Blick auf das Kind, das an die Hand dich faßt,
Beglückt sei deine Frau an deiner Brust –
Denn solches alles ist des Menschen Lust!

(Helmut Uhlig: Die Sumerer. Ein Volk am Anfang der Geschichte. Bergisch Gladbach 1989, S. 145 f.)
Re: Die Wirtin vom Meer über den Sinn des Lebens
Andreas schrieb am 07.08.2023 um 13:37 Uhr (Zitieren)
Das erinnert an:
Was habe ich dann davon, dass ich in Ephesus, wie man so sagt, mit wilden Tieren gekämpft habe? Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot.

1 Kor 15,32
Re: Die Wirtin vom Meer über den Sinn des Lebens
Γραικύλος schrieb am 07.08.2023 um 23:47 Uhr (Zitieren)
Oh, von derlei Aussagen gibt es viele. Etwa hier, Ägypten, aus der Prolemäerzeit:
O mein Liebster, mein Gatte und Freund,
Hoherpriester,
ermüde nicht, zu trinken und zu essen,
trunken zu sein und zu lieben.

Feiere einen schönen Tag.
Folge deinem Herzen Tag für Tag.
Gib keine Sorge in dein Herz.
Was sind Jahre, die nicht auf der Erde sind.

Der Westen ist ein Land des Schlafs, dichter Finsternis,
der Wohnort derer, die dort sind,
die in ihren Särgen schlafen.

Sie erwachen nicht, ihre Geschwister zu sehen.
Sie schauen ihre Väter und Mütter nicht.
Ihre Herzen vergessen ihre Frauen und Kinder.

Das Wasser des Lebens, von dem sich alle Münder nähren,
ist für mich Durst.
Es kommt zu denen, die auf der Erde sind.
Für mich ist der Durst.

Wasser ist neben mir.
Ich kenne nicht die Stelle, an der es ist,
seit ich zu diesem Tal gelangt bin.

Gebt mir fließendes Wasser zum Trinken.
Sagt mir: Nicht fern sei Deine Majestät vom Wasser.
Wendet mein Gesicht zum Nordwind am Ufer des Wassers.
Ach, laßt mein Herz in seinem Leid erfrischt sein.

Was den Tod betrifft, so ist sein Name: Komm!
Alle, die er zu sich ruft,
kommen sofort zu ihm.
Ihre Herzen erschrecken aus Furcht vor ihm.

Es gibt keinen von Göttern und Menschen, der ihn erblickt,
und doch sind die Großen in seiner Hand wie die Kleinen.
Es gibt keinen, der seinen Wink abweisen könnte,
von sich und denen, die er liebt.

Er reißt den Sohn von seiner Mutter
Lieber als den Greis,
der in seiner Nähe herumgeht.

Alle Furchtsamen bitten vor ihm.
Er leiht ihnen nicht sein Ohr. Er kommt nicht zu dem, der ihm huldigt.
Er hört nicht auf einen, der ihn rühmt.
Er blickt nicht auf irgend etwas, das ihm geschenkt wird.

O ihr alle, die ihr zu diesem Land kommt,
weiht mir Weihrauch und Wasser an allen Festtagen des Westens.

(Altägyptische Liebeslieder. Hrsg. v. Siegfried Schott. Zürich 1950, S. 144 f.)
 
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