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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Dreiecksbeziehung Otho - Poppaea - Nero #1 (323 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.03.2023 um 14:24 Uhr (Zitieren)
1. Tacitus: Annalen

[...] Auf ihren Ruf nahm sie niemals Rücksicht, ohne zwischen Ehemännern und Ehebrechern einen Unterschied zu machen; und da sie keiner eigenen oder fremden Leidenschaft nachgab, ließ sie nur dort, wo sich für sie Nutzen zeigte, ihrer Sinnlichkeit freien Lauf. So kam es, daß sie während ihrer Ehe mit dem römischen Ritter Rufrius Crispinus, von dem sie einen Sohn hatte, der junge und verschwenderische Otho in seinen Bann zog, auch weil er als der am meisten begünstigte unter den Freunden Neros galt. Und nicht lange, so wurde durch den Ehebruch ein Ehebund gestiftet [nec mora quin adulterio matrimonium iungeretur].

Mochte Otho in seiner Verliebtheit unvorsichtig sein, jedenfalls pries er die Schönheit und den feinen Geschmack seiner Gattin vor dem Princeps; vielleicht tat er es auch, um dessen Leidenschaft zu erregen und, wenn sie beide die gleiche Frau besäßen, durch dieses Band sich zusätzlichen Einfluß zu verschaffen. Oft hörte man ihn beim Aufstehen von der Tafel des Kaisers sagen, er gehe natürlich jetzt zu ihr, ihm seien Adel und Schönheit zuteil geworden, der Wunschtraum aller und das Vergnügen der Glücklichen [sibi concessam dictitans nobilitatem pulchritudinem, vota omnium et gaudia felicium].

Auf diese und ähnliche Lockmittel ließ man keine lange Wartezeit verstreichen, vielmehr erhielt Poppaea Zutritt und gewann zunächst durch Schmeicheleien und Verführungskünste Einfluß, indem sie tat, als könne sie ihrer Begierde nicht widerstehen und sei von der Schönheit Neros gefangen; als dann des Princeps Liebe schon leidenschaftlich wurde, kehrte sie ihren Stolz hervor und erklärte, wenn sie länger als eine und die andere Nacht festgehalten werden sollte, sie sei doch verheiratet und könne ihre Ehe nicht aufgeben, da sie an Otho gefesselt sei wegen seiner Lebensart, in der ihm niemand gleichkomme: er sei nach Gesinnung und äußerem Aufwand ein großartiger Mann; bei ihm bekomme sie zu sehen, was höchster Stellung würdig sei. Nero dagegen, der als Kebsweib eine Magd [ancilla] habe (1) und eben durch den Umgang mit Acte fest gebunden sei, habe aus dem Konkubinat mit einer Sklavin nichts als Verworfenheit und Schmutz mitbekommen.
Ausgeschlossen wurde nun Otho aus der vertrauten Freundschaft, später aus der Gesellschaft und dem Gefolge und schließlich, um nicht in Rom den Nebenbuhler spielen zu können, zum Statthalter der Provinz Lusitanien ernannt [...].

[XIII 45, 3 – 46, 3]

1.a Tacitus: Historien

[...] Dieser [sc. Otho] hatte nämlich seine Knabenjahre leichtsinnig, seine Jünglingsjahre liederlich zugebracht, wohlgelitten freilich bei Nero, mit dem er in Ausschweifungen wetteiferte. Deshalb hatte der Kaiser auch Poppaea Sabina, die Hofmätresse, bei Otho als Vertrauten seiner Lüste untergebracht, bis er sich seiner Gattin Octavia entledigen konnte. Später hat er Otho, der ihm wegen Beziehungen zu der genannten Poppaea verdächtig geworden war, in die Provinz Lusitanien verwiesen, angeblich zur Übernahme der Statthalterschaft.

[I 13, 3]

(1) Acte war eine Sklavin oder Freigelassene. Zusätzlich war Nero damals noch mit Octavia, der Tochter des Claudius, verheiratet.
 
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