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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Zwei Prunkschiffe des Ptolemaios IV. Philopator #2 (440 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.12.2022 um 13:21 Uhr (Zitieren)
Athenaios von Naukratis 5. Buch 203E – 206D:
Philopator baute auch ein Flußschiff, den sogenannten Kabinenträger [θαλαμηγός], zweihundert Ellen lang und an der breitesten Stelle dreißig Ellen breit. Die Höhe einschließlich des Zeltaufbaus betrug wenig unter vierzig Ellen.

Seine Form ähnelte weder den Kriegsschiffen noch den breiten Handelsschiffen, sondern war der Benutzung auf dem flachen Fluß angepaßt. Unten war es flach und breit, der Aufbau hoch. Das Heck und besonders der Bug erhoben sich deutlich, mit einer schön anzusehenden Krümmung. Es hatte einen doppelten Bug und ein doppeltes Heck, hochgezogen wegen der häufig hohen Flußwellen.

In der Mitte gab es Räume für Bewirtungen, Schlafkabinen und was sonst noch für ein bequemes Leben nötig war. Um das Schiff herum liefen auf drei Seiten Promenadenwege in zwei Etagen, deren einer nicht weniger als fünf Plethren (3) lang war. Der Umgang im Unterdeck war gestaltet wie ein Peristyl mit Wänden und Fenstern.

Trat man vom Heck her an Bord, fand man eine vorn offene Vorhalle mit seitlichen Säulen, nach dem Bug zu gab es ein Peristyl aus Elfenbein und edlen Hölzern. Durchschritt man dieses, fand man eine Art überdachtes Proszenium. An der Seite gab es eine entsprechende Halle, in die ein vierflügeliges Portal führte. Rechts und links waren Fenster eingetieft, die frische Luft hereinließen. Es schloß sich an die Haupthalle. Sie war von Säulen umzogen und konnte zwanzig Liegen aufnehmen. Sie war hauptsächlich aus syrischer Zeder und milesischer Zypresse gebaut.
Die Türen ringsum, zwanzig an der Zahl, hatten Furnier aus duftender Zeder mit elfenbeinernen Verzierungen. Die Zierknöpfe an den Schauseiten und die Klinken waren aus rotem feuervergoldetem Kupfer. Die Schäfte der Säulen waren aus Zedernholz, die Kapitelle im korinthischen Stil waren mit Gold und Elfenbein verziert. Das Gebälk war ganz mit Gold eingelegt. Herum lief ein Fries von auffälligen Elfenbeinfiguren, mehr als eine Elle hoch, im Kunstwert mäßig, aber mit erstaunlichem Aufwand gemacht.

Die Decke des Speisesaales war mit Kassetten aus Zypresse schön verziert, die vergoldeten plastischen Schmuck trugen. Neben dem Speisesaal lag ein Schlafraum mit sieben Liegeplätzen. Ihm schloß sich ein schmaler Durchgang von Bord zu Bord an, der die Frauengemächer abtrennte.

So war das erste Deck eingerichtet. Stieg man die Treppe neben dem eben genannten Schlafgemach hinauf, kam man zu einer weiteren Kabine mit fünf Liegen, die eine mit Rhomben verzierte Decke hatte. Daneben war ein runder Tempel der Aphrodite mit einem Marmorbild der Göttin. Ihm gegenüber befand sich ein weiterer luxuriöser Speisesaal mit Säulen aus indischen Steinen. Neben diesem Saal waren noch Schlafkabinen, die ähnlich wie die erwähnten eingerichtet waren.

Am Bug fand man einen dem Dionysos geweihten Raum mit dreizehn Liegen, von Säulen umgeben. Er war bis zu den Querbalken über den Säulen vergoldet, die Decke gemäß dem Charakter des Gottes gestaltet.

Rechts gab es eine Höhle, der mit Gold und Edelsteinen das Aussehen von Stein gegeben war. In ihr standen marmorne Porträtstatuen der königlichen Familie. Recht reizvoll war auch ein weiterer Speiseraum, der auf dem Dach des Hauptsaales in der Art eines Zeltes errichtet war. Er hatte kein festes Dach, dafür waren in bestimmten Abständen bogenförmige Stäbe gespannt, über die, wenn das Schiff auf Fahrt ging, purpurne Sonnensegel gebreitet wurden.

Anschließend kam ein offenes Deck, genau über der darunterliegenden Vorhalle. Von hier führte eine Wendeltreppe zu der überdachten Promenade und einem Speisesaal mit neun Liegen, der in ägyptischem Stil gestaltet war. Denn die Säulen wölbten sich in der Mitte nach außen, die einzelnen Trommeln waren abwechselnd von schwarzer und weißer Färbung.
Die Kapitelle waren rund, in der Form ähnlich gerade erblühten Rosenknospen. Um den sogenannten Korb lagen nicht Voluten wie bei den Griechen, sondern Lotosblüten und Früchte gerade erblühter Dattelpalmen. Teilweise waren auch viele andere Arten von Blüten eingearbeitet. Der Teil unter der Wurzel des Kapitells, also der der anschließenden Trommel aufliegt, ähnelte mit verschlungenen Blüten und Blättern der ägyptischen Bohne. So gestalten die Ägypter ihre Säulen. Auch die Wände machen sie durch weiße und schwarze Platten abwechslungsreich, manchmal auch mit dem Alabaster genannten Stein.

Noch viele andere Räume gab es im Rumpf des Schiffes in seiner ganzen Länge. Sein Mast war siebzig Ellen hoch, er trug ein Segel aus feinem Leinen, geschmückt mit einem pur-purnen Toppsegel.

(Athenaios von Naukratis: Das Gelehrtenmahl. Herausgegeben von Ursula und Kurt Treu. Leipzig 1985, S. 125-127)

(3) d.h. ca. 150 Meter

Ob auch die heutigen Oligarchen-Yachten Tempel enthalten?
 
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