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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Es gibt nichts (261 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.04.2023 um 15:09 Uhr (Zitieren)
Georgias von Leontinoi: Über das Nichtseiende (Περὶ τοῦ μὴ ὄντος):
οὐκ εἶναί φησιν οὐδέν. εἰ δ‘ ἔστιν, ἄγνωστον εἶναί. εἰ δὲ καὶ ἔστι καὶ γνωστόν, ἀλλ‘ οὐ δηλωτὸν ἄλλοις.

Er behauptet, daß gar nichts sei; wenn doch etwas ist, sei es unerkennbar; wenn aber doch etwas sowohl ist als auch erkennbar ist, sei es jedoch anderen nicht zu verdeutlichen.

(Aristoteles 979a; Gorgias von Leontinoi: Reden, Fragmente und Testimonien. Gr.-dt. hrsg. von Thomas Buchheim. Hamburg 1989, S. 40)
Re: Es gibt nichts
Andreas schrieb am 26.04.2023 um 15:08 Uhr (Zitieren)
Wie kommt jemand zu so einer Behauptung?
Was soll sie bedeuten?
Im welchem Kontext ist das zu sehen?

Wenn gar nichts ist, gibt es auch den Sprecher nicht und auch
kein eingebildetes/nur geträumtes Sein?
Was sagt Gorgias, wenn er Zahnweh hat?
Dass es auch das nicht gebe?
Diese Erkenntnistheorie steht auf wackeligsten Beinen.
Re: Es gibt nichts
Γραικύλος schrieb am 26.04.2023 um 16:06 Uhr (Zitieren)
Im weiteren Verlauf des Textfragmentes erläutert und begründet Gorgias seine These. Das muß man natürlich erstmal zur Kenntnis nehmen. Hast Du Zugang zu Aristoteles 979a ff.?
Re: Es gibt nichts
Γραικύλος schrieb am 26.04.2023 um 16:37 Uhr (Zitieren)
Dabei ist die Argumentation des Gorgias sehr interessant. Etwa im letzten Aspekt, der Nicht-Mitteilbarkeit, zielt sie auf die Frage, wie ein Bewußtseins- bzw. Wahrnehmungsinhalt (Sehen, Hören), jemandem, der das Gemeinte selbst nicht sieht resp. hört, durch ein Medium - Sprache - angemessen mitgeteilt werden könne, denn die Sprache 'übersetzt' den Bewußtseinsinhalt ja in Symbole, ohne ihn direkt mitteilen zu können.

Diese Frage ist im 19. und 20. Jhdt. in der Philosophie intensiv diskutiert worden, und zwar unter dem Begriff Analogieschluß.
A teilt B einen Bewußtseinsinhalt X (eine Wahrnehmung) mittels sprachlicher Äußerung S mit. Um die Äußerung zu verstehen, muß B nun S einem in ihm vorhandenen, ihm bekannten Bewußtseinsinhalt X' zuordnen, ohne irgendwie überprüfen zu können, ob X (das B ja nicht kennt) X' entspricht. B stellt daher eine hypothetische Analogie her: X wird so etwas sein wie X'. Unbeweisbar, unüberprüfbar.
 
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