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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tod Herodes' des Großen #1 (340 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.04.2023 um 16:10 Uhr (Zitieren)
Flavius Josephus, De bello Judaico I 656-665:

Herodes der Große (73-4 v.u.Z.) regierte von 37 bis 4 das römische Klientelkönigreich Judäa.
In der Folgezeit ergriff die Krankheit seinen ganzen Körper und machte sich an den verschiedensten Stellen durch mannigfache Beschwerden geltend. Das Fieber war nicht heftig, es stellte sich aber auf der ganzen Haut ein unerträglicher Juckreiz ein; ununterbrochen quälten ihn schwere Leibschmerzen, an den Füßen bildeten sich Anschwellungen wie bei einem Wassersüchtigen, am Unterleib eine Entzündung und an den Geschlechtsteilen ein eiterndes Geschwür, das Würmer hervorbrachte. Atmen konnte er lediglich bei aufrechter Haltung und auch dann nur mit Beschwerden, dazu kamen schließlich Krämpfe an allen Gliedern. Prophetische Männer erklärten daher, seine Plagen seien die Strafe für den Mord an den Gelehrten.

Obwohl Herodes mit solchen Leiden zu kämpfen hatte, klammerte er sich doch an das Leben und war, weil er Genesung erhoffte, noch darauf bedacht, Wege zur Heilung zu finden [ὁ δὲ παλαίων τοσούτοις πάθεσιν ὅμως τοῦ ζῆν ἀντείχετο σωτηρίαν τε ἤλπιζεν καὶ θεραπείας ἐπενόει]. Er ließ sich darum über den Jordan bringen, um von den warmen Quellen in Kallirhoë Gebrauch zu machen. Diese münden in das Tote Meer, enthalten jedoch Süßwasser und sind daher trinkbar. Die Ärzte beschlossen, den ganzen Leib in warmem Öl zu baden; als sie ihn jedoch in die gefüllte Badewanne hineinhoben, wurde er ohnmächtig und verdrehte die Augen, sodaß es den Anschein hatte, er sei schon tot.

Die Diener gerieten in höchste Aufregung, und auf ihr Geschrei hin kam er wieder zu sich, gab aber nunmehr die Hoffnung auf Heilung auf und befahl, an alle Soldaten je 50 Drachmen zu verteilen und beträchtliche Summen an seine Offiziere und „Freunde“.

Er kehrte nun voll galliger Erbitterung nach Jericho zurück und schritt, als wolle er dem Tode selbst drohen, zur Ausführung einer grauenhaften Tat. Denn er ließ die Vornehmsten [ἐπισήμους ἄνδρας] aus allen jüdischen Ortschaften in das sogenannte Hippodrom zusammenbringen und gab Befehl, sie dort in Haft zu halten.

Dann rief er seine Schwester Salome und ihren Mann Alexas zu sich und sagte: „Ich weiß, daß mein Tod ein Freudenfest für die Juden sein wird, ich habe aber die Macht, von Anderen betrauert zu werden [δύναμαι δὲ πενθεῖσθαι δι‘ ἑτέρων] und dadurch selbst eine prächtige Totenfeier zu erhalten, wenn ihr euch nach meinen Weisungen richten wollt. Laßt jene in Haft gehaltenen Männer durch Soldaten umstellen und tötet sie, sobald ich den letzten Atemzug getan habe, damit ganz Judäa und jede Familie wider ihren Willen über mich weine.“

 
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