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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Sintflut im Gilgamesch-Epos #1 (379 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 12.04.2023 um 14:49 Uhr (Zitieren)
(Vorformen zw. 2750 und 2600 v.u.Z.; Abfassung ca. 1800 v.u.Z.)

11. Tafel:
Gilgamesch sprach zu ihm, zum fernen Utnapischtim:
„Schau ich auf dich, Utnapischtim,
So sind deine Maße nicht anders – wie ich bist du,
Ja, du bist nicht anders – wie ich bist du!
Mein Herz ist ganz darauf gerichtet, mit dir zu kämpfen,
Und doch ist mein Arm untätig gegen dich!
Daher sage mir: wie tratst du in die Schar der Götter und gingst dem Leben nach?“
Utnapischtim sprach zu ihm, zu Gilgamesch:
„Ein Verborgenes, Gilgamesch, will ich dir eröffnen,
Und der Götter Geheimnis will ich dir sagen.
Schurippak – eine Stadt, die du kennst,
Die am Ufer des Euphrats liegt (1) -,
Diese Stadt war schon alt und die Götter darinnen (2),
Eine Sintflut zu machen, entbrannte des Herz den großen Göttern:
Miteinander berieten sich ihr Vater Anu,
Enlil, der Held, der sie berät,
Ihr Minister Ninurta, ihr Deichgraf Ennugi,
Ninischku-Ea hatte mit unter ihnen gesessen;
Ihre Rede gab einem Rohrhaus er wieder:
‚Rohrhaus, Rohrhaus, Wand, Wand!
Rohrhaus, höre, Wand, begreife!
Mann von Schurippak, Sohn Ubar-Tutus (3)!
Reiß ab das Haus, erbau ein Schiff,
Laß fahren Reichtum, dem Leben jag nach!
Besitz gib auf, der Seele erhalte das Leben!
Heb hinein allerlei beseelten Samen ins Schiff!
Das Schiff, welches du erbauen sollst –
Dessen Maße sollen abgemessen sein,
Gleichgemessen seien ihm Breite und Länge;
Du sollst es wie das Apsû (4) bedachen.‘
Da ich’s verstanden, sprach ich zu Ea, meinem Herrn:
‚Das Geheiß, Herr hast du mir gegeben,
Ich achte wohl darauf und werde danach tun.
Wie antwort ich aber der Stadt, der Bürgerschaft und den Ältesten?‘
Ea tat zum Reden den Mund auf
Und sprach zu mir, seinem Knecht:
‚Du Mann, zu ihnen sollst also du reden:
Mir scheint, daß Enlil nichts mehr von mir wissen will;
Da darf ich in eurer Stadt nicht mehr wohnen,
Darf auf Enlils Boden meine Füße nimmer setzen.
So will ich steigen hinab zum Apsû.
Dann wohn ich bei meinem Herrn Ea.
Auf euch aber läßt er dann Überfluß regnen,
Sammlung der Vögel, auch Bergung der Fische!
Schenken wird er euch Reichtum und Ernte.
Am Morgen wird er Linsen,
Am Abend auch euch einen Weizenregen niedergehen lassen (5)!‘ –
Kaum daß ein Schimmer des Morgens graute,
Versammelt zu mir sich das Land.

(Das Gilgamesch-Epos. Hrsg. v. Albert Schott. Stuttgart ²1978, S. 86-94)

(1) etwa 30 Kilometer nordwestlich von Uruk
(2) Gemeint ist wohl: zur Zeit des letzten Königreichs vor der Sintflut.
(3) Die Babylonier hielten Ubar-Turu für den einzigen König von Schurippak mit einer Regierungszeit von 18600 Jahren.
(4) das gewaltige Behältnis, aus dem alles Süßwasser in die Welt rinnt
(5) Dieses scheinbar besonders günstige Vorzeichen soll die Menschen irreführen, damit sie der Katastrophe nicht entrinnen.

Re: Die Sintflut im Gilgamesch-Epos #1
Aurora schrieb am 14.04.2023 um 08:42 Uhr (Zitieren)
Eine Untersuchung dazu vor über 100 Jahren:

Das Gilgameschepos und die Bibel
Hans Schmidt
Theologische Rundschau
Vol. 10, No. 6 (1907), pp. 189-208 (20 pages)
Published By: Mohr Siebeck GmbH & Co. KG

eine kurze Zusammenfassung aus dem Netz:
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/gilgamesch/ch/01e87379311c495e76cd8a4bec73511f/
Re: Die Sintflut im Gilgamesch-Epos #1
Γραικύλος schrieb am 14.04.2023 um 14:54 Uhr (Zitieren)
Ich habe den Band
Das Gilgamesch-Epos

Herausgeben von Karl Oberhuber

WBG Darmstadt 1977
(Wege der Forschung Bd. CCXV)

Der von Aurora genannten Aufsatz ist darin leider nicht enthalten, wohl aber ein anderer interessanter:
"Gilgamesch-Epos und Odyssee" (1923) von Arthur Ungnad (a.a.O., S. 104-137).
 
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