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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Sekte der Essener #3 (452 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 30.11.2022 um 13:11 Uhr (Zitieren)
Flavius Josephus, De bello Iudaico II 8, 2-13 (119-160):
8. Diejenigen aber, die bei bedeutenden Verfehlungen ergriffen werden, stoßen sie aus dem Orden aus. Der Ausgeschlossene geht oft, von erbärmlichstem Geschick getroffen, zugrunde; denn durch Eide und Verpflichtungen gebunden, kann er auch von Fremden keine Nahrung annehmen, nur von Kräutern lebend kommt er durch Hunger körperlich von Kräften und geht zugrunde. Aus diesem Grunde offenbar haben sie mitleidig viele, die in den letzten Zügen lagen, wieder aufgenommen, indem sie die bis zur Todesgrenze erlittene Qual als hinreichende Sühne für ihre Verfehlungen erachteten.

9. Bei den gerichtlichen Entscheidungen sind sie höchst gewissenhaft und gerecht und sie fällen einen Spruch erst, wenn nicht weniger als hundert zusammengekommen sind; der Beschluß ist dann unantastbar. Höchste Verehrung aber zollen sie nächst Gott dem Namen des Gesetzgebers (2), und wenn jemand diesen lästert, wird er mit dem Tode bestraft. Den Älteren aber wie auch der Mehrzahl sich zu fügen halten sie für löblich; wenn also zehn beieinander sitzen, könnte niemand das Wort gegen den Willen der neun ergreifen. Das Ausspeien in die Mitter der Versammlung oder nach der rechten Seite hin meiden sie; auch scheuen sie sich – am entschiedensten unter allen Juden – am siebten Wochentag eine Arbeit anzugreifen. Sie bereiten nämlich nicht nur ihre Verpflegung einen Tag früher vor, um an jenem Tag kein Feuer anzünden zu müssen, nein, sie wagen an jenem Tag auch nicht ein Gerät anders zu stellen, nicht einmal auszutreten. An den anderen Tagen aber heben sie eine einen Fuß tiefe Grube aus mit ihrer Hacke – etwas derartiges ist nämlich die kleine Axt, die von ihnen den neu Eintretenden gegeben wird –[,] hüllen ihren Mantel herum, um die Strahlen Gottes nicht zu beleidigen[,] und verrichten dort ihre Notdurft. Dann scharren sie die aufgeworfene Erde wieder in die Grube; bei diesen Verrichtungen suchen sie entlegenere Plätze aus. Obwohl ja die Ausscheidung der Exkremente etwas Natürliches ist, haben sie den Brauch, sich danach zu waschen, als wenn sie sich verunreinigt hätten.

10. Sie sind je nach der Dauer ihrer frommen Übung in vier Stände geteilt; und so sehr stehen die später Eingetretenen den früheren nach, daß, wenn sie die früher Eingetretenen berührt haben, diese sich waschen, wie wenn sie mit einem Fremdstämmigen zusammengekommen wären. Und sie sind langlebig, sodaß die Mehrzahl es auf über hundert Jahre bringt infolge der Einfachheit ihrer Lebensführung, wie mir scheint, und ihrer guten Ordnung; sie verachten, was Schrecken erregt, und den Schmerzen werden sie Herr durch Seelenstärke, und den Tod erachten sie, wenn er sich mit Ruhm naht, für besser als endloses Leben. Deutlich in jeder Beziehung brachte ihren Charakter der Krieg gegen die Römer ans Licht, in dem sie gemartert und gefoltert, gebrannt und zerbrochen wurden und ihr Weg durch sämtliche Folterkammern führte, damit sie entweder den Gesetzgeber schmähen oder etwas Verbotenes essen sollten, und doch blieben sie fest, weder das eine noch das andere auf sich zu nehmen, auch nicht dazu, ihren Peinigern zu schmeicheln oder Tränen zu vergießen. Unter Schmerzen lächelnd und der Folterknechte spottend gaben sie freudig ihr Leben dahin in der Zuversicht, es wieder zu empfangen.

(Flavius Josephus: De bello Judaico – Der jüdische Krieg. 4. Bde. Hrsg. v. Otto Michel & Otto Bauernfeind. Darmstadt ³1982; Bd. 1, S. 204-213)

(2) wohl Moses
 
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