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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Typhoeus/Typhon - der Teufel der Antike #5 (423 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.01.2023 um 15:35 Uhr (Zitieren)
Eine längere Prosa-Version des gesamten Mythos bietet (Ps.-)Apollodor:
5. (Ps.-)Apollodor: Bibliotheké

Als die Götter über die Giganten gesiegt hatten, war Ge [Γῆ] noch zorniger. Sie schlief mit Tartaros und gebar in Kilikien den Typhon, ein Mischwesen aus Mensch und Tier. Er übertraf an Größe und Stärke alle anderen Kinder der Ge. Bis zu den Schenkeln war er menschengestaltig, aber so groß, daß er alle Berge überragte und sein Kopf oft die Sterne berührte. Hände hatte er, von denen erstreckte sich die eine bis zum Abend (nach Westen), die andere bis zum Morgen (nach Osten), und hundert Köpfe von Drachen waren mit ihnen verwachsen.

Von den Schenkeln an ringelten sich riesige Nattern, die laut zischten und ihm mit ihren Windungen bis an den Kopf reichten. Sein Leib war überall gefiedert, von Kopf und Kinn wallten ihm struppige Haare und seine Augen sprühten Feuer. So ein Wesen also war Typhon, der glühende Felsen gegen den Himmel schleuderte und fauchend und brüllend anstürmte. Aus seinem Mund floß ein feuriger Glutstrom.

Als die Götter ihn gegen den Himmel stürmen sahen, flohen sie nach Ägypten und verwandelten, vom ihm verfolgt, ihre Erscheinungsform in Tiere. Zeus traf den Typhon von weitem mit seinen Wetterstrahlen; als er näher kam, schlug er ihn mit der Sichel aus Adamant. Typhon floh, und Zeus verfolgte ihn bis zum Kasion-Gebirge; dieses liegt in Syrien. Dort sah er ihn verwundet und begann ein Handgemenge mit ihm.

Typhon aber umschlang ihn mit seinen Windungen und ergriff ihn so, entriß ihm die Sichel und durchschnitt ihm die Sehnen an Händen und Füßen. Dann hob er ihn auf seine Schultern, trug ihn durch das Meer nach Kilikien und legte ihn nach seiner Ankunft in der Korykischen Höhle ab. Dort verbarg er auch, in eine Bärenfell gewickelt, die Sehnen und setzte die Drachenfrau Delphyne als Wächterin ein. Halb ein Tier war dieses Mädchen. Hermes und Aigipan aber stahlen die Sehnen und paßten sie Zeus heimlich wieder an.

Nachdem Zeus so seine Kraft wiedererlangt hatte, kam er plötzlich auf einem mit geflügelten Pferden bespannten Wagen aus dem Himmel hervor, schleuderte die Wetterstrahlen und verfolgte Typhon bis zum sogenannten Nysa-Gebirge, wo die Moiren den Verfolgten täuschten: Er ließ sich von ihnen überzeugen, er werde noch stärker werden, wenn er von den „Eintagsfrüchten [τῶν ἐφημέρων καρπῶν]“ esse. Deshalb erneut verfolgt, kam er nach Thrakien, und am Haimos schleuderte er im Kampf ganze Berge.

Da sie aber durch den Wetterstrahl auf ihn zurückgeworfen wurden, verlor er auf dem Gebirge viel Blut [αἷμα]; davon soll der Berg seinen Namen Haimos bekommen haben. Als er über das sizilische Meer fliehen wollte, schleuderte Zeus das Aitne-Gebirge (Ätna) in Sizilien auf ihn. Es ist übergroß, und es heißt, daß bis heute von den geschleuderten Wetterstrahlen Feuer aus ihm hervorkommt.

[I 39-44]

Zeus ging im Zweikampf bereits seiner Sehnen verlustig - das war knapp!
 
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