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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Geschichte der Medea #3 (350 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.06.2023 um 00:06 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Diodorus Siculus IV 45-55:
Es folgen Auseinandersetzungen mit dem Meergott Glaukos, bei denen Medea keine Rolle spielt.

50 Als man von der Rückkehr der Fürsten in Thessalien noch nichts wußte, soll ein Gerücht laut geworden sein, daß Iasons sämtliche Kampfgefährten in den Gebieten um den Pontos zugrunde gegangen seien. Infolgedessen nahm Pelias (2) an, daß eine günstige Gelegenheit bestehe, sämtliche Thronbewerber ausnahmslos aus dem Weg zu räumen, und so zwang er Iasons Vater, Stierblut zu trinken (3), und ermordete seinen Bruder Promachos, dem Alter nach noch ein Kind.
Seine Mutter Amphinome aber vollbrachte, wie man sagt, in dem Augenblick, da sie ermordet werden sollte, eine männliche Tat, die im Gedächtnis fortzuleben verdient: Sie flüchtete sich an den Herd des Königs, stieß einen Fluch aus, demzufolge der König ein seinen ruchlosen Taten entsprechendes Schicksal erleiden möge, und durchbohrte hierauf ihre Brust. So setzte sie ihrem Leben ein heroisches Ende [ξίφει πατάξασαν ἑαυτῆς τὸ στῆθος ἡρωικῶς καταστρέψαι τὸν βίον].
Als Pelias auf diese Weise Iasons ganze Verwandtschaft völlig ausgerottet hatte, erlitt er alsbald eine Strafe, wie sie dem Verbrechen entsprach; denn Iason landete nachts in Thessalien an einem von Iolkos nicht weit entfernten Ankerplatz, den man indes von der Stadt aus nicht einsehen konnte, und erfuhr dort durch einen Einheimischen von den Unglücksfällen, welche seine Angehörigen getroffen hätten.
Da waren zwar alle Fürsten entschlossen, Iason zu helfen und jede Gefahr auf sich zu nehmen, gerieten jedoch darüber in Streit, wie sie bei ihrem Angriff vorgehen sollten. Die einen rieten nämlich, unverzüglich in die Stadt einzubrechen und den König unvermutet zu überfallen; gewisse andere Fürsten meinten hingegen, jeder einzelne müsse zunächst Krieger aus dem eigenen Lande sammeln und dann einen gemeinsamen Krieg beginnen – es sei ja für 53 Mann unmöglich, mit dem König, der über ein Heer und bedeutende Städte verfüge, fertig zu werden.
Als so Ratlosigkeit herrschte, versprach, wie es heißt, Medeia, den König Pelias von sich aus mit List umzubringen und den Fürsten die Königsburg ohne Gefahr in die Hände zu spielen.
Da staunten alle über Medeias Wort und wollten die Art und Weise ihres Anschlags erfahren. Ihnen erklärte sie, sie führe bei sich viele erstaunlich wirkende Giftstoffe, die von ihrer Mutter Hekate und ihrer Schwester Kirke entdeckt worden seien. Sie habe diese zwar nie zuvor angewendet, um damit Menschen zu töten, doch jetzt wolle sie mit ihrer Hilfe mühelos Rache an strafwürdigen Menschen üben.
Nachdem sie den Fürsten in Einzelheiten ihren Mordanschlag auseinandergesetzt hatte, versprach sie, ihnen von der Königsburg aus bei Tag durch Rauch, bei Nacht durch Feuer ein Zeichen in Richtung auf eine Warte hin zu geben, welche das Meer hoch überragte.

(2) Er war es, der Jason die Aufgabe gestellte hatte, ihm das Goldene Vlies zu besorgen.
(3) Dieses galt in der Antike als giftig.
 
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