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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Belagerung von Abydos durch Philipp V. von Makedonien #4 (445 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.12.2022 um 14:16 Uhr (Zitieren)
Polybios XVI 29-34:
34. Um diese Zeit kam König Attalos auf die Nachricht von der Belagerung von Abydos durch das Aegaeische Meer nach Tenedos und ebenso der jüngste unter den römischen Gesandten, M. Aemilius, nach Abydos selbst, wo er landete. Denn die Römer hatten auf Rhodos zuverlässige Kunde von der Belagerung von Abydos erhalten und wollten ihrem Auftrag gemäß mit Philipp persönlich verhandeln. Sie verschoben daher die Weiterfahrt zu den anderen Königen und entsandten Aemilius.

Dieser traf bei Abydos mit Philipp zusammen und erklärte ihm, der Senat habe beschlossen, ihn aufzufordern, weder mit irgendwelchen Griechen Krieg zu führen noch seine Hand auf ptolemaeische Besitzungen (4) zu legen, und sich für das Attalos und den Rhodiern zugefügte Unrecht zu verantworten. Wenn er danach handle, könne er Frieden haben, andernfalls stehe ihm der Krieg mit den Römern bevor.

Als der König ihm klarmachen wollte, daß die Rhodier ihn angegriffen hätten, fiel Marcus ihm ins Wort und fragte: Und die Athener, die Kianer, jetzt Abydos? hat auch einer von diesen zuerst die Hand gegen dich erhoben? Der König wußte darauf keine Antwort und sagte: aus drei Gründen verzeihe er ihm seine hochfahrende Rede, erstens, weil er noch jung und in Staatsgeschäften unerfahren, zweitens, weil er der schönste Mann sei, dem er noch begegnet wäre [ὅτι κάλλιστος ὑπάρχει τῶν καθ‘ αὑτὸν] – und dies traf wirklich zu -, drittens, weil er ein Römer sei. Ich aber, sagte er, habe den dringenden Wunsch, daß die Römer die Verträge nicht verletzen und nicht mit uns Krieg führen; wenn sie das aber doch tun, werden wir uns tapfer zur Wehr setzen und die Götter um ihren Beistand anrufen. Damit gingen sie auseinander.

Philipp aber, der nun im Besitz der Stadt war, fand die gesamte Habe der Abydener von ihnen selbst zusammengetragen, so daß er sie ohne weiteres vereinnahmen konnte. Als er aber sah, wie sie massenhaft in ihrer Verzweiflung sich selbst, ihre Kinder und Frauen abschlachteten, auf dem Scheiterhaufen verbrannten, erdrosselten, in Brunnen oder von den Dächern der Häuser herabstürzten, machte das auf ihn einen erschütternden Eindruck und traf ihn empfindlich [ἐκπλαγὴς ἦν].

Er ließ daher bekanntmachen, daß er ihnen eine Frist von drei Tagen gebe: wer wolle, könne sich in dieser Zeit erhängen oder sonst töten. Die Abydener, die entschieden waren, an dem einmal gefaßten Entschluß festzuhalten, und es als Verrat an den Männern, die im Kampf für die Stadt gefallen waren, betrachteten, von ihm abzuweichen, ertrugen es nicht, am Leben zu bleiben [οὐδαμῶς ὑπέμενον τὸ ζῆν], soweit sie nicht in Fesseln lagen oder sonst durch höhere Gewalt am Selbstmord gehindert waren. Alle übrigen gingen, ganze Sippen gemeinsam, in den Tod [οἱ δὲ λοιποὶ πάντες ὥρμων ἀμελλήτως κατὰ συγγενείας ἐπὶ τὸν θάνατον].

(Polybios: Geschichte. 2 Bände. Eingeleitet und übertragen von Hans Drexler. Zürich/Stuttgart 1961; Bd. 2, S. 926-932)

(4) Ptolemaios V. Epiphanes in Ägypten
 
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