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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Kirke #4 (349 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.06.2023 um 00:00 Uhr (Zitieren)
5. Diodorus Siculus: Weltgeschichte

[...] Man berichtet nämlich, daß Helios zwei Söhne gehabt habe, Aietes und Perses; Aietes herrschte als König über Kolchis, der andere über das Taurierland[,] und beide waren äußerst grausam.
Und Perses hatte eine Tochter, die Hekate, die ihren Vater noch an Verwegenheit und Frevelsinn übertraf; dazu eine leidenschaftliche Jägerin, schoß sie, wenn sie kein Glück hatte, mit ihren Pfeilen an Stelle von Tieren auf Menschen. Sie war außerdem geschickt in der Mischung tödlicher Gifte und erfand den sog. Eisenhut [ἀκόνιτος]. Die Stärke eines jeden Giftes aber probierte sie aus, indem sie es unter die Speisen mischte, die den Fremden gereicht wurden. Nachdem sie sich große Erfahrung in diesen Dingen erworben hatte, tötete sie zuerst ihren eigenen Vater mit Gift und folgte ihm so auf den Thron; dann errichtete sie ein Heiligtum der Artemis und gewann, indem sie befahl, die anlandenden Fremdlinge der Göttin zu opfern, ob ihrer Grausamkeit weiten Ruf.
Schließlich vermählte sie sich mit Aietes und brachte zwei Töchter zur Welt, die Kirke und Medeia (3), dazu einen Sohn Aigialeus.
Auch Kirke beschäftigte sich, wie es heißt, mit der Entdeckung von Giften aller Art und fand Wurzeln so verschiedener Natur und Wirkungsweise, daß man es kaum glauben kann; denn obwohl sie schon von ihrer Mutter nicht wenige Gifte kennengelernt hatte, fand sie durch eigenes Studium eine noch viel größere Zahl und ließ damit der anderen Frau keinerlei Vorrang, wenn es um Entdeckungen auf dem Gebiet der Giftmischerei ging.
Zur Ehe wurde sie dem König der Sarmaten gegeben, die von einigen Skythen genannt werden. Und zuerst vergiftete sie ihren Gatten, dann übernahm sie selbst die Regierung und ließ sich gegen ihre Untertanen viele Grausamkeiten zuschulden kommen.
Nach dem Bericht einiger Mythographen mußte sie daher auf den Thron verzichten, floh an den Ozean, wo sie eine menschenleere Insel in Besitz nahm, und ließ sich hier mit den Frauen nieder, die ihr auf der Flucht gefolgt waren. Hingegen überliefern einige Geschichtsschreiber, sie habe den Pontos verlassen und sich in Italien an einem Vorgebirge niedergelassen, das nach ihr bis auf den heutigen Tag den Namen Kirkaion trägt.

[IV 45]

(3) Hier weicht Diodoros von der sonstigen Überlieferung ab.
 
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