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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Nessos #3 (413 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 19.12.2022 um 12:45 Uhr (Zitieren)
Das Drama "Die Trachinerinnen" des Sophokles befaßt sich mit dem Stoff. Ich gebe den Ausschnitt mit der Nessos-Geschichte wieder:
[Deianeira, als ihr Iole als Beute des Herakles ins Haus gebracht wird:]
[...]
Von einem Untier aus der Urzeit ward mir einst
ein alt Geschenk, bewahrt in einem erznen Krug,
das ich, noch Mädchen [παῖς], von dem zottigen Nessos, der
dem Tod schon nahe war, aus seinem Blut empfing.
Der trug auf seinen Armen durch den tiefen Strom
Euenos Menschen gegen Lohn, bediente sich
weder des Ruderbootes noch des Segelschiffs.
Er trug auch mich, als ich ins väterliche Haus
mit Herakles zum ersten Mal als Gattin zog,
auf seinen Schultern. Aber mitten auf dem Fluß
greift er nach mir mit dreister Hand. Ich aber schrie.
Da wandte sich alsbald der Sohn des Zeus und schoß
mit einem Federpfeil, und der durchdrang die Brust
ihm bis in seine Lungen, und das Ungetüm
sprach sterbend also: Kind des alten Oineus, nun
bleibt dir von meinem Fährdienst, wenn du auf mich hörst,
ein großer Vorteil, weil ich dich als letzte trug.
Wenn du aus meiner Wunde das geronnene Blut
mit deinen Händen an dich nimmst, wo gallig schwarz
das Schlangenvieh von Lerna (1) einst den Pfeil gefärbt,
so wird dir das als Zaubermittel dienen für
Herakles‘ Herz, damit er keine andre Frau
jemals erblicke, die er lieber hat als dich.
Daran, ihr Lieben, dacht‘ ich. Denn seit Nessos‘ Tod
hielt ich es eingeschlossen wohlverwahrt im Haus.
Dies Hemd hab‘ ich bestrichen und hinzugetan,
was er mir sonst noch nannte, und nun ist’s vollbracht.
Von schlimmen Künsten möcht‘ ich weder wissen noch
sie lernen: Frauen, die das wagen, hasse ich.
Doch trüg‘ ich über jenes Weib den Sieg davon
durch Liebesbann [φίλτροις] und Zauberei an Herakles, -
das Werk ist vorbereitet, - wenn als Torheit nicht
mein Tun erscheint; sonst unterlass‘ ich es.

Chorführerin:
Wenn man Vertrauen zu der Sache haben kann,
so scheint uns der Entschluß, den du gefaßt, nicht schlecht.

Deianeira:
Mit dem Vertrauen steht es so: man darf daran
zwar glauben, doch erprobt hab‘ ich es keineswegs.

Chorführerin:
Du kommst zum Wissen nur durch Handeln [ἀλλ‘ εἰδέναι χρὴ δρῶσαν]. Nichtig ist
dein Glauben an die Kenntnis, die du nicht erprobst.

[...]

[V. 555-593]


(1) die Hydra
 
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