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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Das Grabmal des Hephaistion (438 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 12.12.2022 um 17:13 Uhr (Zitieren)
Diodorus Siculus XVIII 114, 4 - 115:

Hephaistion, der Freund und mutmaßliche Geliebte Alexanders des Großen, starb im Winter 324/3 v.u.Z., wahrscheinlich an exzessivem Weinkonsum.
114. [...] Als nun der König die Vorbereitungen für das Begräbnis traf, trug er den Städten der Umgebung auf, gemäß ihrem Vermögen etwas zur Ausstattung des Begräbnisses beizusteuern, allen Bewohnern Asiens gab er aber die Order, dafür zu sorgen, daß das bei den Persern als heilig bezeichnete Feuer gelöscht werde, bis die Bestattung beendet wäre [προσέταξεν τὸ παρὰ τοῖς Πέρσαις ἱερὸν πῦρ καλούμενον ἐπιμελῶς σβέσαι, μέχρι ἂν τελέσῃ τὴν ἐκφοράν]. Dies pflegten die Perser beim Tod ihrer Könige nämlich zu tun,
und die meisten Leute hielten den Befehl daher für ein schlimmes Vorzeichen; dachten sie doch, daß die Gottheit damit den Tod Alexanders selbst voraussagte. Es gab auch andere seltsame Vorzeichen, die auf den Tod Alexanders hinwiesen, über welche wir etwas später berichten wollen, wenn wir den Bericht über das Begräbnis erstatten.

115. Jeder seiner Generäle und Freunde versuchte des Königs Wunsch zu treffen und ließ Bildnisse von Hephaistion in Elfenbein, Gold und anderen bei den Menschen hochgeschätzten Materialien herstellen, er selbst aber sammelte seine Baumeister (1) und eine Masse Handwerker und ließ auf eine Strecke von zehn Stadien die Stadtmauer (2) niederreißen. Dann ließ er die gebackenen Ziegel auflesen und einen Platz einebnen, der den Scheiterhaufen fassen sollte. Darauf errichtete er diesen in Vierecksform, jede Seite ein Stadion lang.

Er teilte den Platz in dreißig Bezirke, setzte Dächer auf Palmstämme und gab dem gesamten Bauwerk die Gestalt eines Vierecks. Dann versah er den gesamten Umkreis mit Schmuckwerk, und zwar füllten den Sockel goldene Schnäbel von Fünfruderern, zweihundertvierzig an der Zahl. Diese trugen auf ihren Sturmbalken jeweils zwei kniende, vier Ellen hohe Bogenschützen und auf dem Deck fünf Ellen hohe gepanzerte Männergestalten, während rote Filzdecken die Zwischenräume abschlossen.

Das zweite Stockwerk darüber nahmen fünfzehn Ellen hohe Fackeln ein, die am Griff goldene Kränze trugen. An ihrem brennenden Ende schwebten Adler mit ausgebreitete Flügeln und nach unten gerichtetem Blick, während von den Basen her Schlangen zu ihnen emporschauten. Im dritten Stockwerk war eine Menge von Tieren, die von Jägern gehetzt wurden.

Das vierte Stockwerk sodann trug eine in Gold gefertigte Kentaurenschlacht, das fünfte Löwen und Stiere im Wechsel und ebenfalls aus Gold.
Den nächsthöheren Teil bedeckten makedonische Waffen und solche von Barbaren, von denen die einen die Siegestaten, die anderen die Niederlagen anzeigten. Über allem aber standen Sirenen, ausgehöhlt, so daß sie in sich verborgene Personen aufnehmen konnten, die für den Toten ein Trauerlied anstimmten.
Die Höhe der gesamten Anlage betrug über einhundertdreißig Ellen.

Da ganz allgemein die Generäle, sämtliche Soldaten und die Gesandten, außerdem die einheimischen Bewohner in gegenseitigem Wettstreit zur Ausstattung der Beisetzung das Ihre gaben, soll sich die Menge der Aufwendungen auf mehr als zwölftausend Talente belaufen haben.

Entsprechend dieser Prachtentfaltung gab schließlich Alexander den allgemeinen Befehl, dem Hephaistion als Mitgott [Ἡφαιστίωνι θεῷ παρέδρῳ] Opfer darzubringen; denn der Zufall wollte es, daß gerade zu der Zeit Philipp, einer der Freunde, von Ammon (3) mit dem Orakelspruch eintraf, man solle Hephaistion gleich einem Gott opfern. Alexander war hocherfreut darüber, daß auch der Gott seine Ansicht bestätigt habe; er selbst brachte denn auch als erster das Opfer dar und bewirtete sodann die ganze Menge auf glänzende Weise. Zehntausend Opfer verschiedener Art wurden gezählt.

(Diodoros: Griechische Weltgeschichte. Buch XVII. Hrsg. v. Otto Veh und Moritz Böhme. Stuttgart 2009, S. 133 f.)

(1) darunter den berühmten Deinokrates bzw. Stasikrates
(2) von Babylon
(3) Heiligtum und Orakel in Ägypten

 
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