Γραικύλος schrieb am 29.11.2022 um 12:57 Uhr (Zitieren)
Flavius Josephus, De bello Iudaico II 8, 2-13 (119-160):
(Flavius Josephus: De bello Judaico – Der jüdische Krieg. 4. Bde. Hrsg. v. Otto Michel & Otto Bauernfeind. Darmstadt ³1982; Bd. 1, S. 204-213)
(1) Hiermit sind wohl vor allem die Heiligen Schriften der Juden gemeint.
Daß sie die Eide ablehnen, aber von den Neophyten verlangen, ist seltsam.
Re: Die Sekte der Essener #2
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 29.11.2022 um 16:11 Uhr (Zitieren)
Das ist auf den ersten Blick tatsächlich verwunderlich, einerseits die den Novizen abverlangten "furchtbaren Eide", andererseits die, wie es klingt, grundsätzliche (und begründete) Ablehnung von Eiden.
Mit Gewißheit kann man den Widerspruch vielleicht nicht auflösen, betrachtet man jedoch die beschworenen Glaubens- und Verhaltensregeln, vor allem den Passus "niemandem die Satzungen anders mitzuteilen als wie er selbst sie empfing", so kann man wohl mit einigem Recht davon ausgehen, daß es sich um den letzten Eid handelt, den der zukünftige essenische Glaubensbruder in seinem Leben ablegt, gewissermaßen auf der Schwelle von der "normalen" Welt, die der Eidesleistung (noch) bedarf, zur "neuen", in der er, in die Gemeinschaft - die ja auf ihre quasi arkane Stellung achtet - aufgenommen, seine Rede nur noch nach dem "Ja ja, Nein Nein" richtet bzw. richten muß.
Re: Die Sekte der Essener #2
Γραικύλος schrieb am 29.11.2022 um 16:38 Uhr (Zitieren)
Gedacht habe ich zunächst in der gleichen Richtung: Die Neulinge sind eben noch nicht auf dem Stand, daß man ihnen unbedingt vertrauen könnte.
Aber die Begründung für die Ablehnung von Eiden
ist ja viel grundsätzlicher und gilt für jeden Menschen. Oder?