α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Charakter des Kaisers Titus #2 (437 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.12.2022 um 14:02 Uhr (Zitieren)
Sueton, Titus 6, 1 - 8, 1:
Er veranstaltete Gelage, die eher angenehm als ausschweifend waren. Als Ratgeber wählte er die, mit denen auch die Kaiser nach ihm einverstanden waren und die sie vor allen anderen heranzogen, da diese für sie selbst als auch für den Staat unentbehrlich waren. Berenike schickte er sofort aus Rom fort, unfreiwillig und auch gegen ihren Willen. Obwohl einige von seinen allerliebsten Bübchen [e gratissimis delicatorum] so kunstfertige Tänzer waren, daß sie bald anerkannte Stars auf der Bühne waren, unterließ er es nicht nur, sie freizügiger zu fördern, sondern sie bei einem öffentlichen Auftritt überhaupt anzuschauen.

Keinem Bürger nahm er etwas weg; von fremdem Eigentum ließ er die Finger, so gut wie [abstinuit alieno]: ja wenn es überhaupt jemand jemals vermocht hat; ja, er nahm nicht einmal die ihm zuerkannten und üblichen Geldgeschenke an. Und dennoch stand er keinem seiner Vorgänger an Freigebigkeit nach: Bei der Einweihung des Amphitheaters und nach der schnellen Fertigstellung der Thermen unmittelbar daneben veranstaltete er einen sehr prächtigen Gladiatorenkampf in Saus und Braus; er gab auch ein Seegefecht in der alten Naumachie, ebenfalls dort kämpften sowohl Gladiatoren als auch fünftausend Tiere aller Art an einem Tag.

Von Natur hingegen war er die Güte in Person [Natura autem benivolentissimus]. Da seit Tiberius alle Kaiser die von ihren Vorgängern verliehenen Vergünstigungen nur dann noch als gültig betrachteten, wenn sie auch selbst eben diese Vergünstigungen denselben Leuten verliehen hatten, bestätigte er als erster alle Vergünstigungen vergangener Zeiten in einem Edikt und duldete nicht, daß man ihn darum bat.

Bei den anderen Bitten der Leute aber hielt er äußerst entschlossen daran fest, keinen ohne eine Spur von Hoffnung fortzuschicken. Ja, als sogar seine nähere Umgebung zu bedenken gab, daß er mehr verspreche, als er gewähren könne, sagte er, aus dem Gespräch mit dem Kaiser dürfe niemand verstimmt weggehen [non oportere ait quemquam a sermone principis tristem discedere]. Als ihm einmal bei Tisch einfiel, daß er während des ganzen Tages noch niemandem einen Wunsch erfüllt habe, tat er jenen denkwürdigen und zu Recht gelobten Ausspruch: „Freunde, ich habe einen Tag verloren [amici, diem perdidi]“.

(C. Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten – De Vita Caesarum. Herausgegeben von Hans Martinet. Düsseldorf/Zürich 1997, S. 874-877)
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Reiterstatue

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.