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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Dionysos und die Erfindung des Weinbaus #3 (381 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 22.02.2023 um 13:43 Uhr (Zitieren)
3a. Hyginus: Fabulae

Als Dionysos sich auf den Weg zu den Menschen gemacht hatte, um ihnen die Süße und den Wohlgeschmack seiner Früchte zu zeigen [Cum Liber pater ad homines esset profectus ut suorum fructuum suavitatem atque iucunditatem ostenderet], kam er zu Icarius und Erigone und wurde freundlich von ihnen aufgenommen. Er schenkte ihnen einen Schlauch voll Wein und forderte sie auf, für seine Verbreitung in den anderen Ländern zu sorgen. Icarius belud einen Wagen und kam mit seiner Tochter Erigone und dem Hund Maira zu Hirten nach Attika und zeigte ihnen diese eigentümliche Art von Süßigkeit. Die Hirten tranken allzu unmäßig, bekamen einen Rausch und fielen zu Boden. Sie glaubten, Icarius habe ihnen ein übles Gift gegeben[,] und schlugen ihn mit Knüppeln tot. Der Hund Maira aber heulte vor dem ermordeten Icarius und zeigte Erigone dadurch, wo ihr Vater unbestattet lag. Als sie an die Stelle gekommen war, gab sie sich den Tod, indem sie sich über der Leiche ihres Vaters an einem Baum erhängte. Voll Zorn über den Vorfall verhängte Dionysos über die Töchter der Athener die gleiche Strafe. [...]

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4. Nonnos: Dionysiaka

[Zeus:] „Vater, du Hirt und eigner Schöpfer ewiger Jahre,
Zürne nicht! Menschennatur wird nie vorzeitig versagen,
Bald sich füllend, bald sich mindernd, gleich der Selene.
Nektar laß den Göttern, ich will den Menschen zur Tröstung
Schenken den Wein, vergleichbar dem selberfließenden Nektar,
Anderen Trank, der Menschen gemäß. Das ewige Weltall
Wird so lange leiden, bis einen Sohn ich entbinde:
Ich, der Erzeuger, gebär ihn und werde im männlichen Schenkel
Weibliche Wehen ertragen, die Frucht der Wehen zu retten.
[τίκτω ἐγὼ γενέτης, καὶ τλήσομαι ἄρσενι μηρῷ
θηλυτέρας ὠδῖνας, ὅπως ὠδῖνα σαώσω.]
Gestern auf den Wink der weithinherrschenden Deo
Hat die Erde, vom Eisen, dem Freier der Ähren, gespalten,
Trockne Frucht des garbenerzeugenden Ackers geboren.
Jetzt wird auch mein Sohn, der Gabenspender, im Boden
Pflanzen die feuchte, duftende Frucht schmerzlindernder Lese.
Trauerfeind Dionysos [νηπενθὴς Διόνυσος] weckt nun trauerlos Trauben,
Er, Demeters Rival. Du wirst mich loben, sobald du
Schaust, wie sich die Rebe rötet vom Safte des Weines
Als ein Herold der Freude, und wenn vom Lande die Leute
Bei der Kufe mit lastenden Füßen die Lese zerstampfen,
Wenn der Bakchantinnen Schar in die Lüfte über den Schultern
Jauchzend schüttelt die ungeflochtenen, rasenden Locken.
Und im bakchantischen Taumel der Sinne mit wechselnden Bechern
Werden sie alle bejubeln an lauten tosenden Tafeln
Den Dionysos, ihn, den Retter des Menschengeschlechtes
[ἀνδρομέης Διόνυσον ἀλεξητῆρα γενέθλης].
Diesen wird zum Sternenlauf nach irdischen Kämpfen,
Nach Gigantenschlacht und nach dem indischen Kriege,
Um mit Zeus zu leuchten, der schimmernde Äther empfangen.
Und der Gott der Reben wird eine auf schattigem Efeu
Liegende Natter wie einen Kranz um die Locken sich winden,
...
Eine Schlangenbinde, die neue Gottheit bezeichnend.
Als einen Himmlischen werden die Menschen ihn ehren und nennen
Rebengott Dionysos, wie sie Apollon den Schützen,
Hermes den Goldstabträger und Ares den ehernen heißen.“

[VII 73-105]

 
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