Der Mensch und das Schiff des Theseus #1 (281 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.06.2023 um 00:07 Uhr (Zitieren)
([Quelle: Sabine Hossenfelder, Mehr als nur Atome. Was die Physik über die Welt und das Leben verrät. München ²2023, S. 126-129)
(1) Vgl. Plutarch, Theseus 23 [Anm. Γ.]
(2) Ungenau zitiert; es heißt: “In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und wir sind nicht.“ (Fr. 49a DK) [Anm. Γ.]
(3) Von Heraklit ist nichts dergleichen nachgewiesen. Ist ein Zitat, in dem ein Wort nach dem anderen ersetzt wurde, bis keines der ursprünglichen Wörter mehr übrig ist, noch dasselbe Zitat? Die Antwort sei als Übung dem Leser überlassen.
Wie seltsam schon der erste Satz! Ich möchte doch sagen, der Mensch sieht sich als Subjekt an.
Re: Der Mensch und das Schiff des Theseus #1
Γραικύλος schrieb am 28.06.2023 um 15:13 Uhr (Zitieren)
Ich denke, daß Frau Hossenfelders Begriff von Identität - Konstruktionsplan, Information - sich ein Problem einhandelt:
Nehmen wir an, ein Wärter des Museums, in dem das Schiff des Theseus ausgestellt und nach und nach erneuert wird, nimmt aus nostalgischen Gründen die ausgemusterten Bestandteile mit nach Hause und baut sie dort in seinem Garten wieder zusammen. Beide Schiffe folgen dann demselben Konstruktionsplan und derselben Information. Haben wir damit nicht zwei identische Schiffe?
Stanislaw Lem hat in seinem Buch "Dialoge" (1957) dieses Problem anhand des Nachbaus eines bestimmten Menschen, Atom für Atom, diskutiert. Auf diese Weise könnte z.B. die Person Philonous auf der Straße sich selbst begegnen.
Philonous jedenfalls lehnt diesen Begriff von Identität ab.
Zur Anwendung auf den Menschen vgl. Hossenfelder in "Der Mensch und das Schiff des Theseus #2".