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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Io und der Bosporus (485 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.12.2022 um 13:39 Uhr (Zitieren)
(Ps.-)Apollodor, Bibliotheké II 5-9:
5. Von Argos und Ismene, der Tochter des Asopos, stammte der Sohn Iasos, dessen Tochter – so sagt man – Io war. Kastor, der Verfasser der „Chronika“ (Frg. 8), und viele Tragödiendichter bezeichnen Io hingegen als eine Tochter des Inachos; nach Hesiod (Frg. 124) und Akusilaos (Frg. 26) stammte sie von den Peiren (1). Zeus verführte sie, eine Priesterin der Hera. Von Hera ertappt, verwandelte er das Mädchen, indem er es berührte, in eine weiße Kuh und versicherte unter Eid, daß er nicht mit ihr geschlafen habe [ἀπωμόσατο δὲ ταύτῃ συνελθεῖν]. Deshalb sagt Hesiod (Frg. 124), daß die Eide nicht den Zorn der Götter herbeirufen, die aus Liebe geleistet worden sind [διό φησιν Ἡσίοδος οὐκ ἐπισπᾶσθαι τὴν ἀπὸ τῶν θεῶν ὀργὴν τοὺς γινομένους ὅρκους ὑπὲρ ἔρωτος].

6. Hera forderte von Zeus die Herausgabe der Kuh und stellte neben sie als Wächter den Panoptes [πανόπτης, „Allseher“] Argos, der laut Pherekydes (Frg. 66) ein Sohn des Arestor war, laut Asklepiades (Frg. 16) des Inachos, laut Kerkops (Frg. 294) des Argos und der Ismene, der Tochter des Asopos, wohingegen ihn Akusilaos (Frg. 27) „erdgeboren [γηγενῆ]“ nennt. Dieser band sie an den Ölbaum, der im Hain der Mykenaier steht.

7. Zeus gab Hermes den Auftrag, die Kuh zu stehlen, doch wurde er von Hiërax verraten. So konnte er den Auftrag nicht unbemerkt ausführen und tötete den Argos durch einen Steinwurf; daher kommt sein Beiname Argeïphontes [ἀργειφόντης, „Argos-Töter“]. Hera jedoch ließ die Kuh durch eine Bremse rasend werden. So kam sie zuerst an das nach ihr genannte „Ionische“ Meer, dann irrte sie durch Illyrien und über den Haimos-Berg und setzte über die damals so genannte „Thrakische Enge“, den heute nach ihr genannten Bosporos [Βόσπορος, die „Kuh-Furt“].

8. Sie kam nach Skythien und Kimmerien, und nachdem sie viele Länder durchzogen und viele Meere in Asien und Europa durchschwommen hatte, erreichte sie schließlich Ägypten, wo sie ihre alte Gestalt wiedererlangte und beim Neilos-Fluß den Sohn Epaphos gebar.

9. Hera aber bat die Kureten (2) darum, ihn unsichtbar zu machen; sie ließen ihn verschwinden. Als Zeus dies erfuhr, tötete er die Kureten, Io aber machte sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Sie irrte in ganz Syrien umher – dort nämlich, so hatte sie erfahren, werde er von <der Frau> des Königs der Byblier aufgezogen -, und als sie Epaphos gefunden hatte, ging sie nach Ägypten zurück und heiratete Telegonos, der damals König der Ägypter war. Sie stellte ein Standbild der Demeter auf; die Ägypter nannten sie Isis, wie sie auch Io in ähnlicher Weise Isis nannten.

(Apollodoros: Götter und Helden der Griechen. Herausgegeben und übersetzt von Kai Bordersen. Darmstadt 2004, S. 62-65)

(1) korrekt: von Peiren oder Peiras, d.h. dem Sohn des Argos und der Euadne
(2) mythische Schutzwesen, oft mit Zeus verbunden

Ab jetzt kann der aufmerksame Leser auch die 1-Million-Euro-Frage beantworten, was der Bosporus und Oxford gemeinsam haben.
 
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