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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Rom: Ein Skandal im Isis-Tempel zur Zeit des Tiberius #1 (477 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.12.2022 um 22:52 Uhr (Zitieren)
Flavius Josephus, Antiquitates Iudaicae XVIII 3, 4:
Gleichfalls um diese Zeit (1) traf auch noch ein anderes Unglück die Juden, und zu Rom geschahen im Isistempel schändliche Dinge. Zunächst nun will ich den Vorgang im Isistempel erzählen, ehe ich in meinem Bericht über die Schicksale der Juden fortfahre.

Es lebte zum Rom eine gewisse Paulina, die von vornehmer Herkunft, tugendhaft, reich und sehr schön war, auch gerade in dem Alter stand, in welchem die Frauen besonders liebreizend und sittsam sind. Sie war mit einem Manne Namens Saturninus vermählt, der ihr an vortrefflichen Eigenschaften nichts nachgab.

Zu dieser Frau entbrannte nun in Liebe der hochangesehene Ritter Decius Mundus, und da sein Bemühen, sie durch reiche Geschenke sich geneigt zu machen, vergeblich blieb, liess er sich von seiner Leidenschaft endlich so weit hinreissen, dass er ihr für einen einzigen Beischlaf die Summe von zweihunderttausend Drachmen anbot. Als sie aber auch dieses Anerbieten zurückwies, grämte er sich vor Liebe so sehr, dass er es für das beste hielt, sich wegen der Sprödigkeit der Paulina verhungern zu lassen, und sogleich zur Ausführung dieses Vorhabens schritt.

Es befand sich aber in seinem Hause eine Freigelassene seines Vaters mit Namen Ide, die in allen Ränken bewandert war. Diese hatte Missfallen daran, dass der Jüngling so hartnäckig auf seinem Vorhaben, sich das Leben zu nehmen, bestand; war es doch offenbar, dass er mehr und mehr hinwelkte. Sie begab sich deshalb zu ihm, tröstete ihn und machte ihm Hoffnung darauf, dass er doch noch Gelegenheit finden werde, den vertraulichen Umgang mit Paulina zu geniessen.

Als nun Mundus mit Freuden auf ihre Worte horchte, erklärte sie ihm, sie bedürfe nur fünfzigtausend Drachmen, um die Schamhaftigkeit der Frau zu überwinden. Nachdem sie dergestalt den Jüngling ermuntert und die Geldsumme erhalten hatte, schlug sie einen anderen Weg ein als Mundus, da die Frau zu tugendhaft war, als dass sie sich durch Geld hätte gewinnen lassen. Es war ihr nämlich wohlbekannt, dass Paulina der Verehrung der Isis sehr ergeben war, und hierauf baute sie ihren Plan auf.

Sie ging zu einigen Isispriestern und versicherte sich ihrer Bereitwilligkeit, was ihr auch nicht schwer fiel, da sie das Geld vorzeigte. Und nachdem sie ihnen vorläufig zwanzigtausend Drachmen gezahlt und ebensoviel für den Fall, dass der Plan gelingen würde, in Aussicht gestellt hatte, machte sie ihnen von der Liebe des jungen Mannes Mitteilung und bat sie, ihr möglichstes zu thun, um ihm zur Erfüllung seines Wunsches zu verhelfen.

(Flavius Josephus: Jüdische Altertümer. Hrsg. v. Heinrich Clementz. Nachdruck Wiesbaden o.J., Bd. II, S. 516-518)

(1) des zuvor geschilderten Lebens Jesu
 
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