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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Valeria Messalina #8 (293 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 27.03.2023 um 14:09 Uhr (Zitieren)
[Cassius Dio:]

(Epitome des Xiphilinos (143) zu Buch 61:)

Messalina aber, gleich als genügte es ihr nicht, die Ehebrecherin und Hure zu spielen – denn neben ihrem sonstigen schamlosen Betragen her saß sie zeitweise selbst als Prostituierte in ihrem Palaste und nötigte die übrigen Frauen aus den höchsten Kreisen desgleichen zu tun –, verspürte sie jetzt sogar das Verlangen, eine große Anzahl von Ehegatten zu besitzen, das heißt Männer, welche tatsächlich diese Bezeichnung trugen.
Und die hätte sich in gesetzlicher Form mit all jenen vermählt, die in ihrer Gunst standen, wäre sie nicht schon bei dem ersten Versuch ertappt worden und dabei ums Leben gekommen. Denn eine Zeitlang hatten alle kaiserlichen Freigelassenen in engstem Einvernehmen mit ihr gestanden und nichts ohne ihre Einwilligung unternommen; als sie jedoch Polybios (19), wiewohl sie sogar mit ihm unerlaubte Beziehungen unterhielt, fälschlicherweise angeklagt und seinen Tod veranlaßt hatte, da trauten sie ihr nicht mehr und fand sie, ihrer wohlwollenden Unterstützung beraubt, den Tod.
Sie ließ nämlich Gaius Silius, den Sohn des von Tiberius hingemordeten Silius, als ihren Gemahl eintragen und eine luxuriöse Hochzeitsfeier veranstalten, schenkte ihm einen Kaiserpalast, in den sie schon die kostbarsten Kleinodien des Claudius zusammengeholt hatte, und ernannte schließlich Silius noch zum Konsul.

Die gesamten Vorgänge waren indessen, obwohl man schon einige Zeit vorher allgemein davon gehört oder durch Augenschein Kenntnis genommen hatte, dem Kaiser jedenfalls verborgen geblieben. Doch als er sich nach Ostia hinunter begab, um die Getreidelager zu besichtigen, und Messalina wegen angeblicher Unpäßlichkeit in Rom zurückblieb und dort ein mondänes Bankett mit einem ganz ausgelassenen Umzug abhielt, ließ ihn Narcissus, der nun den Kaiser allein für sich hatte, durch seine Mätressen von den ganzen Geschehnissen unterrichten.

Indem er Claudius mit der Vorstellung, Messalina wolle ihn töten und an seine Stelle Silius als Herrscher setzen, Furcht einjagte, konnte er ihn bereden, einige Personen verhaften und foltern zu lassen. Während dies geschah, eilte der Kaiser selbst in die Stadt zurück und verurteilte unmittelbar nach seiner Ankunft unter vielen anderen den Mnester zum Tode. Dann beseitigte er auch Messalina selbst, die sich in die Gärten des Asiaticus zurückgezogen hatte und vor allem dadurch ihren Untergang herbeiführte.

[Cassius Dio Cocceianus: Römische Geschichte. Hrsg. v. Otto Veh. 5 Bde. Zürich/München 1986; Bd. 4, S. 442, 447 f., 460f.; Bd. 5, S. 11 f.]


IV. LUCIUS ANNAEUS SENECA d.J. (ca. 0 – 65 u.Z.): Apokolokyntosis 13

Senecas Satire auf Kaiser Claudius schildert, wie dieser als neuer Gott (divus Claudius) in den Himmel gelangt, dort aber einem Gerichtsverfahren mit seinen Opfern als Ankläger unterzogen wird.

[...]
Händeklatschend kommen sie da zum Vorschein und singen: „Wir haben ihn gefunden, jubeln wollen wir!“ Da waren: Gaius Silius, designierter Konsul, Ex-Praetor Iuncus, Sextus Traulus, Marcus Helvius, Trogus, Cotta, Vettius Valens, Fabius – allesamt römische Ritter, die Narcissus zur Hinrichtung abkommandiert hatte. Inmitten dieser Sängerschar befand sich der Pantomimentänzer Mnester, den Claudius aus Gründen des guten Geschmacks einen Kopf kürzer gemacht hatte.

Zu Messalina – schnell verbreitete sich die Nachricht, Claudius sei eingetroffen – begibt man sich da in Eile: allen voran die Freigelassenen Polybius, Myron, Arpocras, Ampheus, Pheronactus, die Claudius ausnahmslos vorausgeschickt hatte, um nicht irgendwo ohne Personal zu sein; danach die beiden Präfekten Iustus Catonius und Rufrius Pollo; sodann die Freunde Saturninus Lusius und Pedo Pompeius sowie Lupus und Celer Asinius, ehemalige Konsuln; zu guter Letzt seines Bruders Tochter, seiner Schwester Tochter, die Schwiegersöhne, die Schwiegerväter, die Schwiegermütter – alles eindeutig Blutsverwandtschaft.

Eine Prozession formiert sich, und man zieht Claudius entgegen. Als Claudius ihrer ansichtig geworden, ruft er aus: „Alles voll von Freunden [πάντα φίλων πλήρη]! Wie seid ihr denn hierher gekommen, ihr alle?“ Darauf Pedo Pompeius: „Was sagst du, grausamer Schurke? Wie, fragst du? Wer anders denn als du hat uns hierhin beordert, Mörder aller deiner Freunde? Nun soll’s vor Gericht gehen: Ich will dir hier unten die Richterbank weisen.“

[Seneca: Apokolokyntosis. Hrsg. v. Gerhard Binder. Darmstadt 1999, S. 37-39]

(19) einer der Freigelassenen und Sekretäre des Claudius

Re: Valeria Messalina #9
Γραικύλος schrieb am 29.03.2023 um 13:16 Uhr (Zitieren)
Titeländerung.
 
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