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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Kirke #6 (338 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 16.06.2023 um 14:15 Uhr (Zitieren)
8. Ovid: Metamorphosen

Fortsetzung der Liebesgeschichte von Glaucus, einem in einen Meerdämon verwandelten Fischer, und Scylla:

Schon hat Eubœas Kind, der Bewohner der wallenden Wasser,
den auf den Schlund der Giganten geschleuderten Aetna ver-lassen,
schon der Cyclopen Flur, die vom Karst, von des Pfluges Gebrauch nichts
weiß und nichts den im Joche gekoppelten Rindern verdankt, schon
Zancle und dem gegenüber auch Regiums Mauern verlassen,
schon das Schiffbruchsmeer, das, von beiden Küsten geengt, die
Grenze zwischen italischem Land und Sicilien einnimmt.
Rudernd mit mächtiger Hand von dort durch das Meer der Tyrrhener
naht sich Glaucus den kräuterbewachsenen Hügeln der Tochter
Titans und kommt an ihr [sc. der Circe] Haus, das voll von mancherlei Tieren.
Als er sie selbst dann erblickt und Heil gewünscht und empfangen,
spricht er: „Erbarm dich, o Göttin, ich bitte, des Gottes, denn du nur
kannst in dieser Liebe, wenn wert ich es scheine, mir helfen.
Titantochter, wie groß die Macht der Kräuter, das weiß kein
anderer besser als ich, der selbst durch Kräuter verwandelt.
Daß dir der Grund meines Rasens nicht unbekannt bleibe: ich habe
Scylla gesehn am italischen Strand, den Mauern Messanas
dort gegenüber. Beschämend, mein Bitten, Versprechen und Schmeicheln,
all die Worte, die hart sie verschmäht hat, noch einmal zu sagen.
Du, wenn irgend Macht in Liedern gelegen, so sing‘ ein
Lied mit dem heiligen Mund; ist mehr durch ein Kraut zu erkämpfen,
nutze du dann die erprobteste Kraft eines wirksamen Krautes.
Daß du mich heilst, die Wunde hier stillst, ist nicht was ich bitte:
nicht ein Ende soll sein, sie fühle ihr Teil an den Gluten!“
Circe jedoch – es hat nämlich keine für solches Entflammen
leichter empfänglichen Sinn (mag sein, daß der Grund in ihr selbst liegt,
sei es, daß Venus es wirkt, den Verrat des Vaters zu rächen) –
Circe entgegnete ihm: „Eine Willige sichtest du besser,
eine, die Gleiches begehrt, die von gleichem Verlangen erfaßt ist.
Würdig warst du, gebeten zu werden – und konntest es wirklich –
und, wenn du Hoffnung gibst, so – glaube mir – wirst du gebeten.
Daß du nicht zweifelst, daß Zutraun zu deiner Gestalt dir nicht fehle:
ich, die ich Göttin bin, eine Tochter des strahlenden Phœbus,
die ich durch Lieder soviel, soviel durch Kräuter vermag, ich
wünsche, die Deine zu sein. Verachtung verachte [spernentem sperne], Willfahren
zahle mit Gleichem und gib in Einem Zweien Genugtuung.“

 
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