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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Purpurschnecke #6 (334 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.05.2023 um 17:26 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung Plinius d.Ä., Naturgeschichte IX 124-139:
Die Farbe vom Bucinum für sich allein wird nicht für gut gehalten, weil sie verschießt. Sie wird daher mit der Pelagischen verbunden, und dies giebt ihrer größeren Dunkelheit jenes gesuchte Düster und den Glanz des Scharlachs (coccum). So wird durch Mischung der Kräfte beider die Wirkung des einen gehoben, die des andern gemildert.

Die Masse der Farbe für 50 Pfund Wolle beträgt vom Bucinum 200, vom Pelagium 111 Pfund. So entsteht jene vorzügliche Amethystfarbe. Allein der Tyrische Purpur wird vorab in noch ungarer und frischer Pelagium-Farbe gesättigt und dann erst mit Bucinum umgefärbt. Sein höchstes Lob ist, wenn er wie geronnenes Blut aussieht, von vorn angesehen dunkel ist und von unten herauf einen Lichtschein hat. Daher nennt auch Homeros das Blut purpurfarbig [purpureus].

Zu Rom, sehe ich, ist der Purpur immer in Gebrauch gewesen; allein Romulus hatte ihn nur an dem Staatskleide (Trabea). Denn daß von den Königen Tullius Hostilius zuerst sich der Toga mit dem Purpursaum und der mit dem breiteren Rande [latiore clavo] nach Besiegung der Etrusker bedient hat, ist hinlänglich bekannt. Nepos Cornelius, der unter den Regierung des vergötterten Augustus starb, sagte: „In meiner Jugend war veilchenblauer Purpur Mode, wovon das Pfund 100 Denare kostete, nicht lange darauf der rothe Tarentinische. Diesem folgte der zweimal gefärbte Tyrische, von dem man das Pfund noch nicht für 1000 Denare kaufen konnte. Daß sich Publius Lentulus Spinther, als curulischer Aedil, dennoch desselben an seiner Saumtoga bediente, wurde gemißbilligt; und wer, sagt er, macht jetzt nicht seine Speisesessel mit solchem Purpur?“ Spinther war Aedil im Jahre Roms 691 unter Cicero’s Consulat. Dibapha, d.h. doppelt gefärbt, nannte man dergleichen damals, als ob besonders großartiger Aufwand dazu gehörte, während jetzt fast alle besseren Purpurtuche auf diese Weise gefärbt werden.

Bei den mit Muschelfarbe bereiteten Tüchern geschieht Alles ganz eben so, nur ohne Bucinum; außerdem wird die Farbenbrühe zu gleichen Theilen mit Wasser und Menschenharn verdünnt, auch werden die Färbestoffe zu gleichen Theilen hinzugethan. So entsteht jene beliebte blassere Farbe, der es jedoch an Sättigung fehlt.

Die Preise der Färbestoffe sind zwar je nach dem Reichthum der Küsten verschieden, doch mögen die, welche dergleichen Dinge mit ungeheuren Summen bezahlen, wissen, daß 100 Pfund pelagischer Farbe doch nirgend höher als mit 50 Sestertien und die vom Bucinum mit 100 bezahlt werden.

(Cajus Plinius Secundus, Naturgeschichte. Herausgegeben von Christian Friedrich Lebrecht Strack und Max Ernst Dietrich Lebrecht Strack. 3 Bde. Bremen 1853; Nachdr. Darmstadt 1968; Bd. 1, S. 417-420)
 
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