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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Medea verjüngt den Aison #1 (330 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.05.2023 um 14:47 Uhr (Zitieren)
Ovid, Metamorphosen VII 159-293:

Die Geschichte handelt von Medea, ihrem Mann Iason und dessen Vater Aison. Zuvor hatte es einen mit Medeas Hilfe gewonnenen Kampf gegen aus Drachenzähnen entsprossene Männer gegeben.
[...]
Gaben bringen zum Dank für die wiedergewonnenen Söhne
Griechenlands Mütter, die Väter, die hochbetagten; in Mengen
lösen sie Weihrauch auf in den Flammen; die Hörner vergoldet,
fällt das geopferte Tier. Jedoch, vom Alter entkräftet,
näher schon dem Tod, bleibt ferne den Dankenden Aeson.
Da spricht aber sein Sproß: „O du, der mein Heil zu verdanken
gern ich gestehe, o Gattin, obgleich du mir alles gegeben
und deiner Dienste Zahl des Glaublichen Maß übersteigt: wenn
das die Lieder vermögen – und was vermögen sie nicht? -, dann
nimm du von meinen Jahren und zähle sie zu meinem Vater.“
Und er weinte dazu. Es rührt sie des Bittenden Treu, ihr
anders gearteter Sinn gedenkt des verlaßnen Aeetes (1).
Solch eine Regung jedoch verhehlend, erwidert sie: „Welch ein
Frevel entfiel deinem Mund, mein Gatte! So scheint dir, ich könnte
irgendwem überschreiben von deinem Leben ein Stück? Das
duldete Hecate nicht. Nichts Billiges bittest du. Doch ich
will ein größer Geschenk, als du bittest, Iason, versuchen,
will durch die Kraft meiner Kunst und nicht durch Jahre von dir die
Jugend des greisen Schwähers erneun, - steht gnädig die hehre
Dreigestaltete bei und hilft dem gewaltigen Wagnis.“
Nächte fehlten noch drei, daß die Hörner sich beide vereinten,
ganz zu schließen den Kreis. Als dann der Mond, in dem hellsten
Lichte erglänzend, als volles Rund auf die Erde herabsah,
trat aus dem Haus sie hervor; in entgürtete Kleidung gehüllt, auf
bloßen Füßen, umwallt von den bloßen Haaren die Schultern,
trug durch das stumme Schweigen der Mitternacht schweifende Schritte
ohne Geleit sie dahin. In tiefer Ruhe gelöst sind
Mensch wie Vogel und Tier. Kein Laut im Gehege, es schweigen
ohne Bewegung die Blätter, es schweigen die feuchtenden Lüfte,
funkeln die Sterne allein. Zu diesen kehrt sie, die Hände
hebend, sich dreimal; sie schöpft vom Wasser des Flusses und netzt sich
dreimal das Haar, sie löst zu dreifachem Rufe die Lippen,
läßt zu der harten Erde aufs Knie sich nieder und betet:
„Treueste Hüterin, Nacht, des Geheimen, und ihr, die des Tages
Scheine ihr folgt mit dem Monde vereint, ihr goldenen Sterne,
Hecate, Dreihaupt, die du weißt um dies mein Beginnen,
die du als Helferin kommst der Kunst und den Liedern der Magier,
Erde, die du die Magier versiehst mit den wirkenden Kräutern,
Lüfte und Winde, ihr Berge und Ströme und Seen und ihr Götter
alle der Haine, helft und ihr Götter alle der Nacht, durch
deren Gewalt, wenn ich es gewollt, der Strom zu der Ufer
Staunen zur Quelle zurückfloß, durch deren Gewalt ich das Meer, das
Tobende stille und lasse das stille ertoben. Gewölk, ich
scheuche und führe herauf, ich die Winde vertreibe und rufe,
Vipern mit Liedern und Worten die giftigen Rachen ich sprenge,
lebenden Fels, ihrem Grunde entrissene Eichen, die ganzen
Wälder bewege, die Berge erzittern ich heiße, den Boden
brüllen, die Toten den Grüften entsteigen, durch deren Gewalt auch
dich, o Mond, hernieder ich ziehe, wenngleich in der Not dir
Erz aus Temesa hilft, durch deren Gewalt auch des Ahnen
Wagen mein Lied, mein Gift die Röte Aurorens läßt bleichen:

(1) Vater der Medea, von ihr hintergangen
 
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