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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Petrus und die Kirche (288 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 05.06.2023 um 17:23 Uhr (Zitieren)
Eine Kritik an Matthäus 16, 18 f.:

κἀγὼ δέ σοι λἑγω ὅτι σὺ εἶ Πέτρος, καὶ ἐπὶ ταύτῃ τῇ πέτρᾳ οἰκοδομήσω μου τὴν ἐκκλησίαν, καὶ πύλαι ᾅδου οὐ κατισχύσουσιν αὐτῆς.
δώσω σοι τὰς κλεῖδας τῆς βασιλείας τῶν οὐρανῶν, καὶ ὃ ἐὰν δήσῃς ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται δεδεμένον ἐν τοῖς οὐρανοῖς, καὶ ὃ ἐὰν λύσῃς ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται λελυμένον ἐν τοῖς οὐρανοῖς.

Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel.
[...] Matthäus 16,18 war in den ersten 250 Jahren nach dem Beginn unserer Zeitrechnung nicht in den Evangelien enthalten, wie uns Konstantin von Tischendorf anlässlich seiner Forschungen (Sinaiticus) im Katharinenkloster auf dem Sinai um 1859 mitteilte: In den dort vorhandenen Texten war bis 250 nach Christus Matthäus 16, 18 noch nicht enthalten. Im Übrigen weist Matthäus 18, 18 darauf hin, in welchem größeren Zusammenhang die dem Petrus verliehene Vollmacht zu sehen ist. Hier wird deutlich, dass die Vollmacht auf die Gemeinde bezogen ist. Der Inhalt von Matthäus 16, 18 fehlt in den drei anderen Evangelien, vor allem im ältesten von Markus. [...] Auffallend ist, dass Jesus nur wenige Verse nach 16, 18 Petrus „Satan“ nennt (1), was zu dem Vorhergehenden in krassem Widerspruch steht. Sind also die römischen Bischöfe Nachfolger des Satans? Ein solches Zitat gibt es von Stefan Zweig. [...]

Dr. Wolfgang Holtmann, Nürnberg (Leserbrief Frankfurter Allgemeine vom 1.6.2023)

(1) ὕπαγε ὀπίσω μου, σατανᾶ. (16, 23)

Matthäus 18, 18:

Ἀμὴν λέγω ὑμῖν, ὅσα ἐὰν δήσητε ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται δεδεμένα ἐν οὐρανῷ, καὶ ὅσα ἐὰν λύσητε ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται λελυμένα ἐν οὐρανῷ.

Wahrlich, ich sage euch: Alles, was ihr binden werdet auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und alles, was ihr lösen werdet auf Erden, wird gelöst sein im Himmel.


Re: Petrus und die Kirche
Andreas schrieb am 05.06.2023 um 18:29 Uhr (Zitieren)
Re: Petrus und die Kirche
Γραικύλος schrieb am 23.06.2023 um 16:06 Uhr (Zitieren)
Die Gemeinde der Herausgerufenen

In einigen Punkten muss der Theologe dem Brief von Leser Dr. Wolfgang Holtmann („Symbol des Kampfes um Wahrheit“, F.A.Z. vom 1. Juni) widersprechen. In der Abschrift des Heiligen Schrift, die „Sinaiticus“ genannt wird, liegt die erste (relativ) vollständige Ausgabe des Neuen Testamentes vor. Konstantin von Tischendorf hatte das Exemplar aus dem Katharinenkloster auf dem Sinai zwar ausgeliehen, es jedoch nie zurückgegeben.

Gegenüber den heutigen Ausgaben fehlen zwar einige Verse, doch die Verse Matthäus 16,8-16,18, um die es hier geht, sind vorhanden! Ob man „ekklesia“ (griechisch/lateinisch) mit Gemeinde oder Kirche übersetzt, ist zweitrangig. Gemeint ist die Gemeinde der Herausgerufenen, das Gottesvolk, wie es schon im 5. Buch Mose 4,10; 9,19; und folgend genannt wird. Der „Prophet“ Daniel spricht sogar von einem „neuen Gottes-volk“, das er „die Heiligen“ nennt, eine Bezeichnung, die Paulus übernommen hat.

Jesus hat tatsächlich keine Kirche gegründet, doch nach der Auferstehung bildeten sich vielfältige Gemeinden. Die kulturelle und religiöse Verbindung mit dem römischen Kaisertum wurde geschichtsbestimmend und führte zur „katholischen Kirche“. Das Weitere ist bekannt. Die „Neujustierung“ (Eugen Biser) des Glaubens mit Blick auf die Anfänge täte jeder christlichen Gemeinde gut, nicht nur der katholischen Kirche.

Dietrich Plehn, Reinheim (Leserbrief Frankfurter Allgemeine vom 23.6.2023)

Re: Petrus und die Kirche
Andreas schrieb am 23.06.2023 um 18:51 Uhr (Zitieren)
Es gibt eine Gesprächsreihe mit Eugen Biser:
https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/inhalt/theologie-der-zukunft-102.html

Seine Annäherung an Jesus:
Eugen Biser
Der Freund. Annäherungen an Jesus, München 1989

 
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