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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Geschichte der Medea #5 (344 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 16.06.2023 um 14:18 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Diodorus Siculus IV 45-55:
52 Wie es nun Nacht geworden und Pelias eingeschlafen war, soll Medeia die Mädchen unterrichtet haben, man müsse dessen Leib in einem Kessel kochen. Da sie aber diesem Befehl ablehnend begegneten, dachte sich Medeia ein anderes Beweismittel für die Glaubwürdigkeit ihrer Worte aus: Im Hause wurde ein alter Widder gehalten[,] und diesen wollte sie, wie sie den Mädchen ankündigte, zuerst kochen und so wieder in ein Lamm verwandeln.
Als sie auf diesen Vorschlag eingingen, zerstückelte Medeia, wie die Mythographen berichten, den Körper des Widders Glied für Glied, kochte diese und holte durch Betrug mit Hilfe gewisser Zaubermittel aus dem Kessel das Scheinbild eines Lammes heraus. Das erfüllte die Mädchen mit Staunen, sie waren überzeugt, die denkbar besten Beweise für die Richtigkeit von Medeias Zusage zu besitzen[,] und kamen ihren Anweisungen nach. Während aber alle anderen ihren Vater totschlugen, wollte sich Alkestis aus großer Ehrfurcht an ihrem Erzeuger nicht vergehen.
Medeia soll sich danach nicht an der Zerstückelung und dem Kochen der Leiche beteiligt, vielmehr den Vorwand gebraucht haben, sie müsse zum Mond (Mondgöttin Selene) beten; zu diesem Zwecke ließ sie die Mädchen mit Fackeln auf den Dachfirst des Königspalastes hinaufsteigen, während sie selbst viel Zeit damit verbrachte, ein langes Gebet in kolchischer Sprache herzusagen, und so den bereitstehenden Angreifern eine Pause schuf.
Infolgedessen begannen die Argonauten, die von der Warte aus das Feuer wahrgenommen hatten und glauben durften, daß die Ermordung des Königs geschehen sei, im Sturmschritt gegen die Stadt vorzugehen; sie drangen in den Mauerring ein, betraten mit gezückten Schwertern den Königspalast und machten alles nieder, was sich ihnen an Wachen entgegenstellte. Die Töchter des Pelias aber, die eben vom Dach herabgestiegen waren, um zuzusehen, wie ihr Vater kochte, und nun unvermutet im Königspalast Iason und die Fürsten gewahrten, wurden angesichts ihres Unglücks vom äußerstem Schmerz ergriffen; waren sie doch weder imstande, sich an Medeia zu rächen[,] noch das von ihnen durch Betrug verursachte Verbrechen wieder gutzumachen.
Daher waren sie, wie überliefert wird, schon dabei, sich das Leben zu nehmen, als Iason, von Mitleid mit ihrem Un-glück ergriffen, sie abhielt und mit der Aufforderung, guten Mutes zu sein, ihnen bedeutete, daß sie sich nicht aus Schlechtigkeit versündigt hätten, vielmehr wider ihren Willen durch Täuschung in Unglück geraten seien.
[...]

Jason ordnet die Verhältnisse in Thessalien neu und setzt den Akastos, einen Sohn des Pelias, als König ein. Zusammen mit Herakles begründen die Argonauten die Olympischen Spiele.

 
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