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Die Karthager und der Söldneraufstand #1 (398 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.02.2023 um 12:53 Uhr (
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Die Schrecken eines ohne jede Rücksicht geführten Krieges schildert:
Diodorus Siculus XXV 2-5:
Im Anschluß an den Ersten Punischen Krieg (264-241 v.u.Z.) kam es zu einem Aufstand der karthagischen Söldner, die Karthago nach dem verlorenen Krieg nicht bezahlen konnte.
Die Karthager hatten Siziliens wegen große Kämpfe und Gefahren auf sich genommen und ohne Pause mit den Römern 24 Jahre hindurch im Krieg gelegen. Aber niemals hatten sie Katastrophen von solchen Ausmaßen erlitten, wie sie bei ihnen erst der Krieg verursachte, den sie gegen die Söldner führen mußten, weil sie diesen Unrecht getan hatten. Denn nachdem sie die Ausländer um den Sold gebracht hatten, der diesen zustand, wären sie selbst fast ihrer Herrschaft, ja ihres eigenen Landes verlustig gegangen. Denn die Söldner, denen Unrecht getan worden war, begannen einen Aufstand und brachten die Karthager in die schlimmste Not.
Es gab bei den Karthagern an solchen, die bei ihnen Kriegsdienste genommen hatten, Iberer, Kelten, Balearier, Libophöniker, Phöniker, Ligurer und Sklaven von halbgriechischer Abstammung. Diese alle waren es, die den Aufstand begannen.
Die Karthager schickten zu den Aufständischen einen Herold und forderten die Auslieferung der Toten. Spondios aber und die anderen Führer weiteten ihre Brutalität noch aus. Nicht nur, daß sie einer Bestattung widersprachen. Sie äußerten drohend auch, man solle niemals mehr wegen irgendeiner Sache einen Herold zu ihnen schicken. Der nämlich würde die gleiche Strafe erleiden, wenn er in ihre Nähe käme. Für die Zukunft legten sie fest, die karthagischen Gefangenen sollte so bestraft werden wie diese. Denen hingegen, die zu den Bundesgenossen der Punier gehörten, werde man die Hände abhacken und sie verstümmelt nach Karthago schicken.
Durch die erwähnten Freveltaten und ihre Grausamkeit nun vereitelten Spondios und seine Mitfeldherren für Barkas alle Möglichkeiten einer menschlichen Kriegführung [τὴν διὰ τῆς φιλανθρωπίας στρατηγίαν]. Denn auf solche Weise durch ihre Grausamkeit in Schwierigkeiten gebracht, wurde er gezwungen, seine Milde gegenüber Kriegsgefangenen aufzugeben und jene entsprechend zu bestrafen, die in seine Hände fielen. Daher ließ er die Gefangenen verstümmeln und den Tieren (d.h. Elefanten) vorwerfen, von denen sie totgetrampelt wurden und so eine qualvolle Bestrafung erlitten.
Die Einwohner von Hippokrene und die von Utika fielen ab und warfen die Besatzung ihrer Städte die Mauern hinab, wo sie unbestattet liegen blieben. Als Gesandte der Karthager zu ihnen kamen wegen eines Abtransports der Toten, widersetzten sie sich, sie begraben zu lassen.