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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Valeria Messalina #8 (333 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.03.2023 um 14:12 Uhr (Zitieren)
III. DER BERICHT DES CASSIUS DIO (ca. 155-235 u.Z.): Römische Geschichte 60 f.

14. [...] Diesen Mann [sc. Appius Silanus], der den vornehmsten Kreisen angehörte und damals Statthalter von Spanien war, ließ nämlich Claudius, so als benötigte er irgendwie einen Dienst von ihm, zu sich kommen, vermählte ihn mit der Mutter Messalinas und ehrte ihn eine Zeitlang wie einen der liebsten und ihm am nächsten stehenden Menschen. Dann aber ließ er ihn plötzlich hinrichten, und der Grund war, daß sich Silanus die Feindschaft Messalinas, des lüsternsten und liederlichsten aller Weiber, mit der er keinen Verkehr haben wollte, zugezogen hatte und ihretwegen auch zu Narcissus, dem kaiserlichen Freigelassenen, in Gegensatz geraten war.

Da beide gegen ihn keine wahre oder auch nur glaubwürdige Anschuldigung vorzubringen vermochten, erdichtete Narcissus einen Traum, in dem er gesehen haben wollte, wie Claudius von Silanus eigenhändig ermordet wurde. Und sogleich erzählte er zitternd in aller Frühe dem Kaiser, während dieser noch im Bette lag, die Geschichte, und Messalina nahm die Sache in die Hand und bauschte sie schrecklich auf.

15. So verlor Silanus wegen eines Traumes sein Leben [...]

17. Messalina und seine [sc. des Claudius] Freigelassenen indessen verkauften und verschacherten nicht allein das Bürgerrecht, militärische Kommandos, Prokuraturen und Statthalterschaften, sondern auch alles andere, und zwar in einem Maße, daß sämtliche Waren knapp wurden und infolgedessen selbst Claudius sich gezwungen sah, das Volk auf dem Marsfeld zu versammeln und dort von einer Tribüne aus die Preise der einzelnen Artikel fetzulegen. [...]

18. Messalina gab sich inzwischen nicht nur selbst ihren Ausschweifungen hin, sondern zwang auch die anderen Frauen, es ihr gleich zu tun, ja sie veranlaßte viele von ihnen, in Anwesenheit und unter den Augen ihres Gatten sogar unmittelbar im Kaiserpalast Ehebruch zu treiben.

Jene Männer liebte und schätzte sie sodann und belohnte sie mit Ehren und Ämtern, während sie die anderen, welche ihre Frau für diesen Zweck nicht hergaben, haßte und auf jede Weise zu vernichten suchte. Diese Vorkommnisse blieben aber, obwohl von solcher Art und in aller Öffentlichkeit sich abspielend, Claudius gar lange Zeit verborgen; denn Messalina sorgte dafür, daß verschiedene Dienerinnen sein Lager teilten, und versicherte sich rechtzeitig aller Personen, die ihm etwas hinterbringen konnten, teils durch Gunstbeweise, teils durch Verhängung von Strafen. So ließ sie damals den Befehlshaber der Leibgarde Catonius Iustus beseitigen, ehe er noch seine Absicht, dem Kaiser irgendwelche Mitteilung von den Vorgängen zu machen, ausführen konnte.

Und sie ward eifersüchtig auf Iulia, die Tochter des Tiberiussohnes Drusus und spätere Gattin des Nero Germanicus, so wie sie es auch gegenüber der anderen Iulia getrieben hatte, und ließ sie darum ermorden. [...]

28. [...] Hingegen war das Volk sehr verstimmt, als es sehen mußte, wie doch der Kaiser seiner Gattin und den Freigelassenen knechtisch ergeben war. Diese Einstellung kam besonders deutlich zum Ausdruck, als Claudius selbst und alle übrigen Zuschauer sehen wollten, wie Sabinus, der ehemalige Befehlshaber der germanischen Leibwache unter Gaius (18), in einem Gladiatorenkampf getötet werde, Messalina ihn jedoch rette[te]; denn er war einer ihrer Liebhaber gewesen.

Die Masse war auch darüber verstimmt, daß sie Mnester von der Bühne weggeholt hatte und nun bei sich behielt. Claudius aber tat jedesmal überrascht, wenn unterm Volk eine Rede darauf kam, daß er nicht mehr als Tänzer auftrete, und fand verschiedene Ausreden, wobei er sogar eidlich versicherte, daß Mnester nicht in seinem Hause sich befinde.

Das Volk war nämlich der festen Überzeugung, daß er tatsächlich nichts von den Vorgängen wisse, und empfand es als traurig, daß er als einziger nicht durchschaute, was im Palast gespielt wurde – Dinge, so bekannt, daß sie selbst schon den Feinden zu Ohren gekommen waren. Die Leute wollten ihm jedoch die wahren Zustände nicht aufdecken, teils aus Scheu vor Messalina, teils um Mnester zu schonen.
Gefiel er doch ebenso sehr dem Volk wegen seiner Kunst wie der Kaiserin wegen seiner Schönheit. [...]

(18) Caligula
 
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