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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Nessos #4 (416 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 20.12.2022 um 12:49 Uhr (Zitieren)
Eine ausführliche Darstellung des Nessos-Deianeira-Herakles-Mythos bietet Ovid in seinen "Metamorphosen" (IX 98-272).
[...]
Dir, du wilder Nessus, dir hat die Begier nach der selben
Jungfrau den Tod gebracht in dem Pfeil, der durchbohrt deinen Rücken.
Denn als der Juppitersohn zu des Vaters Stadt mit der jungen
Gattin zurückzog, war er zum wilden Euenus gekommen.
Höher als sonst, geschwellt von den Regengüssen des Winters,
reich an Strudeln war der Fluß und nicht zu durchschreiten.
Stark an Gliedern, als Kenner der Furten nahte dem Helden,
der nicht für sich, sondern nur um die Gattin besorgt war, sich Nessus:
„Ich will euch dienen, o Sproß des Alceus, und diese ans andre
Ufer setzen, und du mach schwimmend Gebrauch deiner Kräfte.“
Da übergab der bœotische Held die zitternde Frau, die
angstvoll erbleicht, den Fluß und ihn selbst auch fürchtet, dem Nessus,
sprach wie er war durch den Köcher beschwert und die Decke des Löwen
- Keule und Bogen hatte er zuvor hinüber geworfen –:
„Da ich nun einmal begann, unterliegen sollen die Flüsse!“
zaudert und sucht nicht, wo der Strom am sanftesten fließe,
und er denkt nicht daran, sich abwärts treiben zu lassen.
Als er am Ufer schon steht, den geworfenen Bogen schon aufhebt,
hört und erkennt er die Stimme der Gattin und ruft dem Centauern,
der sich anschickt, das Pfand zu veruntreun: „Wohin, du Verwegner,
reißt dich eitel Vertraun auf die Füße? Ich meine, o Nessus,
Zwiegestalteter, dich! Du höre und stiehl nicht, was mein ist!
Wenn dich die Rücksicht auf mich nicht bewegt, so hätte des Vaters
kreisendes Rad dir können verbotene Lüste verleiden.
Traust deinen Pferdebeinen du auch, du wirst nicht entfliehn, mit
Wunden verfolg‘ ich dich und nicht mit dem Fuß!“ Er macht seine letzten
Worte zur Tat, entsendet den Pfeil, durchbohrt des in Eile
Flüchtenden Rücken. Der Brust entragt die hakige Spitze.
Als es herausgezogen, das spritzte das Blut aus den beiden
Löchern hervor, vermischt mit dem tödlichen Gifte der Hydra.
Nessus fing es auf. „Denn nicht ungerächt werde ich sterben“,
spricht er zu sich und schenkt der Geraubten das mit dem warmen
Blute getränkte Gewand als ein Mittel, Liebe zu wecken.

Lange Zeit inzwischen verstreicht. Die Taten des großen
Hercules haben den Erdkreis, der Stiefmutter Haß schon ersättigt.
Opfer zum Dank für Oechalias Fall will der Sieger Eubœas
Juppiter spenden, da trägt die geschwätzige Fama, die gerne
Falsches zu Wahrem fügt, ans Ohr voraus dir die Kunde,
daß der Amphitryon Sproß für Iole stehe in Flammen.
Und die Liebende glaubt; verstört durch die Kunde von neuer
Neigung des Gatten läßt sie zunächst den Lauf ihren Tränen,
mitleidswürdig verströmt ihren Schmerz sie weinend: dann aber
spricht sie: „Was wein‘ ich? Nur freun wird sich dieser Tränen das Kebsweib!

 
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