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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Pausanias, der Held von Plataiai, als Verräter #2 (384 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 23.07.2023 um 14:52 Uhr (Zitieren)
Diodorus Siculus, Bibliotheké XI 44-46:
Diese wollten indes, da ihnen die Briefe geöffnet übegeben worden waren, der Sache keinen rechten Glauben schenken und suchten nach einem weiteren überzeugenderen Beweis, worauf der Mann versprach, Pausanias durch ein persönliches Geständnis zu überführen.

Zu diesem Zweck begab er sich nach Tainaron, ließ sich dort als Schutzflehender am Heiligtum des Poseidon nieder und stellte ein Zelt mit zwei Räumen auf, in dem er die Ephoren und einige andere Spartaner versteckte. Als sich nun Pausanias bei ihm einfand und nach dem Grunde forschte, warum er um Schutz flehe, machte ihm der Mann wegen der im Briefe enthaltenen Anweisung, ihn zu töten, harte Vorwürfe.

Darauf erklärte Pausanias, daß ihm sein Verhalten leid tue, und bat um Verzeihung für sein Vergehen; er bat auch, die Sache geheim zu halten, und stellte große Geschenke in Aussicht, worauf sich beide trennten. Die Ephoren und ihre Begleiter verhielten sich damals, obschon sie die genaue Wahrheit erfahren hatten, völlig ruhig, später aber, als die Lakedaimonier zusammen mit den Ephoren die Sache in die Hand nahmen, da hatte Pausanias schon eine Zukunftsahnung, han-delte sogleich und floh in das Heiligtum der Athene Chalkioikos.

Während die Lakedaimonier noch schwankten, ob sie ihn als Schutzflehenden bestrafen sollten, soll die Mutter des Pausanias (2) sich zum Heiligtum begeben und nichts weiter gesagt und getan haben, als einen Ziegel aufzuheben, diesen an den Eingang ins Heiligtum zu legen und dann in ihr eigenes Haus zurückzukehren.

Die Lakedaimonier aber teilten, wie es heißt, die Entscheidung der Mutter, vermauerten den Eingang und zwangen dadurch den Pausanias Hungers zu sterben. Der Körper des Toten wurde den Angehörigen zur Bestattung übergeben, die Gottheit aber ließ ihr Mißfallen über die Mißachtung des Asylantenschutzes erkennen [ὁ θεὸς ἔδωκε χρησμὸν κελεύων ἀποκαταστῆσαι τῇ θεῷ τὸν ἱκέτην]:

Als nämlich die Lakedaimonier wegen gewisser anderer Dinge in Delphi das Orakel befragen, da befahl ihnen der Gott in einem Orakelspruch, man solle ihm den Schutzflehenden zurückgeben.

Die Spartaner, die den Orakelspruch für unausführbar hielten, wußten daher längere Zeit nicht, wie sie verfahren sollten, da sie ja dem Auftrag des Gottes nicht nachzukommen vermochten. Endlich beschlossen sie jedoch, soweit wie möglich das Ihre zu tun, sie ließen zwei eherne Statuen des Pausanias anfertigen und stellten die im Tempel der Athene auf.

46 Was uns betrifft, so pflegten wir in unserem gesamten Geschichtswerk den Ruhm guter Männer durch die beigefügten Lobesworte zu mehren, schlechten Menschen gegenüber bei ihrem Tode jedoch den gebührenden Tadel auszusprechen. So wollen wir die Gemeinheit und Verräterei nicht ungerügt lassen.

Denn wer möchte nicht über den Wahnwitz dieses Mannes betroffen den Kopf schütteln, der zum Wohltäter Griechenlands wurde, den Sieg bei Plataiai errang und auch sonst noch viele rühmliche Taten vollbrachte, dabei aber nicht nur sein augenblickliches Ansehen zu behaupten versäumte, sondern aus Wohlgefallen am persischen Reichtum und Luxus seinen bisherigen guten Ruf in Schimpf und Schande brachte?

Aufgebläht durch seine Erfolge, verabscheute er ja die spartanische Lebensweise und ahmte die Zuchtlosigkeit und den Luxus der Perser nach, er, der doch am wenigsten Grund hatte, barbarische Sitten zum Vorbild zu nehmen; denn nicht von anderen wurde er darüber belehrt, nein, er selbst konnte durch unmittelbare Berührung mit den Persern die Erkenntnis gewinnen, wie weit sich doch im Blick auf Mannestugend altväterliche Lebensart von persischem Luxus unterschied.

(Diodoros: Griechische Weltgeschichte. Buch XI-XIII. Hrsg. v. Otto Veh. Stuttgart 1998, S. 54-57)

(1) Theano
 
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