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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Aristaios, der Kulturbringer, und sein Sohn Akteon #2 (395 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.02.2023 um 15:50 Uhr (Zitieren)
Diodorus Siculus IV 81 f.:
82. Was Aristaios betraf, so begab er sich nach dem Tode des Akteon zur Orakelstätte seines Vaters[,] und Apollon prophezeite ihm, daß er auf die Insel Keos auswandern solle und dort von den Einwohnern Ehrungen empfangen werde.

Nun fuhr Aristaios zu der Insel[,] und da eine Seuche ganz Griechenland befallen hatte, brachte er das Opfer, das er dort abhielt, für sämtliche Griechen dar. Und weil es zu dem Zeitpunkt, an dem der Stern Sirius aufgeht und gewöhnlich auch die Etesien (1) wehen, stattfand, so nahmen die seuchenartigen Erkrankungen ein Ende.

Wenn jemand dieses Geschehen bedenkt, so muß er verständlicherweise über die eigenartige Schicksalswende staunen; denn der gleiche Aristaios, der sah, daß sein Sohn von den Hunden getötet worden war, setzte dem Wirken desjenigen unter den himmlischen Sternen, der den nämlichen Namen trägt (2) und als Verderber der Menschheit gilt, ein Ende und wurde so deren restlichem Teil Urheber der Rettung.

Es wird auch berichtet, daß Aristaios Nachkommen auf Keos zurückließ und nach seiner anschließenden Heimkehr nach Libyen auf Veranlassung seiner Mutter, einer Nymphe, wieder ausfuhr. Dabei landete er auf der Insel Sardinien. Hier ließ er sich nieder und gewann die Insel wegen ihrer Schönheit lieb; er bepflanzte sie daher und kultivierte sie, die zuvor keine Pflege erfahren hatte. Auch zeugte er auf der Insel zwei Söhne, den Charmos und den Kallikarpos.

In der Folge besuchte er noch andere Inseln und hielt sich einige Zeit in Sizilien auf, wo ihn die Überfülle der Früchte auf der Insel und die Menge der dort weidenden Herden mit Ehrgeiz erfüllten, den Einwohnern seine eigenen Wohltaten aufzuzeigen. Deshalb soll auch Aristaios von den Bewohnern Siziliens ungewöhnliche Ehrungen wie ein Gott erfahren haben, insbesondere aber von denen, welche die Frucht des Ölbaums ernten.

Schließlich – so berichten die Sagen – suchte Aristaios den Dionysos in Thrakien auf, ließ sich in die geheimen Riten einweihen und lernte, während er bei dem Gotte weilte, von ihm viel nützliche Dinge. Nachdem er noch einige Zeit in der Umgebung des sogenannten Haimosgebirges gewohnt hatte, wurde er unsichtbar und nicht nur dortzulande bei den Barbaren, sondern auch bei den Griechen göttlicher Ehren teilhaftig.

[Diodoros: Griechische Weltgeschichte. 10 Bde. Bd. 2 (Buch IV-X), hrsg. v. Otto Veh. Stuttgart 1993, S. 425-427)

(1) ein Nordwind im Hochsommer
(2) Der Sirius wird auch Hundsstern genannt.
 
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