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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Aristaios, der Kulturbringer, und sein Sohn Akteon #1 (391 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.02.2023 um 13:03 Uhr (Zitieren)
Diodorus Siculus IV 81 f.:
81. Wir aber wollen, nachdem wir von diesen Dingen [sc. Mythen] ausführlich genug gesprochen haben, nun daran gehen, über Aristaios zu schreiben. Aristaios war der Sohn des Apollon und der Kyrene, der Tochter des Hypseus, des Sohnes des Peneios. Über seine Geburt berichten einige Mythographen folgendermaßen: Apollon verliebte sich in ein Mädchen von ausnehmender Schönheit namens Kyrene, das in der Nachbarschaft des Pelion aufwuchs[,] und holte sie von dort weg in das Gebiet von Libyen, wo er in späteren Zeiten eine Stadt gründete und diese nach ihr Kyrene benannte.

Nun zeugte Apollon in dem erwähnten Lande mit Kyrene einen Sohn Aristaios und übergab ihn, da er noch ein Säugling war, den Nymphen zur Pflege. Diese gaben dem Kinde drei Namen: Sie hießen ihn nämlich Nomios, Aristaios und Agreus. Von den Nymphen lernte er die Gewinnung von gestöckelter Milch, die Anfertigung von Bienenstöcken sowie die Ölbaumkultur[,] und er war der erste, der all dies die Menschen lehrte.

Wegen des Nutzens aber, den die Entdeckungen stifteten, zeichnete ihn die beglückte Menschheit mit göttlichen Ehren aus, wie sie es auch mit Dionysos getan hatte. Danach soll sich Aristaios nach Boiotien begeben und dort eine der Töchter des Kadmos, die Autonoë, geheiratet haben, die, wie es heißt, den Akteon gebar, der nach den Berichten der Mythen von den eigenen Hunden zerrissen wurde.

Die Ursache für diesen Unglücksfall sehen die einen darin, daß Akteon im Heiligtum der Artemis die Erstlingsbeute seiner Jagden der Göttin weihte und sich nun dafür mit ihr zu vermählen wünschte; nach der Meinung anderer kam es dazu, weil Akteon auf Grund seiner Jagderfolge sich Artemis überlegen erklärte.

Es erscheint indes nicht unglaubwürdig, daß beide Gründe den Zorn der Göttin erregten, sei es nun, daß Akteon seine Jagdbeute gegenüber Artemis, die doch jeder Ehe abhold ist, dazu mißbrauchte, seine eigene Begier zu stillen, oder daß er sich erkühnte zu behaupten, ein vorzüglicherer Jäger als jene zu sein, mit der selbst die Götter in diesen Dingen auf einen Wettstreit verzichtet hatten; auf jeden Fall hatte Artemis einen verständlichen und berechtigten Anlaß zu ihrem Groll. Und wir dürfen im ganzen überzeugt sein, daß Akteon, in die Gestalt seiner Jagdtiere verwandelt, von den Hunden getötet wurde, die auch mit anderem Wild so verfahren.

[Diodoros: Griechische Weltgeschichte. 10 Bde. Bd. 2 (Buch IV-X), hrsg. v. Otto Veh. Stuttgart 1993, S. 425-427]
 
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