Zwei Prunkschiffe des Ptolemaios IV. Philopator #1 (429 Aufrufe)
Athenaios von Naukratis 5. Buch 203E – 206D:
Da wir von Schiffsbauten sprachen, wollen wir auch – denn es lohnt sich – von den Schiffen reden, die König Philopator (1) herstellen ließ. Über sie berichtet derselbe Kallixeinos (2) im 1. Buch seiner Schrift „Über Alexandria“: Der Vierzigruderer, den Philopator bauen ließ, war zweihundertachtzig Ellen lang, von Laufgang zu Laufgang achtunddreißig Ellen breit, bis zum Bordrand achtundvierzig Ellen hoch. Von der Höhe der Heckzier bis zur Wasserlinie waren es dreiundfünfzig Ellen. Er hatte vier Steuerruder von dreißig Ellen Länge, und die längsten Ruder der obersten Reihe maßen achtunddreißig Ellen, doch da sie am Griffende bleibeschwert waren und innerhalb der Bordwand sehr schwer, waren sie gut ausbalanciert und leicht zu bedienen.
Das Schiff hatte einen doppelten Bug und ein doppeltes Heck und sieben Rammsporne, einen als Hauptsporn, die anderen ihm untergeordnet. Es war mit zwölf Verstärkungstauen umspannt, jedes sechshundert Ellen lang, und äußerst ansprechend proportioniert.
Bewundernswert war auch die Ausstattung des Schiffes. Es hatte an Bug und Heck Figuren von nicht weniger als zwölf Ellen Höhe, und jede freie Stelle war mit enkaustischer Malerei verziert, und die ganze Fläche vom Austritt der Ruder bis zum Kiel hatte ringsum ein Muster von Efeublättern und Thyrsosstäben. Reich war auch die Bewaffnung, die alle entsprechenden Teile des Schiffes schmückte.
Bei einer Probefahrt brauchte man über viertausend Ruderer und vierhundert Mann für Dienstleistungen. Auf den Decks waren zweitausendachthundertfünfzig Seesoldaten, unter Deck noch eine zahlreiche Mannschaft und reichlich Proviant.
Der ursprüngliche Stapellauf geschah von einer Art Rost aus, der angeblich aus dem Holz von fünfzig Fünfruderern gebaut worden war, und das Schiff wurde von einer Menschenmenge unter Geschrei und Trompetenstößen ins Wasser gezogen. Später erfand dann ein Phönizier die Methode, ein Schiff zu Wasser zu bringen, indem er in der Nähe des Hafens einen Graben von gleicher Länge wie das Schiff aushob. In ihm legte er aus festem Stein ein Fundament von fünf Ellen Tiefe, und in der ganzen Länge des Grabens befestigte er eine Reihe von Walzen, zwischen denen ein Raum von vier Ellen Tiefe freiblieb. Dann machte er einen Zufluß vom Meer und füllte den ganzen ausgegrabenen Raum mit Wasser, in den er dann das Schiff ganz leicht mit gewöhnlichen Arbeitern hineinbrachte. Dann schloß man den Zufluß und pumpte das Wasser mit Pumpgeräten heraus. War das geschehen, so ruhte das Schiff sicher auf den genannten Walzen.
(1) reg. 221 bis 205
v.u.Z.
(2) Kallixeinos oder Kallixenos von Rhodos, Schriftsteller des 3. Jhdts.
v.u.Z. und Verfasser eines nicht erhaltenen Werkes über Alexandria
Leider weiß man nicht, was "Vierzigruderer" und ähnliche Angaben bedeuten sollen. Vierzig Ruderreihen übereinander?