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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Geschichte der Medea #6 (365 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 17.06.2023 um 15:47 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Diodorus Siculus IV 45-55:
54 Nun haben wir all die Mythen, die über diesen Gott (= Herakles) erzählt werden, behandelt, müssen aber jetzt, was über Iason zu berichten übrig ist, noch hinzufügen. Es heißt nämlich, er habe über einen Zeitraum von zehn Jahren in Korinth gelebt und[,] mit Medeia vermählt, Kinder von ihr gehabt; die zwei ältesten, ein Zwillingspaar, waren Thessalos und Alkimenes, das dritte Kind und viel jünger als jene Tisandros.
Während dieser Zeit soll nach den Berichten Medeia von ihrem Gatten hochgeschätzt gewesen sein; sie war ja nicht nur durch Schönheit ausgezeichnet, sondern besaß auch noch den Schmuck der Klugheit und der anderen Tugenden. Späterhin jedoch, als die Zeit ihr mehr und mehr die angeborene Anmut raubte, soll Iason sich in Glauke, die Tochter Kreons (4), verliebt und um die Hand des Mädchens angehalten haben.
Nachdem ihr Vater sich damit einverstanden erklärt und bereits den Hochzeitstag festgelegt hatte, versuchte Iason zunächst, Medeia zur freiwilligen Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft zu bereden. Er wolle nämlich, wie er sagte, das Mädchen nicht deshalb heiraten, weil er seine Verbindung mit Medeia unter seiner Würde halte, sondern weil es ihn dränge, das Haus der Königs in verwandtschaftliche Beziehungen mit seinen Kindern zu bringen.
Die Frau war darüber empört und rief die Götter an, die Zeugen seiner eidlichen Versicherungen gewesen seien. Doch Iason soll sich über die Eide hinweggesetzt und des Königs Tochter geheiratet haben.
Darauf wurde Medeia aus der Stadt vertrieben, bekam indes von Kreon einen Tag Aufschub, um ihre Verbannung vorzubereiten. Da veränderte sie durch Zaubermittel ihr Aussehen, drang nachts in den Königspalast ein und steckte das Gebäude in Brand, in dem sie eine kleine Wurzel anlegte, die von ihrer Schwester Kirke gefunden worden war und die Kraft besaß, wenn einmal entzündet, nur schwer gelöscht werden zu können. Als nun plötzlich der Königspalast in Flammen stand, vermochte Iason zwar noch schnell herauszuspringen, doch Glauke und Kreon wurden vom Feuer erfaßt und fanden den Tod.
Hingegen berichten einige Geschichtsschreiber, daß die Söhne der Medeia der Braut mit Gift bestrichene Geschenke überbracht hätten; nachdem sie aber diese in Empfang genommen und um ihren Körper gelegt habe, sei sie sowohl selbst als auch ihr Vater, der ihr helfen wollte und ihren Körper berührte, ums Leben gekommen.
So hatte Medeia mit ihren ersten Anschlägen Erfolg, stand aber nicht, wie uns überliefert, von ihrem Racheplan gegen Iason ab, war sie doch in einem derartigen Zustand von Wut zugleich und Eifersucht, auch von Grausamkeit geraten, daß sie Iason, nachdem er der ihm wie seiner Braut drohenden Gefahr entgangen war, durch Mord an ihren gemeinsamen Kindern ins tiefste Unglück zu stoßen beschloß. Mit Ausnahme des einen Sohnes, der ihr entkam, machte sie die anderen nieder und flüchtete dann zusammen mit ihren treuesten Dienerinnen noch mitten in der Nacht aus Korinth, worauf sie sich zu Herakles nach Theben rettete; dieser hatte nämlich als Vermittler bei den Absprachen im Kolcherland ihr seine Hilfe zugesagt, wenn sie sich je vertragswidrig behandelt fühle.

(4) König von Theben
 
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