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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Dodekalog (422 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 13.01.2023 um 13:58 Uhr (Zitieren)
Neben den beiden Versionen des klassischen Dekalogs (Exodus 20, 1-17 und Deuteronomium 5, 6-21) gibt es im Tanach noch einen Dodekalog, der sozusagen Gottes zweites Bundesangebot, nach der betrüblichen Szene mit dem goldenen Kalb, darstellt:
Er [sc. der Herr] entgegnete: „Siehe, ich schließe einen Bund! Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder vollbringen, wie sie auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschehen sind. Dann soll das ganze Volk, in dessen Mitte du lebst, das Wirken des Herrn sehen; denn erschütternd ist, was ich an dir tun werde.
Beachte genau, was ich dir heute gebiete: Siehe, ich vertreibe vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Hethiter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter!
(I) Hüte dich davor, einen Bund mit den Landesbewohnern einzugehen, in deren Gebiet du kommst, sonst könnten sie dir in deiner Mitte zum Fallstrick werden!
(II) Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Weihesteine zertrümmern, und ihre Kultpfähle umhauen!
Denn du sollst keinen fremden Gott anbeten. Der Herr heißt nämlich ‚Eifersüchtiger‘ und ist ein eifernder Gott.
(III) Darum darfst du mit den Landesbewohnern keinen Bund schließen. Sie treiben ja hinter ihren Göttern Unzucht (1) und opfern ihnen und laden auch dich dazu ein, daß du von ihrem Opfermahl genießest.
Aus ihren Töchtern darfst du für deine Söhne keine Frauen nehmen; denn diese buhlen hinter ihren Göttern her und bringen auch deine Söhne dazu, hinter ihren Göttern her Unzucht zu treiben.
(IV) Du sollst dir keinen Gott aus Gußmetall machen!
(V) Das Fest der ungesäuerten Brote (2) sollst du halten! Sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich dir befohlen habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten ausgezogen.
(VI) Alle Erstgeburt gehört mir; von deinem ganzen Viehbestand die männliche Erstgeburt vom Rind und Schaf.
Den Erstlingswurf vom Esel sollst du gegen eine Schaf auslösen; wenn du ihn aber nicht auslösen willst, so mußt du ihm das Genick brechen! Die Erstgeburt deiner Söhne sollst du auslösen; niemand soll vor mir mit leeren Händen erscheinen!
(VII) Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tage sollst du ruhen. Selbst in der Zeit des Pflügens und Erntens sollst du ruhen!
(VIII) Auch das Wochenfest sollst du feiern zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte und das Fest der Lese an der Jahreswende.
(IX) Dreimal im Jahre soll alles Männliche unter dir vor Gott dem Herrn, Israels Gott, erscheinen. (3)
Denn ich will Völker vor dir vertreiben und deine Grenzen erweitern, und niemand soll dein Land begehren, während du hinaufziehst, um dreimal im Jahr vor dem Herrn, deinem Gott, zu erscheinen.
(X) Du sollst mein Opferblut nicht zusammen mit gesäuertem Brot darbringen! Das Opfer des Osterfestes (4) soll bis zum andern Morgen nicht mehr da sein!
(XI) Das Beste von den Erstlingen deines Ackers sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen.
(XII) Du sollst ein Böcklein nicht mit der Milch seiner Mutter kochen!“
Der Herr sprach zu Moses: „Schreibe dir diese Worte auf! Denn auf Grund dieser Worte schließe ich mit dir und Israel einen Bund.“

(Exodus 34, 10-27)

(1) Dies ist nicht als sexuelle Anspielung zu verstehen, sondern das Verhältnis Gottes zu seinem Volk wird analog zu einer Liebesbeziehung (inkl. Eifersucht) gedeutet.
(2) Mazzenfest
(3) Zu verstehen als Wallfahrt nach Jerusalem.
(4) Pessach

Die Unterschiede sind auffallend: Nicht nur, daß hier von zwölf Geboten die Rede ist, es fehlen trotz der größeren Zahl die sozialen, zwischenmenschlichen Gebote.
 
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