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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Valeria Messalina #4 (315 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 22.03.2023 um 13:50 Uhr (Zitieren)
(Fortsetzung Tacitus:)
33. Unruhe herrschte nichtsdestoweniger in der Umgebung des Kaisers: denn dem Prätorianerpräfekten Geta traute man nicht recht, da er sich ebenso leicht zum Guten wie zum Bösen bewegen ließ. Darum zog Narcissus alle bei, die die gleiche Befürchtung hegten, und versicherte dem Kaiser, es gebe keine andere Hoffnung für seine persönliche Sicherheit, als daß er die Befehlsgewalt über die Soldaten an diesem einen Tag auf irgendeinen seiner Freigelassenen übertrage; sich selbst erklärte er zur Übernahme bereit. Und damit der Kaiser nicht während der Fahrt in die Stadt von L. Vitellius und Largus Caecina zur Reue umgestimmt werde, forderte er im gleichen Wagen einen Sitz und nahm ihn ein.

34. Häufig wurde späterhin erzählt, zwischen den widersprechenden Äußerungen des Kaisers, der sich bald über das schändliche Treiben seiner Gattin beklagte, dann wieder in Erinnerung auf seine Ehe und seine unmündigen Kinder zurückkam, habe Vitellius nichts anderes ausgerufen als „So eine Schandtat! Solch ein Verbrechen! [o facinus! o scelus!]“ Narcissus setzte ihm zwar zu, erklären solle er seine zwei-deutigen Reden und der Wahrheit die Ehre geben; aber er kam damit nicht durch: jener gab ausweichende Antworten, die geeignet waren, jeder Richtung zuzuneigen, in der man sie aus-legen wollte, und seinem Beispiel schloß sich Largus Caecina an. Schon war Messalina in Sichtweite und rief, anhören solle er Octavias und Britannicus‘ Mutter; da erhob der Ankläger laut Einspruch, indem er auf Silius und die Hochzeit hinwies; zugleich überreichte er auf einer Schreibtafel ein Verzeichnis ihrer Ausschweifungen, mit dem er die Blicke des Kaisers ablenken wollte. Kurz darauf sollten ihm beim Betreten der Stadt die gemeinsamen Kinder entgegengeführt werden, wenn nicht Narcissus befohlen hätte, sie wegzubringen. Vibidia konnte er nicht davon abhalten, unter schweren Vorwürfen zu fordern, daß seine Gattin nicht ohne Verteidigung dem Untergang preisgegeben werde. So antwortete er, der Princeps werde sie anhören und es werde Gelegenheit sein, die Be-schuldigung zu widerlegen; inzwischen solle die Jungfrau gehen und ihren heiligen Dienst versehen.

35. Eigenartig war während dieser Vorgänge das Schweigen des Claudius; Vitellius machte eher den Eindruck, als wisse er von nichts: alles hörte auf den Freigelassenen. Den Palast des Ehebrechers befahl er zu öffnen und den Kaiser dort hineinzuführen. Zunächst wies er in der Vorhalle auf das Bild des Vaters von Silius hin, dessen Aufstellung durch Senatsbeschluß verboten war (8), dann darauf, daß das gesamte Erbgut der Nerones und Drusi zu einer Belohnung für die Schandtat geworden sei (9). Als Claudius nun wütend wurde und in Drohungen ausbrach, brachte er ihn in die Kaserne, wo eine Versammlung der Soldaten vorbereitet war; an sie richtete er nach einer einleitenden Ansprache des Narcissus nur wenige Worte: denn seinem gewiß berechtigten Unmut Ausdruck zu geben hinderte ihn das Schamgefühl [pudor]. Ein ununterbrochenes Lärmen der Kohorten war die Folge, die die Namen der Schuldigen wissen wollten und ihre Bestrafung verlangten; als dann Silius vor das Tribunal geführt wurde, versuchte er nicht, sich zu verteidigen, nicht einen Aufschub zu erlangen, sondern bat, daß man sich mit seiner Hinrichtung beeile. Die gleiche feste Haltung führte auch bei den erlauchten römischen Rittern zu dem Wunsch nach einem schnellen Ende. So befahl er, Titius Proculus, der von Silius als Bewacher der Messalina beigeben war und sich zu Anzeigen erbot, Vet-tius Valens, der geständig war, ferner Pompeius Urbicus und Saufeius Trogus als Mitwisser zur Hinrichtung zu führen. Auch Decrius Calpurnianus, der Präfekt der Brandwache, Suplicius Rufus, der Leiter der Gladiatorenschule, und der Senator Iuncus Vergilianus erlitten die gleiche Strafe.

(8) Er war zur Zeit des Tiberius der drohenden Verurteilung durch Suizid zuvorgekommen.
(9) Claudius stammte von beiden Familien ab; offenbar hatte Messalina den Besitz an Silius verschenkt.
 
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